{"id":6693,"date":"2017-05-10T10:52:00","date_gmt":"2017-05-10T08:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/statistiker-deutschland-hat-demografischen-wandel-schon-hinter-sich\/"},"modified":"2017-05-10T10:52:00","modified_gmt":"2017-05-10T08:52:00","slug":"statistiker-deutschland-hat-demografischen-wandel-schon-hinter-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/statistiker-deutschland-hat-demografischen-wandel-schon-hinter-sich\/","title":{"rendered":"Statistiker: Deutschland hat demografischen Wandel schon hinter sich"},"content":{"rendered":"<p>Hannover\/Koblenz (epd). Der Koblenzer Statistikprofessor Gerd Bosbach hat davor gewarnt, den Menschen mit Katastrophenszenarien einer alternden Gesellschaft Angst zu machen. Den Gro\u00dfteil des demografischen Wandels habe Deutschland bereits im vergangenen Jahrhundert gemeistert, sagte der Mathematiker am Mittwoch bei einer Rentenkonferenz in Hannover. Alle prognostizierten Ver\u00e4nderungen f\u00fcr das 21. Jahrhundert seien weitaus weniger gravierend, als das, was Deutschland bereits hinter sich habe.<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr das Wohlstandsniveau breiter Gesellschaftsschichten seien \u00fcberdies nicht die Bev\u00f6lkerungsentwicklung, sondern politische und wirtschaftliche Entscheidungen, sagte Bosbach. Die Konferenz wurde vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und von mehreren Gewerkschaften ausgerichtet.<\/p>\n<p>Von 1900 bis 2000 sei die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland bereits um mehr als 30 Jahre gestiegen. Die Zahl der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen wuchs von f\u00fcnf auf mehr als 16 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der unter 20-J\u00e4hrigen an der Gesamtbev\u00f6lkerung von 44 auf 21 Prozent, erl\u00e4uterte Bosbach. F\u00fcr das Jahr 2050 etwa werde hierbei lediglich ein weiteres Absinken auf 16 Prozent erwartet. Trotz der demografischen Entwicklung im 20. Jahrhundert seien in dieser Zeit der Wohlstand hierzulande massiv gewachsen, der Sozialstaat stark ausgebaut worden und die Wochenarbeitszeit von rund 60 auf 40 Stunden gesunken.<\/p>\n<p>Demografie-\u00c4ngste, die ein Aussterben der Deutschen oder materielle Verluste beschworen, habe es auch im vergangenen Jahrhundert schon gegeben, sagte Bosbach, der an der Hochschule Koblenz lehrt. All diese Bef\u00fcrchtungen h\u00e4tten sich als falsch herausgestellt. Seit dem Jahr 2000 gebe es jedoch eine gezielte und \u00abtiefgehende Angstmache\u00bb, die wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen sei. An dieser beteiligten sich interessierte Akteure wie Versicherungen, die private Vorsorgevertr\u00e4ge verkaufen, und Unternehmen, die Lohnnebenkosten einsparen wollten, kritisierte er. \u00abDie Angstmache hat nichts mit Demografie zu tun, sondern mit Umverteilung.\u00bb<\/p>\n<p>Sogenannte \u00abgesunde Bev\u00f6lkerungspyramiden\u00bb mit vielen jungen und wenigen alten Menschen w\u00fcrden oft als Ideal dargestellt, sagte Bosbach. Doch gebe es solche demografischen Verh\u00e4ltnisse vor allem in wirtschaftlichen Entwicklungsl\u00e4ndern wie Bangladesch oder Nigeria. Diese L\u00e4nder seien arm und die Bev\u00f6lkerungsmodelle repr\u00e4sentierten auch soziale Ungerechtigkeit. \u00abDie Alten sterben fr\u00fch und man braucht viele Kinder, weil es kein funktionierendes Rentensystem gibt.\u00bb<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover\/Koblenz (epd). 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