{"id":6716,"date":"2017-05-17T02:52:00","date_gmt":"2017-05-17T00:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/lwb-vollversammlung-gibt-impuls-zur-versoehnung-in-namibia\/"},"modified":"2017-05-17T02:52:00","modified_gmt":"2017-05-17T00:52:00","slug":"lwb-vollversammlung-gibt-impuls-zur-versoehnung-in-namibia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/lwb-vollversammlung-gibt-impuls-zur-versoehnung-in-namibia\/","title":{"rendered":"LWB-Vollversammlung gibt Impuls zur Vers\u00f6hnung in Namibia"},"content":{"rendered":"<p>Mit einem feierlichen Gottesdienst ist am Dienstagabend die Zw\u00f6lfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in der namibischen Hauptstadt Windhuk zu Ende gegangen. Die siebent\u00e4gige Tagung vom 10. bis 16. Mai stand unter dem Motto \u201eBefreit durch Gottes Gnade\u201c. Zum Programm geh\u00f6rten Referate zu den Themen \u201eSch\u00f6pfung \u2013 f\u00fcr Geld nicht zu haben\u201c, \u201eMenschen \u2013 f\u00fcr Geld nicht zu haben\u201c und \u201eErl\u00f6sung \u2013 f\u00fcr Geld nicht zu haben\u201c. An der Vollversammlung der weltweiten Gemeinschaft von 145 lutherischen Kirchen in 98 L\u00e4ndern weltweit, denen mehr als 74 Millionen Christinnen und Christen angeh\u00f6ren, nahmen mehr als 800 Menschen teil, darunter mehr als 300 Delegierte.<\/p>\n<p>Zu den Beschl\u00fcssen geh\u00f6rt auch eine \u00d6ffentliche Erkl\u00e4rung zur Vers\u00f6hnung im Zusammenhang mit dem V\u00f6lkermord in Namibia. \u201eDas Schicksal der Herero, Nama und anderer Ureinwohner unter deutscher Kolonialherrschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts bereitet den V\u00f6lkern Namibias und Deutschlands bis heute Schmerzen\u201c, so die Erkl\u00e4rung. \u201eEs ermutigt uns zu wissen, dass die Regierungen Namibias und Deutschlands diesen Schmerz aufgegriffen haben und einem Prozess verpflichtet sind, in dem die Wahrheit gesagt und Gerechtigkeit getan werden wird.\u201c <\/p>\n<p>Im Rahmen des Abschlussgottesdienstes wurden auch der Nigerianischer Erzbischof Dr. Musa Panti Filibus als neu gew\u00e4hlter LWB-Pr\u00e4sident und die auf der Vollversammlung gew\u00e4hlten neuen Ratsmitglieder in ihr Amt eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p><b><i>Weitere Erkl\u00e4rungen und Informationen zur Botschaft der Vollversammlung finden Sie unter: <\/i><\/b><b><i>www.lwfassembly.org\/de<\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Fazit der oldenburgischen Delegierten<br \/><\/b>Zu den Delegierten der Vollversammlung geh\u00f6rten auch Pfarrerin Nele Schomakers aus Delmenhorst (St. Stephanus) und Pfarrer Thomas Adomeit aus Oldenburg. Sie waren nach Namibia gereist, um die oldenburgische Kirche bei der Vollversammlung zu vertreten. <\/p>\n<p>Was nehmen Delegierte und Besucher der Zw\u00f6lften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) f\u00fcr die eigene Arbeit mit nach Hause. Zum Abschluss der Vollversammlung haben Pfarrerin Nele Schomakers und Pfarrer Thomas Adomeit ihre Eindr\u00fccke formuliert.<\/p>\n<p><b>Klarer Impuls zur Vers\u00f6hnung<br \/><\/b>Nach anf\u00e4nglichen Bef\u00fcrchtungen, die Erkl\u00e4rung des Lutherischen Weltbundes \u201ezur Vers\u00f6hnung im Zusammenhang mit dem V\u00f6lkermord in Namibia\u201c h\u00e4tte als \u201eunberechtigte Einmischung verstanden werden k\u00f6nnen\u201c, zeigte sich <b>Pfarrer Thomas Adomeit <\/b>nach der Verabschiedung der Resolution zufrieden. Adomeit hofft, dass \u201edie Resolution zur Vers\u00f6hnung zwischen Deutschen und den Herero, Nama und anderen indigenen Gruppen beitragen kann\u201c.<br \/>&nbsp;<br \/>Thomas Adomeit betonte kurz vor dem Abschluss der Vollversammlung am 17. Mai in der namibischen Hauptstadt Windhuk, \u201edass die Resolution nach meinem Eindruck und nach meinen Gespr\u00e4chen hier, nicht kontraproduktiv ist\u201c. Er lobte, dass der LWB vorsichtig formuliert habe. \u201eWir haben hier versucht, einen klaren Impuls zu geben f\u00fcr die Vers\u00f6hnung\u201c, so Adomeit. <\/p>\n<p>Beeindruckt zeigte er sich von der spirituellen Vielf\u00e4ltigkeit der Vollversammlung. Dies habe sich \u201ein den musikalischen Erfahrungen, den Farben, den Gottesdiensten und Andachten gezeigt\u201c. <\/p>\n<p><b>Den befreienden Geist sp\u00fcren<br \/>Pfarrerin Nele Schomakers <\/b>aus Delmenhorst sp\u00fcrt \u201eeine tiefe Dankbarkeit, Teil dieser weltweiten lutherischen Gemeinschaft zu sein, im Arbeiten und Beten\u201c. Die Pastorin zog zum Abschluss der LWB-Vollversammlung eine durchweg positive Bilanz. \u201eDen Geist der Verbundenheit, den ich hier sp\u00fcre, nehme ich mit und ich hoffe, dass ich ihn weitertragen kann\u201c, betonte sie.<\/p>\n<p>Besonders hat die junge Theologin Anst\u00f6\u00dfe aus Gespr\u00e4chen unter dem Motto \u201eSch\u00f6pfung \u2013 nicht f\u00fcr Geld zu haben\u201c aufgenommen. Zu dem Thema&nbsp; gab es auch einen von drei Grundsatzvortr\u00e4gen, der sie ebenfalls ermutigt hat, das von der oldenburgischen Kirche angesto\u00dfene Projekt \u201eZukunft einkaufen\u201c sowohl \u201eals Gemeinde und im Pers\u00f6nlichen zu \u00fcbernehmen\u201c. Schomakers nimmt auch einen Perspektivwechsel mit. Nicht beim Negativen stehenbleiben, sondern fragen, \u201ewas wir besser machen k\u00f6nnen\u201c, sagt sie. Das fange im Kleinen an und ziehe dann Kreise. Was sie daheim auch zum Ausdruck bringen will, \u201eist das Gef\u00fchl, stolz darauf sein zu k\u00f6nnen, Lutheranerin zu sein und den befreienden Geist zu sp\u00fcren\u201c. <\/p>\n<p><b>Bewegende Feier zum Reformationsjubil\u00e4um im namibischen Windhuk<br \/><\/b>\u201eEin feste Burg ist unser Gott\u201c, spielt der Posaunenchor, als das Kreuz ins Sam-Nujoma-Stadion im Windhuker Township Katutura getragen wird. Unter der glei\u00dfenden Sonne Namibias haben sich mehrere tausend Menschen versammelt, um gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. Da ist die Pfarrrerin aus Malawi, die in einem \u00fcber und \u00fcber mit Lutherrosen bedruckten Kleid lautstark mitsingt, als der namibische Chor das \u201eEsimanoly Kalunga\u201c, das Gloria auf Oshiwambo, anstimmt. Da ist die Bisch\u00f6fin aus Island, die zum schwarzen Minikleid ein Collar, den wei\u00dfen Priesterkragen, tr\u00e4gt. Und da sind Nele Schomakers und Thomas Adomeit, die Delegierten der oldenburgischen Landeskirche bei der Vollversammlung des LWB. <\/p>\n<p>Unter einer gro\u00dfen Zeltplane haben sie auf schwarzen Plastikst\u00fchlen Platz genommen, um das Reformationsjubil\u00e4um mitzufeiern. Eine Helferin teilt Wasserflaschen aus, aus einem Karton wird den Delegierten ein K\u00e4sebrot gereicht. Vier Stunden dauert der Gottesdienst im Sam-Nujoma-Stadion, da tut eine St\u00e4rkung gut. \u201eSchon die Herfahrt war ja spannend\u201c, sagt Nele Schomakers. Weil der namibische Staatspr\u00e4sident Hage Geingob das Stadion besuchte, wurden die Delegierten an ihrem Hotel durchsucht. \u201eIch bin zum ersten Mal in meinem Leben mit Polizeieskorte in den Gottesdienst gefahren.\u201c<\/p>\n<p>Im Gottesdienst predigt der ehemalige namibische Bischof und heutige Minister f\u00fcr Armutsbek\u00e4mpfung Dr. Zephania Kameeta. \u201eWir treffen uns heute in einer schwierigen, unvorhersagbaren und gef\u00e4hrlichen Zeit der Menschheitsgeschichte\u201c, sagte Kameeta. \u201eWir f\u00fcrchten, dass ein dritter Weltkrieg jederzeit ausbrechen k\u00f6nnte.\u201c Die Menschen br\u00e4uchten heute, dass \u201eGott durch seine Gnade alle unsere Frevel tilgt und in unserer Welt reine Herzen voll Liebe, Gerechtigkeit und Frieden\u201c schaffe.<\/p>\n<p>Einst war es der LWB, der die namibische Befreiungsbewegung SWAPO ma\u00dfgeblich in ihrem Kampf gegen die Apartheid und f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit Namibias unterst\u00fctzte. Und auch Kameeta berichtet in seiner Predigt vom Schicksal afrikanischer Kirchenleiter berichtet, die wegen ihres Kampfes gegen die Apartheid deportiert wurden. \u201eAber Gottes Gnade konnte nicht deportiert werden\u201c, sagt Kameeta. \u201eRassismus, Tribalismus, das Kastenwesen, das sind S\u00fcnden.\u201c<\/p>\n<p>Bei den oldenburgischen Delegierten st\u00f6\u00dft die Predigt des Namibiers nicht auf ungeteilte Zustimmung. \u201eDas war meiner Meinung nach eher eine politische Rede, und keine Predigt\u201c, so Schomakers. \u201eDa habe ich anderes erwartet.\u201c Thomas Adomeit indes sieht das anders: \u201eMich hat der Gottesdienst an vielen Stellen angesprochen \u2013 die Mischung aus Kinderchor, Orchester, die farbenfrohe Buntheit im Stadion \u2013 aber auch die Predigt, auch als Predigt.\u201c Was mit den Fragen zusammenhing, die der afrikanische Bischof zum Ende seiner Predigt stellte: \u201eNamibia ist befreit, von was wollt Ihr befreit werden? Europa ist befreit, von was wollt Ihr befreit werden? \u2013 Da hat Kameeta gefragt, was wir eigentlich damit meinen, wenn wir davon sprechen, befreit zu werden\u201c, sagte Adomeit. \u201eDas sind n\u00e4mlich teilweise unsere eigene Enge und unsere eigenen Zw\u00e4nge, die uns daran hindern, frei zu sein. Das fand ich ganz gro\u00dfartig.\u201c Dieser Akzent sei schon ein St\u00fcck der Schlussbotschaft der Vollversammlung gewesen.<\/p>\n<p>Hier finden Sie weitere Informationen zur Zw\u00f6lften LWB-Vollversammlung. www.lwfassembly.org\/de<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem feierlichen Gottesdienst ist am Dienstagabend die Zw\u00f6lfte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in der namibischen Hauptstadt Windhuk zu Ende gegangen. Die siebent\u00e4gige Tagung vom 10. bis 16. Mai stand unter dem Motto \u201eBefreit durch Gottes Gnade\u201c. Zum Programm geh\u00f6rten Referate zu den Themen \u201eSch\u00f6pfung \u2013 f\u00fcr Geld nicht zu haben\u201c, \u201eMenschen \u2013 f\u00fcr Geld nicht zu haben\u201c und \u201eErl\u00f6sung \u2013 f\u00fcr Geld nicht zu haben\u201c. 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