{"id":6571,"date":"2017-05-02T13:17:00","date_gmt":"2017-05-02T11:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/ekd-kulturexperte-kritisiert-de-maiziere-leitkultur-nicht-geeignet\/"},"modified":"2017-05-02T13:17:00","modified_gmt":"2017-05-02T11:17:00","slug":"ekd-kulturexperte-kritisiert-de-maiziere-leitkultur-nicht-geeignet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/ekd-kulturexperte-kritisiert-de-maiziere-leitkultur-nicht-geeignet\/","title":{"rendered":"EKD-Kulturexperte kritisiert de Maizi\u00e8re: \u00abLeitkultur\u00bb nicht geeignet"},"content":{"rendered":"<p>Hannover\/Berlin (epd). Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, hat den Leitkultur-Beitrag von Bundesinnenminister Thomas de Maizi\u00e8re (CDU) scharf kritisiert. \u00abGerade der Griff zu dem Wort &#8216;Leitkultur&#8217; ist wenig geeignet, eine offene Debatte zu er\u00f6ffnen\u00bb, sagte Claussen dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er halte von diesem Wort nichts. \u00abEs ist nicht mit klaren Inhalten verbunden, sondern nur ein politisches Schlagwort, das den kulturellen Dominanzanspruch einer Partei formulieren soll\u00bb, kritisierte der Theologe. Er finde es problematisch, \u00abwenn Kultur in dieser Art und Weise funktionalisiert wird\u00bb.<\/p>\n<p>\u00abKultur ist ein Bereich von sich entfaltender Freiheit und sollte nicht in dieser Weise festgezurrt werden\u00bb, sagte Claussen, der im Auftrag der EKD die Kulturarbeit der evangelischen Kirche koordiniert. Damit war Claussen auch beteiligt am vom Deutschen Kulturrat moderierten Dialog zur kulturellen Integration, in den viele zivilgesellschaftliche Akteuren und Institutionen, Religionsgemeinschaften und vier Bundesministerien eingebunden waren &#8211; auch das Bundesinnenministerium, wie Claussen betonte. Vor diesem Hintergrund habe er sich \u00fcber den Beitrag von de Maizi\u00e8re ge\u00e4rgert, sagte Claussen.<\/p>\n<p>Die dort erarbeiteten 15 Thesen zur kulturellen Integration sollen ihm zufolge am 16. Mai der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) \u00fcbergeben werden. \u00abVorher ist eine Diskussion im J\u00fcdischen Museum geplant, bei der Bundesinnenminister de Maizi\u00e8re eigentlich eine Rede halten sollte\u00bb, sagte Claussen und erg\u00e4nzte: \u00abIch finde ich es nicht nachvollziehbar und bedauerlich, dass er dem vorgreift, darauf nicht einmal Bezug nimmt und stattdessen eigene Thesen in der &#8216;Bild&#8217;-Zeitung ver\u00f6ffentlicht.\u00bb<\/p>\n<p>Er sehe in der Formulierung von de Maizi\u00e8res Thesen vor allem eine Aktivit\u00e4t f\u00fcr den Wahlkampf. \u00abWir wollen aber eine inhaltliche Debatte f\u00fchren, die nicht von Wahlkampfinteressen gepr\u00e4gt ist\u00bb, sagte Claussen. Er st\u00f6rte sich auch am Ton des Beitrags: \u00abVon einem wertkonservativen Politiker, der f\u00fcr die Kulturnation Deutschland einsteht, erwarte ich auch eine angemessene Sprache.\u00bb Er finde in seinen Thesen \u00abeinige Anbiederungen an den Jargon des Boulevards\u00bb, sagte der Kulturbeauftragte und verwies auf die Formulierung \u00abWir sind nicht Burka\u00bb.<\/p>\n<p>Dies sei sprachlich so verungl\u00fcckt, \u00abdass damit auch eine Haltung transportiert wird, die ich nicht akzeptieren kann\u00bb, sagte Claussen. \u00abDamit bekommt dieser Thesen-Katalog gleich von Beginn an eine Sch\u00e4rfe und Polarisierung, die f\u00fcr die Debatte nicht hilfreich ist.\u00bb<\/p>\n<p>Zustimmung erh\u00e4lt der Innenminister dagegen f\u00fcr seine These zur Rolle der Religion in der Gesellschaft. Das Grundmodell, dass Religion auch in den \u00f6ffentlichen Raum hineingeh\u00f6re und sich kulturell bet\u00e4tigen solle, bleibe richtig, sagte er und erg\u00e4nzte: \u00abIch finde es gut, dass auch der Bundesinnenminister das so sieht.\u00bb<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover\/Berlin (epd). Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, hat den Leitkultur-Beitrag von Bundesinnenminister Thomas de Maizi\u00e8re (CDU) scharf kritisiert. \u00abGerade der Griff zu dem Wort &#8216;Leitkultur&#8217; ist wenig geeignet, eine offene Debatte zu er\u00f6ffnen\u00bb, sagte Claussen dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er halte von diesem Wort nichts. \u00abEs ist nicht mit klaren Inhalten verbunden, sondern nur ein politisches Schlagwort, das den kulturellen Dominanzanspruch einer Partei formulieren soll\u00bb, kritisierte der Theologe. 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