{"id":6747,"date":"2017-05-22T17:27:00","date_gmt":"2017-05-22T15:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/organe-spenden\/"},"modified":"2017-05-22T17:27:00","modified_gmt":"2017-05-22T15:27:00","slug":"organe-spenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/organe-spenden\/","title":{"rendered":"Organe spenden?"},"content":{"rendered":"<p>Organspende, ja oder nein, das Thema bewegt viele Menschen. Dass jede Entscheidung zu respektieren ist, war eine der Aussagen am Freitagnachmittag, 19 Mai, im Haus der Stiftung Hospizdienst Oldenburg.<br \/>\nEmotional, sensibel und nachhaltig wirkte die Kooperationsveranstaltung \u201eOrgane spenden?\u201c auf fast 40 Interessierte. Eingeladen hatten die Ev. Frauenarbeit, Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Stiftung Hospizdienst Oldenburg und die Akademie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. <\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch Renate Lohmann, Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes, stand das Thema \u201eOrgane spenden\u201c vier Stunden lang im Mittelpunkt der Gespr\u00e4che. \u201eWichtig sind Informationen und sich dann ohne Druck zu entscheiden\u201c, stimmte Dr. Andrea Schrimm-Heins, Leiterin der Evangelischen Frauenarbeit, Frauenbildungsreferentin, auf das Thema ein. Es sei eine \u201etolle Aktion\u201c der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), das komplexe Thema aufzugreifen. \u201eEs geht um grundlegende Werte unserer Gesellschaft und das Selbstverst\u00e4ndnis, was Menschsein ausmacht.&quot; <\/p>\n<p>F\u00fcr Frauke Josuweit \u201eein hochemotionales Thema, es geht um Leben und Sterben.\u201c Die Pressereferentin der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), Hannover, stellte die Auseinandersetzung mit dem Thema seit dem Gesetz der Entscheidungsl\u00f6sung der Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung (BZgA) aus dem Jahr 2012 vor. <\/p>\n<p>Die EFiD wirbt in der Kampagne: \u201eOrganspende-entscheide-ich.de\u201c, f\u00fcr einen \u201eanderen Organspende-Ausweis\u201c. Ein Positionspapier stellt seit November 2013 ausf\u00fchrliche Informationen der ergebnisoffenen Diskussionen zur Verf\u00fcgung. (www.evangelischefrauen-deutschland.de)<\/p>\n<p>\u201eIn der \u00f6ffentlichen Diskussion geht es haupts\u00e4chlich um die Organspende, die Leben retten kann. Im anderen Spenderausweis geht es aber um zwei Spenden, um Organ- und um Gewebespende. Die Voraussetzungen f\u00fcr diese beiden Spendearten unterscheiden sich deutlich, sie sollten daher nicht vermischt werden\u201c, wiederholt Josuweit die Aussage der Bisch\u00f6fin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann.<\/p>\n<p>Der andere Organspende-Ausweis der Evangelischen Frauen unterscheide zwischen Hirntod als Voraussetzung der Organspende und Tod als Voraussetzung der Gewebespende. Zwischen Hirntod und Tod gelte es genau zu unterscheiden. Die EFiD spricht sich zudem f\u00fcr eine Vollnarkose bei der Entnahme von Organen aus. Die Frage, ab wann ein Mensch tot sei, ob der \u00dcbergang vom Leben zu Tod klar bestimmt werden k\u00f6nne, bewegt die Menschen, daher z\u00f6gern viele, einen Organspende-Ausweis auszuf\u00fcllen. <\/p>\n<p>Als Referent geladen war auch der Neurochirurg Prof. Dr. med. Andreas Zieger. Er beantwortete Fragen aus beziehungsmedizinischer Sicht. Der Experte f\u00fcr Fragen des Hirntods besch\u00e4ftigt sich seit 1988 mit Patienten im Koma\/Wachkoma und deren Angeh\u00f6rigen. Er ist Bef\u00fcrworter der engen Zustimmungsl\u00f6sung.<\/p>\n<p>\u201eDer Mensch ist mehr als nur Organe &#8211; eine leib-seelisch-soziale Einheit\u201c, sagte Prof. Zieger. Der Mensch sei ein soziales Wesen mit einem Gehirn als soziales Organ. \u201eDer Hirntod ist nicht der Tod des Menschen\u201c, der Experte erkl\u00e4rte die Zeichen f\u00fcr \u201elebendig sein\u201c, Kriterien von Leben, demgegen\u00fcber auch die Zeichen f\u00fcr \u201etod sein\u201c. Die Besuchenden h\u00f6rten \u00fcber das Sterben als Prozess des Lebens, erfuhren mehr \u00fcber den Herztod und Hirntod, die gesetzliche Bestimmungen und viele Einzelheiten \u00fcber Lebenszeichen von Hirntoten und Herz-Kreislauftod. <\/p>\n<p>Prof. Zieger erw\u00e4hnte auch die Probleme und Belastung von Angeh\u00f6rigen. Er kritisierte den Druck der Medien und \u00d6ffentlichkeit, sich zu entscheiden. \u201eMenschen sterben nicht an fehlenden Organen, sondern an ihrer Grunderkrankung. Das ist ein gro\u00dfer Unterschied\u201c, zitierte er Prof. Dr. Giovanni Maio. (Maio 2012)<br \/>\nProf. Zieger findet, dass Angeh\u00f6rige nicht genug vorbereitet und informiert seien. Die Frage der Sterbebegleitung im OP-Saal sei f\u00fcr ihn elementar und habe Einfluss auch auf Angeh\u00f6rige.<\/p>\n<p>Gegen eine Begleitung im OP sprach sich Pastorin Evelyn Freitag aus. F\u00fcr die Krankenhaus-Seelsorgerin (Klinikum Oldenburg) ist bereits der Aufenthalt auf der Intensivstation eine gro\u00dfe Herausforderung und H\u00fcrde f\u00fcr die nahen Angeh\u00f6rigen. Sie pl\u00e4dierte f\u00fcr Kommunikation und eine schriftliche oder m\u00fcndliche Regelung. Die Pastorin stellte die Bandbreite ihrer seelsorgerischen Arbeit vor. Bei pl\u00f6tzlichem Hirntod stehe sie vor der Aufgabe in begrenzter Zeit eine Entscheidung zu begleiten. F\u00fcr sie ist es wichtig, dass Angeh\u00f6rige sich anders, als evtl. festgelegt entscheiden k\u00f6nnen. Diese Ankreuz-M\u00f6glichkeit biete der andere Organspende-Ausweis. <\/p>\n<p>In drei Gruppen diskutierten die Besuchenden Fragen und ihre Gedanken, die in der Schlussrunde, moderiert von Andrea G\u00e4rtig, Diakonin und Referentin f\u00fcr gemeindebezogene Frauenarbeit, zusammengetragen wurden. Prof. Zieger sieht die Gesetzgebung in Deutschland \u201egut reguliert\u201c, verglichen mit anderen L\u00e4ndern \u201eam besten\u201c. Die Freiheit, sich entscheiden zu k\u00f6nnen, ist ein extrem hohes Gut.\u201c <br \/>&nbsp;<br \/><i>Ein Beitrag von B\u00e4rbel Romey.<\/i><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Organspende, ja oder nein, das Thema bewegt viele Menschen. Dass jede Entscheidung zu respektieren ist, war eine der Aussagen am Freitagnachmittag, 19 Mai, im Haus der Stiftung Hospizdienst Oldenburg. Emotional, sensibel und nachhaltig wirkte die Kooperationsveranstaltung \u201eOrgane spenden?\u201c auf fast 40 Interessierte. Eingeladen hatten die Ev. Frauenarbeit, Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Stiftung Hospizdienst Oldenburg und die Akademie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. 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