{"id":6901,"date":"2017-06-10T13:50:00","date_gmt":"2017-06-10T11:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/siebente-tagung-der-48-synode-der-oldenburgischen-kirche\/"},"modified":"2017-06-10T13:50:00","modified_gmt":"2017-06-10T11:50:00","slug":"siebente-tagung-der-48-synode-der-oldenburgischen-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/siebente-tagung-der-48-synode-der-oldenburgischen-kirche\/","title":{"rendered":"Siebente Tagung der 48. Synode der oldenburgischen Kirche"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: bold\">Alle Handlungsfelder werden einer Aufgaben- und Ausgabenkritik unterzogen<br \/><\/span>Die Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg haben auf ihrer Tagung vom 8. bis 10. Juni im Ev. Jugendheim Blockhaus Ahlhorn nach eingehender und kontroverser Debatte beschlossen, alle Handlungsfelder der oldenburgischen Kirche einer Aufgaben- und Ausgabenkritik zu unterziehen, da nur durch die Gesamtschau eine inhaltliche Abw\u00e4gung und Beurteilung durch die Synode m\u00f6glich sei. Weiterhin beauftragte die Synode den Oberkirchenrat, das System der Zuweisungen an Kirchengemeinden und Kirchenkreise weiter zu \u00fcberpr\u00fcfen auch hinsichtlich der Teilhabe an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Dar\u00fcber hinaus soll eine konzeptionelle Neuausrichtung des Bauwesens entwickelt und das Liegenschaftsmanagement weiter professionalisiert werden. <\/p>\n<p>Mit Blick auf den Prozess der Priorit\u00e4tensetzung in der oldenburgischen Kirche betonte der Vorsitzende des Finanz- und Personalausschusses, Manfred Pfaus, dass es zentrale Aufgabe sei, Kosten und Ertr\u00e4ge wieder in \u00dcbereinstimmung zu bringen. \u201eEs ist ein schwieriger Prozess zu kl\u00e4ren, an welchen Stellen wir verantwortlich ver\u00e4ndernd eingreifen k\u00f6nnen. Es wird eine l\u00e4ngere Zeit brauchen, bis wir zu einem ausgeglichenen Haushalt kommen. Dazu m\u00fcssen wir konkrete Beschl\u00fcsse fassen, zu dem was uns wichtig ist, darum werden wir in den kommenden Synodentagungen noch kr\u00e4ftig ringen.<\/p>\n<p>Die Synodalen beschlossen weiterhin, dass auf Grundlage der im Werkstattbericht des Kollegiums zur Priorit\u00e4tensetzung genannten Koordinaten ein Rahmenpfarrstellenplan auf der Basis der vorgelegten Personalzahlen bis 2030 erarbeitet und der Synode vorgelegt werden soll. Mit der Erarbeitung des Rahmenpfarrstellenplans wurde das Dezernat I beauftragt unter Beteiligung der Synode, der Pfarrervertretung und der Kirchenkreise. Der Entwurf soll in allen Synodalaussch\u00fcssen beraten und der Synode zur Fr\u00fchjahrstagung 2018 zur Beschlussfassung vorgelegt werden.<\/p>\n<p>Die Synodalen beauftragten den Synodalausschuss f\u00fcr theologische und liturgische Fragen, Sch\u00f6pfungsverantwortung, Mission und \u00d6kumene, unter theologischen Gesichtspunkten Fragen nach einem zuk\u00fcnftigen Kirchenbild und Priorit\u00e4tensetzung auszuloten und dem Gemeinsamen Kirchenausschuss etwaige Denkanregungen zur Einarbeitung zur Verf\u00fcgung zu stellen. <\/p>\n<p>Mit Blick auf die Vorschl\u00e4ge der Steuerungsgruppe \u201eOldenburger Ortsbestimmung 2.0\u201c f\u00fcr den Bereich Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beschloss die Synode, dass es das Ziel dieses Prozesses sei, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Gemeinden und Kirchenkreisen zu st\u00e4rken und weiterzuentwickeln. Dazu bed\u00fcrfe es einer ausgewogenen Struktur zwischen den Ebenen Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Gesamtkirche. Hierzu soll der Kreisjugendausschuss (KJA) gest\u00e4rkt werden. Er soll die inhaltlich-strategische Leitung des Kreisjugenddienstes aus\u00fcben und in sich die verschiedenen Ebenen der oldenburgischen Kirche vereinen. Weiterhin soll die Steuerungsgruppe ihre Beschlussvorschl\u00e4ge so bald wie m\u00f6glich in Regionalkonferenzen \/ Kreissynoden vorstellen. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Nieders\u00e4chsischer Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil besuchte Synodentagung<br \/><\/span>\u201eZun\u00e4chst m\u00f6chte ich einmal Danke sagen\u201c, betonte der nieders\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil in seinem Gru\u00dfwort an die Synodalen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg am Freitagvormittag, 9. Juni, im Ev. Jugendheim Blockhaus Ahlhorn. Niedersachsen sei ein Land, das in hohem Ma\u00dfe von den Kirchen gepr\u00e4gt wurde und wird. \u201eWas h\u00e4lt unser Land zusammen? Da f\u00e4llt mir sehr schnell die kirchlichen Aktivit\u00e4ten ein\u201c, so Stephan Weil. Als Beispiel nannte er den Herbst 2015, als der Staat hoffnungslos \u00fcberfordert gewesen sei mit dem Fl\u00fcchtlingszustrom. \u201eIch bin zutiefst dankbar daf\u00fcr, dass viele tausende Menschen parat waren und bereit waren, mitzuhelfen. Auch sehr viele evangelische Christen haben damals ihren Teil dazu beigetragen. Das habe ich nicht vergessen.\u201c <\/p>\n<p>Wie in einem Brennglas spiegele sich darin das Verh\u00e4ltnis zwischen Staat und Kirche. Der Staat gew\u00e4hre Glaubensfreiheit; dies bedeute aber nicht, dass Staat und Kirche sich beziehungslos gegen\u00fcberst\u00fcnden, ganz im Gegenteil. Beide h\u00e4tten eine gemeinsame Wertebasis. So basierten die Postulate des Grundgesetzes \u2013 die Unantastbarkeit der W\u00fcrde des Menschen, die Freiheit des Einzelnen, aber gleichzeitig die Bindung an die Gesellschaft \u2013 auf dem christlichen Menschenbild, wie es die Bibel beschreibe. <\/p>\n<p>Der Staat sei f\u00fcr sein Funktionieren auf Verb\u00fcndete in der Gesellschaft angewiesen, denn er k\u00f6nne zwar Gesetze erlassen, dem Einzelnen sein Verhalten aber nicht vorschreiben. \u201eDaf\u00fcr ist das Verh\u00e4ltnis von Kirche und Staat beispielhaft, ich halte es f\u00fcr eine der S\u00e4ulen, auf denen unsere Gesellschaft steht\u201c, so der Ministerpr\u00e4sident. Die Kirchen seien \u2013 weit \u00fcber die eigenen Mitglieder hinaus \u2013 nach wie vor Orientierungspunkte, die Menschen vertrauten ihnen bei der Frage danach, was gut und was richtig sei. Damit komme ihnen eine wichtige Rolle zu angesichts der tiefen Verunsicherung, die Globalisierung und Digitalisierung in unserer Gesellschaft ausgel\u00f6st h\u00e4tten. \u201eWenn wir die Herausforderungen der n\u00e4chsten Jahre bestehen wollen, brauchen wir Orientierung und Zusammenhalt. Ich m\u00f6chte den Kirchen zurufen: Ihr seid der Kitt der Gesellschaft, auch an Euch wird es liegen, dass dieses gelingt\u201c, sagte Stephan Weil. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Schwerpunktthema: \u201eBildungshandeln der Kirche \u2013 evangelische Bildung\u201c <br \/><\/span>\u201eBildung\u201c \u2013 dieses Thema hatte die Synode bei ihrer Fr\u00fchjahrstagung im vergangenen Jahr zum Jahresthema 2017 bestimmt, mit der Vorgabe, dass auch die reformatorischen Glaubensinhalte als Bedingung des ev. Bildungsauftrags ber\u00fccksichtigt werden sollten. Der Fokus richtete sich nicht auf einzelne Einrichtungen, sondern st\u00e4rker auf Querschnittsthemen bzw. Bereiche ev. Bildungshandelns. Beim Themennachmittag ging es daher weniger um eine Leistungsschau, sondern vielmehr um die M\u00f6glichkeit des Diskurses auf fachlich-thematischer Ebene. <\/p>\n<p>Im Rahmen des Themennachmittags gab es folgende Workshops: \u201eWas habe ich davon\u201c \u2013 Ehrenamtskultur; Kinder- und Jugendarbeit \u2013 Teilhabe und digitale Medien; \u201eWer ist eigentlich Gott?\u201c \u2013 Der evangelische Religionsunterricht; Bildung in den ersten Lebensjahren; Bildungsangebote in einer Kirchengemeinde \u2013 Musik sowie Ev. Akademie und Ev. Bildungshaus Rastede.<\/p>\n<p>In seinem Referat zum Thema \u201eUm des Menschen willen. Das Recht auf Bildung in Freiheit und Verantwortung.\u201c benannte Dr. J\u00f6rg Matzen, Vorsitzender des Nieders\u00e4chsischen Landesverbandes der Heimvolkshochschulen, wesentliche Herausforderungen, denen sich evangelisches Bildungshandeln in unserer Gesellschaft gegenw\u00e4rtig zu stellen habe. Bildung sei immer auch auf Gemeinschaft bezogen und bef\u00e4hige zur \u00dcbernahme von Verantwortung f\u00fcr sich selbst und f\u00fcr andere. Es sei ein Gebot der Gerechtigkeit, dass niemand von der F\u00f6rderung seiner Talente und Gaben ausgeschlossen werden d\u00fcrfe. Das m\u00fcsse als Bef\u00e4higungsgerechtigkeit und im politischen Diskurs als Bildungsgerechtigkeit verstanden werden. Bildung solle Menschen dazu bef\u00e4higen, Subjekt ihrer eigenen Lebensgeschichte zu werden, indem sie ihre Begabungen zum Zuge bringen.<\/p>\n<p>Es sein eine der gro\u00dfen Aufgaben der Zivilgesellschaft, der Kirchen und der Bildungsinstitutionen, dazu beizutragen, die inneren Regulierungskr\u00e4fte, die \u201emoralische Substanz\u201c des Einzelnen zu f\u00f6rdern und zu st\u00e4rken. \u201eDas gelinge umso besser, je mehr wir es schaffen, Demokratie als \u201aLebensform\u2018 erfahrbar werden zu lassen, im echten Dialog miteinander zu sein und Erfahrungsr\u00e4ume zu gestalten, in denen die Anerkennung der W\u00fcrde des anderen, die Einzigartigkeit des von Gott geliebten Gesch\u00f6pfes, nicht blo\u00df als Gebot gelehrt, sondern als innere Bereicherung und Verpflichtung erlebt wird\u201c, so J\u00f6rg Matzen.<\/p>\n<p>Kirche stehe mittendrin in der Gesellschaft und vor deren Herausforderungen und Konflikten. Deshalb w\u00fcnsche er sich, dass Bildung noch st\u00e4rker im Zentrum kirchlichen Handelns positioniert werde und Kirche sich noch vernehmbarer in den \u00f6ffentlichen Diskurs um Bildungsgerechtigkeit und gute Bildung einbringe, betonte Matzen. Manches k\u00f6nne und m\u00fcsse die Kirche nicht in alleiniger Verantwortung schultern. Es gebe produktive B\u00fcndnisse, die in verschiedenen Sprachen unter dem gleichen Wertehimmel um des Menschen willen f\u00fcr gute Bildung sorgen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung der kirchlichen Arbeit <br \/><\/span>Mit Blick auf das Jahresthema der Synodentagung \u201eBildungshandeln der Kirche \u2013 evangelische Bildung\u201c betonte Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen, dass der Besuch des nieders\u00e4chsischen Ministerpr\u00e4sidenten Stephan Weil die gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung der kirchlichen Arbeit und vor allem der kirchlichen Mitarbeitenden zeige. Es sei ein \u201esch\u00f6nes Signal des Ministerpr\u00e4sidenten\u201c an die Synode und an die kirchlichen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die ihren Dienst in Kirche und Gesellschaft tun.<\/p>\n<p>Bischof Jan Janssen sagte, dass Bildung immer auch eine Schnittmenge von Kirche und Gesellschaft sei. Das Referat von Herrn Matzen und das Gru\u00dfwort des Ministerpr\u00e4sidenten h\u00e4tten gezeigt, dass Bildung ein \u201e\u00dcbergangsfeld\u201c sei, \u201edas beschreibt, was von uns erwartet wird und in dem unsere Aktivit\u00e4ten auch gew\u00fcrdigt werden.\u201c Der Ministerpr\u00e4sident habe ein \u201eLoblied auf das subsidi\u00e4re Prinzip gesungen\u201c. Es habe Kirche als unabh\u00e4ngiges Gegen\u00fcber wahrgenommen und die gemeinsamen Aufgaben betont und eine Schnittmenge im Menschenbild beschrieben.<\/p>\n<p>Die rund 60 Synodalen sowie G\u00e4ste und Mitarbeitende der oldenburgischen Kirche tagten von Donnerstag, 8. Juni, bis Samstag, 10. Juni, im Ev. Jugendheim Blockhaus Ahlhorn. Auf der Tagesordnung der Synodentagung standen der Bericht der Arbeitsgruppe zu Fl\u00fcchtlingsfragen, die Beratungen zu verschiedenen Kirchengesetzen, die Berichte aus den Synodalaussch\u00fcssen sowie weitere Berichte.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Weitere Informationen und Beschl\u00fcsse sowie Fotos zur Synodentagung finden Sie unter: www.kirche-oldenburg.de\/kirche-gemeinden\/synode\/748-synode.html <\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle Handlungsfelder werden einer Aufgaben- und Ausgabenkritik unterzogenDie Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg haben auf ihrer Tagung vom 8. bis 10. Juni im Ev. 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