{"id":6367,"date":"2017-04-04T23:58:00","date_gmt":"2017-04-04T21:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/esenshamm-festveranstaltung-anlaesslich-des-todestages-von-edo-boling\/"},"modified":"2017-04-04T23:58:00","modified_gmt":"2017-04-04T21:58:00","slug":"esenshamm-festveranstaltung-anlaesslich-des-todestages-von-edo-boling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/esenshamm-festveranstaltung-anlaesslich-des-todestages-von-edo-boling\/","title":{"rendered":"Esenshamm: Festveranstaltung anl\u00e4sslich des Todestages von Edo Boling"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen des 500. Jubil\u00e4ums der Reformation hatte der Ev.-luth. Kirchenkreis Wesermarsch am Sonntag, 2. April, zu einer Festveranstaltung in die St.-Matth\u00e4us-Kirche nach Esenshamm geladen. Anlass der Veranstaltung war der 443. Todestag von Edo Boling, der als Pfarrer zehn Jahre nach dem Thesenanschlag von Wittenberg in Esenshamm die Reformation einf\u00fchrte. <\/p>\n<p>Landrat Thomas Br\u00fcckmann betonte zu Beginn der Veranstaltung die Bedeutung der Reformation f\u00fcr den gesellschaftlichen Wandel im ausgehenden Mittelalter. Die Reformation habe die Bildung breiter Bev\u00f6lkerungskreise vorangetrieben. Dadurch sei ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben m\u00f6glich geworden und es seien immer mehr Freiheitsrechte errungen worden. Landrat Br\u00fcckmann wies darauf hin, dass der Landkreis Bildung bis heute als eine seiner vordringlichen Aufgaben sehe. Sie lege heute noch den Grundstein f\u00fcr die Teilhabe m\u00f6glichst breiter Bev\u00f6lkerungsteile am gesellschaftlichen Leben.<\/p>\n<p>Bischof Jan Janssen legte seinem geistlichen Wort den Evangeliumstext des Tages zugrunde: Zwei J\u00fcnger bitten Jesus, ihnen im Himmelreich doch die Vorzugspl\u00e4tze zu seiner Rechten und zu seiner Linken zu reservieren. Jesus weist diesen Wunsch nach geistlicher oder weltlicher Vormachtstellung weit von sich. Dieser Text passe zur reformatorischen Bewegung, die, so Janssen, nicht aus den Zentren der Macht, sondern von ihren R\u00e4ndern her gewachsen sei. Wittenberg stehe daf\u00fcr ebenso wie Esenshamm. Weiterhin zeige der Text: Es gehe vielmehr um eine Haltung des Dienstes. Bischof Janssen betonte seine Dankbarkeit f\u00fcr die gute \u00d6kumene in Oldenburg: Von uns f\u00fchlt sich niemand \u201eauf dem Siegertreppchen der Geschichte.\u201c<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Festveranstaltung stand der Vortrag von OKR i.R. Prof. Dr. Rolf Sch\u00e4fer. Er gilt als ausgewiesener Kenner der oldenburgischen Kirchengeschichte. Sch\u00e4fer f\u00fchrte den Zuh\u00f6renden vor Augen, was \u00fcberhaupt an historischen Fakten \u00fcber Edo Boling belegt ist. Schon \u00fcber die Schaffenszeit Bolings in Esenshamm kursieren unterschiedliche Daten. Nach eigenem Quellenstudium geht Sch\u00e4fer davon aus, dass Edo Boling 1521 seinen Dienst als \u201eVikar\u201c in Esenshamm begonnen hat und mit der Zeit dort zum Pfarrer aufstieg. Mit der reformatorischen Predigt habe er 1527 begonnen. Dabei sei er von Martin Luthers 1526 erschienener Schrift \u201eDeutsche Messe und Ordnung des Gottesdienstes\u201c inspiriert gewesen.<\/p>\n<p>In der Messe sei von da an in Niederdeutsch gelesen worden und die vier Nebenalt\u00e4re in der Esenshammer Kirche seien nicht mehr bedient worden. Diese Ver\u00e4nderungen stie\u00dfen auf Widerstand bei Teilen der Bev\u00f6lkerung, nicht zuletzt, weil sie sich um den Ablass von Fegefeuerstrafen f\u00fcr ihre Angeh\u00f6rigen betrogen f\u00fchlten. Auch mit gr\u00e4flicher Unterst\u00fctzung setzten sich die \u00c4nderungen durch, und Edo Boling wirkte bis zu seinem Tod am 2. April 1574 in Esenshamm. Schriftlich hat er nur die Inschrift seines Grabsteins hinterlassen, der bis heute in der Esenshammer Kirche zu sehen ist.<\/p>\n<p>Neben den Wortbeitr\u00e4gen wurde die Festveranstaltung von anspruchsvoller Musik gepr\u00e4gt. Unter der Leitung von Kreiskantor Gebhard von Hirschhausen pr\u00e4sentierten sowohl das Kantorensextet Wesermarsch\/Delmenhorst wie auch das Vokalensemble Wesermarsch Musik aus sechs Jahrhunderten. Den Abschluss bildete das St\u00fcck \u201eNoch nicht ganz\u201c: Zu einem Text von Bischof Janssen \u00fcber das Hohelied der Liebe hatte Gebhard von Hirschhausen eine neue Melodie komponiert.<\/p>\n<p>Im Anschluss lud Kreispfarrer Jens M\u00f6llmann die G\u00e4ste zum Empfang in das benachbarte Gemeindehaus ein.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Pfarrer Dietmar Reumann-Cla\u00dfen, Beauftragter f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Ev.-luth. Kirchenkreises Wesermarsch.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des 500. Jubil\u00e4ums der Reformation hatte der Ev.-luth. Kirchenkreis Wesermarsch am Sonntag, 2. April, zu einer Festveranstaltung in die St.-Matth\u00e4us-Kirche nach Esenshamm geladen. Anlass der Veranstaltung war der 443. Todestag von Edo Boling, der als Pfarrer zehn Jahre nach dem Thesenanschlag von Wittenberg in Esenshamm die Reformation einf\u00fchrte. 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