{"id":6715,"date":"2017-05-15T11:56:00","date_gmt":"2017-05-15T09:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/uebersee-museum-bereitet-sich-auf-rueckgabe-von-maori-gebeinen-vor\/"},"modified":"2017-05-15T11:56:00","modified_gmt":"2017-05-15T09:56:00","slug":"uebersee-museum-bereitet-sich-auf-rueckgabe-von-maori-gebeinen-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/uebersee-museum-bereitet-sich-auf-rueckgabe-von-maori-gebeinen-vor\/","title":{"rendered":"\u00dcbersee-Museum bereitet sich auf R\u00fcckgabe von Maori-Gebeinen vor"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Das Bremer \u00dcbersee-Museum und der Senat der Hansestadt bereiten sich auf die R\u00fcckgabe menschlicher Gebeine der Maori und der Moriori aus der Sammlung des V\u00f6lkerkunde-Museums an den Staat Neuseeland vor. Dazu wird am Donnerstag unter anderem eine Delegation von Nachfahren der neuseel\u00e4ndischen Ureinwohner in Bremen erwartet, sagte am Montag Museumsdirektorin Wiebke Ahrndt. F\u00fcr die \u00dcbergabe sei eine Zeremonie geplant, die nach strengen Riten ablaufe. So d\u00fcrfe den Gebeinen nicht der R\u00fccken zugekehrt werden, niemand d\u00fcrfe zu sp\u00e4t kommen und zu fr\u00fch gehen. Das gebiete der Respekt.<\/p>\n<p>Es ist Ahrndt zufolge in Deutschland die bisher einzige R\u00fcckgabe an diese Volksst\u00e4mme, die Medien verfolgen d\u00fcrfen. Die Gebeine kommen in f\u00fcnf Gef\u00e4\u00dfen zun\u00e4chst in das \u00abTe Papa Museum\u00bb in Wellington, das von der neuseel\u00e4ndischen Regierung den Auftrag bekommen hat, R\u00fcckf\u00fchrungen dieser Art weltweit zu organisieren. Maori und Moriori glauben, dass die Gebeine beseelt bleiben. Sie sehen in den Knochen nicht nur eine sterbliche H\u00fclle, sondern verehren sie als Ahnen.<\/p>\n<p>Zum Ritual im \u00dcbersee-Museum geh\u00f6ren neben einer Prozession auch Reden und Ges\u00e4nge sowie das Blasen eines Schneckenhorns. Nach der Unterzeichnung eines \u00dcbergabe-Dokumentes im Lichthof des Museums sind die offiziellen Vertreter aus Neuseeland und Deutschland eingeladen, \u00abHongis\u00bb auszutauschen, den traditionellen Nasenkuss der Maori. Dabei werden die Nasen aneinandergedr\u00fcckt. \u00abEin Symbol daf\u00fcr, dass man Gedanken und Atem teilt\u00bb, erl\u00e4uterte Ahrndt.<\/p>\n<p>Im Auftrag Neuseelands hatte das Te Papa Museum 2013 in Bremen angefragt, ob das \u00dcbersee-Museum im Besitz von Gebeinen ist. Der Senat beschloss dann im Mai vergangenen Jahres, dass die Gebeine zur\u00fcckgegeben werden sollen. Die Moriori-Knochen stammen von einer Forschungsreise, die der Gr\u00fcndungsdirektor des \u00dcbersee-Museums, Hugo Schauinsland, Ende des 19. Jahrhunderts nach Neuseeland und auf die Chatham-Inseln unternommen hat.<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei um zwei Skelette, 13 Sch\u00e4del sowie weitere Skelett-Teile. Weiterhin befinden sich nach Angaben des Senats neun Sch\u00e4del von Maori in den Sammlungen. Sieben erwarb das Museum 1906 von einem H\u00e4ndler. \u00dcber die weiteren Sch\u00e4del gebe es keine genauen Eingangsbelege, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Mit seinen Ausgrabungen habe Schauinsland \u00abeine Grenze \u00fcberschritten\u00bb, sagte Direktorin Ahrndt. \u00abEr h\u00e4tte fragen sollen, ob er die Gebeine mitnehmen darf &#8211; und er wusste, dass er ein Nein bekommen h\u00e4tte.\u00bb Deshalb habe er nicht gefragt. Bereits 2006 hatte das \u00dcbersee-Museum zwei Maori-K\u00f6pfe, sogenannte \u00abToi Moko\u00bb, an das Te Papa Museum zur\u00fcckgegeben. Neuseelands Ureinwohner bewahrten die Sch\u00e4del ihrer Vorfahren zur Erinnerung auf. Koloniale Seefahrer verschleppten viele davon.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Das Bremer \u00dcbersee-Museum und der Senat der Hansestadt bereiten sich auf die R\u00fcckgabe menschlicher Gebeine der Maori und der Moriori aus der Sammlung des V\u00f6lkerkunde-Museums an den Staat Neuseeland vor. Dazu wird am Donnerstag unter anderem eine Delegation von Nachfahren der neuseel\u00e4ndischen Ureinwohner in Bremen erwartet, sagte am Montag Museumsdirektorin Wiebke Ahrndt. F\u00fcr die \u00dcbergabe sei eine Zeremonie geplant, die nach strengen Riten ablaufe. So d\u00fcrfe den Gebeinen nicht der R\u00fccken zugekehrt werden, niemand d\u00fcrfe zu sp\u00e4t kommen und zu fr\u00fch gehen. Das gebiete der Respekt. 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