{"id":6323,"date":"2017-03-29T13:37:00","date_gmt":"2017-03-29T11:37:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/studienautor-keine-gesicherten-zahlen-zu-toetung-in-krankenhaeusern-krankenhaeuser-weisen-vorwuerfe-scharf-zurueck\/"},"modified":"2017-03-29T13:37:00","modified_gmt":"2017-03-29T11:37:00","slug":"studienautor-keine-gesicherten-zahlen-zu-toetung-in-krankenhaeusern-krankenhaeuser-weisen-vorwuerfe-scharf-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/studienautor-keine-gesicherten-zahlen-zu-toetung-in-krankenhaeusern-krankenhaeuser-weisen-vorwuerfe-scharf-zurueck\/","title":{"rendered":"Studienautor: Keine gesicherten Zahlen zu T\u00f6tung in Krankenh\u00e4usern &#8211; Krankenh\u00e4user weisen Vorw\u00fcrfe scharf zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Die Studie \u00fcber Patientent\u00f6tungen in Krankenh\u00e4usern und Pflegeheimen st\u00f6\u00dft weiter auf Kritik. Die Krankenh\u00e4user weisen die Vorw\u00fcrfe scharf zur\u00fcck. Ein Mitautor der Studie relativiert die Ergebnisse, sieht sie aber auch als Warnsignal.<\/p>\n<p>Witten\/Oldenburg (epd). Der Streit \u00fcber eine Studie \u00fcber Patientent\u00f6tungen in Krankh\u00e4usern und Pflegeheimen durch das Personal rei\u00dft nicht ab. Wissenschaftler der Universit\u00e4t Herdecke um den Psychotherapeuten Karl H. Beine haben hochgerechnet, dass m\u00f6glicherweise bis zu 21.000 Patienten pro Jahr durch die Hand von Klinikpersonal ums Leben kommen. Der Mitautor der Studie, der Psychotherapeut Karl Beine, betonte am Mittwoch, dass die Zahlen nicht repr\u00e4sentativ seien. Sie sollten jedoch alarmieren und zu weiterer Forschung auffordern. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sprach von \u00abv\u00f6llig unseri\u00f6sen\u00bb Behauptungen.<\/p>\n<p>Zuletzt war das Thema durch den Pfleger Niels H. im nieders\u00e4chsischen Delmenhorst und Oldenburg in die \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt. Er war 2015 wegen mehrfachen Mordes an Patienten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Momentan werden bis zu 200 weitere F\u00e4lle untersucht.<\/p>\n<p>Mit der Erhebung sei erstmalig in Deutschland das Ph\u00e4nomen von T\u00f6tungsdelikten im Gesundheitswesen empirisch untersucht worden, verteidigte Beine die Studie. Es handele sich um eine Pilotstudie zu einem heiklen Thema. \u00abUnsere Untersuchung besagt nicht, dass nun gesichert von vielen tausend Mord- oder Totschlagsdelikten pro Jahr in Deutschland auszugehen ist\u00bb, unterstrich Beine. Die Studie zeige, dass die Zahl der T\u00f6tungen in deutschen Krankenh\u00e4usern vermutlich h\u00f6her ausfalle als bisher angenommen. Jedes Mal reflexartig vorgetragene Behauptungen, es handle sich um Einzelf\u00e4lle, m\u00fcssten hinterfragt werden.<\/p>\n<p>Zugleich belegt die Studie nach Worten Beines, \u00abdass es \u00fcberhaupt nicht gerechtfertigt ist, die vielen t\u00fcchtigen Helfer und \u00c4rzte in Krankenh\u00e4usern und Heimen unter Generalverdacht zu stellen\u00bb. Der Mitautor r\u00e4umte ein, dass unter den \u00abJa\u00bb-Antworten vermutlich auch eine unbestimmte Anzahl von lebensbeendenden Ma\u00dfnahmen seien, die der passiven Sterbehilfe zuzuordnen seien.<\/p>\n<p>Die Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisierte, dass die \u00abempirische Sch\u00e4tzung\u00bb offensichtlich nicht zwischen der Begleitung von Sterbenden und T\u00f6ten unterscheide. Damit werde der palliativmedizinische Ansatz diskreditiert, erkl\u00e4rte Pr\u00e4sident Thomas Reumann. Die Behauptung, dass j\u00e4hrlich mehrere Zehntausend Patienten in Deutschland get\u00f6tet w\u00fcrden, sei \u00abeine unverantwortliche Behauptung, die als v\u00f6llig unseri\u00f6s zur\u00fcckzuweisen ist\u00bb. Nat\u00fcrlich gebe es wirtschaftlichen Druck im Krankenhaus. Damit gingen Krankenh\u00e4user sowie \u00c4rzte und Pflegekr\u00e4fte professionell um.<\/p>\n<p>Zuvor hatte auch der Versicherungsexperte Manfred Klocke die Aussagen \u00fcber tausendfache Patientent\u00f6tungen als unseri\u00f6s kritisiert. Selbst wenn man eine Dunkelziffer und die von ihm selbst nicht ber\u00fccksichtigten Pflegeheime einbeziehe, werde niemals eine Zahl von mehreren Tausend erreicht, sagte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der in Detmold ans\u00e4ssigen Gesellschaft f\u00fcr Risikoberatung, die zur Ecclesia-Gruppe. Kritik an der Studie kam auch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Studie hatten Beine und seine Kollegen rund 5.000 \u00c4rzte, Kranken- und Altenpfleger, ob sie in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten lebensbeendende Ma\u00dfnahmen aktiv an Patienten vorgenommen h\u00e4tten. Laut der Studie antworteten drei Prozent der \u00c4rzte in Krankenh\u00e4usern, sie selbst h\u00e4tten dies bereits getan, ebenso f\u00fcnf Prozent der Altenpfleger und 1,5 Prozent der Krankenpfleger. In den Pflegeheimen lagen die Ergebnisse \u00e4hnlich. Beine schlie\u00dft allerdings nicht aus, dass Studienteilnehmer die Frage missverstehen konnten und das Abstellen von Maschinen aufgrund von Patientenverf\u00fcgungen meinten.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Studie \u00fcber Patientent\u00f6tungen in Krankenh\u00e4usern und Pflegeheimen st\u00f6\u00dft weiter auf Kritik. 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