{"id":7512,"date":"2017-07-06T00:01:00","date_gmt":"2017-07-05T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/oekumene-festakt-lutheraner-und-reformierte-ruecken-enger-zusammen\/"},"modified":"2017-07-06T00:01:00","modified_gmt":"2017-07-05T22:01:00","slug":"oekumene-festakt-lutheraner-und-reformierte-ruecken-enger-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/oekumene-festakt-lutheraner-und-reformierte-ruecken-enger-zusammen\/","title":{"rendered":"\u00d6kumene-Festakt: Lutheraner und Reformierte r\u00fccken enger zusammen"},"content":{"rendered":"<p>Wittenberg\/Hannover (epd). \u00d6kumene auf Weltebene: Die gro\u00dfen Kirchenb\u00fcnde von Lutheranern und Reformierten haben in Wittenberg ihre Verbundenheit bekr\u00e4ftigt. Bei einem \u00f6kumenischen Festgottesdienst in der Lutherstadt trat die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen am Mittwoch der \u00abGemeinsamen Erkl\u00e4rung zur Rechtfertigungslehre\u00bb bei. Zusammen mit dem Lutherischen Weltbund unterzeichnete sie zudem in der Stadtkirche ein \u00abWittenberger Zeugnis\u00bb. An der feierlichen Zeremonie nahmen hohe Vertreter aus dem Vatikan, den Freikirchen und der weltweiten Christenheit teil.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen repr\u00e4sentiert rund 80 Millionen Protestanten aus der Tradition der Schweizer Reformatoren Ulrich Zwingli (1484-1531) und Johannes Calvin (1509-1564). Dem Lutherischen Weltbund (LWB) geh\u00f6ren \u00fcber 74 Millionen Christen an. F\u00fcr die Reformierten war der Festakt ein H\u00f6hepunkt ihrer rund zehnt\u00e4gigen 26. Generalversammlung in Leipzig. Die Generalversammlung tagt nur alle sieben Jahre, zuletzt 2010 im US-amerikanischen Grand Rapids. Das Treffen der Reformierten ist im Gedenksommer an das 500. Reformationsjubil\u00e4um die gr\u00f6\u00dfte evangelische Kirchentagung. Die Gesch\u00e4ftsstelle der Weltgemeinschaft hat ihren Sitz in Hannover.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Der \u00f6kumenische Festakt in Wittenberg sei \u00abein historischer Moment\u00bb, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. 500 Jahre nachdem der M\u00f6nch Martin Luther in Wittenberg die Reformationsbewegung und damit die Spaltung der abendl\u00e4ndischen Christenheit angesto\u00dfen habe, h\u00e4tten die Christen verstanden, dass sie sich nicht mit dieser Trennung abfinden m\u00fcssen. \u00abIn dieser Welt, die uneins ist, setzen wir ein Zeichen \u00f6kumenischer Einheit\u00bb, sagte Bedford-Strohm in Wittenberg vor den rund tausend G\u00e4sten der Tagung.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Lutheraner und Reformierte verpflichten sich in dem \u00abWittenberger Zeugnis\u00bb unter anderem zu einem gr\u00f6\u00dferen Einsatz f\u00fcr eine gerechte und friedliche Welt. LWB-Generalsekret\u00e4r Martin Junge unterschrieb f\u00fcr die weltweite lutherische Gemeinschaft von 145 Kirchen. Generalsekret\u00e4r Chris Ferguson f\u00fcr die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK), die mehr als 225 Kirchen zu ihren Mitgliedern z\u00e4hlt. Das \u00abWittenberger Zeugnis\u00bb ist das Ergebnis von jahrzehntelangem theologischen Dialog, erkl\u00e4rte der reformierte Weltbund.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Die \u00abGemeinsame Erkl\u00e4rung zur Rechtfertigungslehre\u00bb gilt als Meilenstein der christlichen \u00d6kumene, in der sich Katholiken und Lutheraner am Reformationstag 1999 darauf einigen konnten, dass sie das Verst\u00e4ndnis der Rechtfertigung aus Gottes Gnade durch den Glauben an Christus teilen. Sp\u00e4ter stimmten auch Methodisten und Anglikaner der Erkl\u00e4rung zu.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Die Auslegung der Rechtfertigungslehre durch Martin Luther war einer der Ausl\u00f6ser der Kirchenspaltung im 16. Jahrhundert. Bei dem Streit ging es um die Frage, wie das durch S\u00fcnde gest\u00f6rte Verh\u00e4ltnis zwischen Mensch und Gott wieder in Ordnung kommt. Luther (1483-1546) hatte die seinerzeit herrschende Auffassung, der Mensch k\u00f6nne durch religi\u00f6se Leistungen wie Beten, Fasten und Ablass zahlen sein Verh\u00e4ltnis zu Gott in Ordnung bringen, radikal infrage gestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Neben dem EKD-Ratsvorsitzenden und den Generalsekret\u00e4ren nahmen auch der Pr\u00e4sident der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, Jerry Pillay (S\u00fcdafrika), Bischof Brian Farrell, Sekret\u00e4r der P\u00e4pstlichen Rats f\u00fcr die Einheit der Christen, und Jong Chun Park (S\u00fcdkorea), Pr\u00e4sident des Weltrats Methodistischer Kirchen, an der Zeremonie teil.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">epd <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Stichwort: Rechtfertigungslehre<\/span><br \/>\nMartin Luthers Lehre von der Rechtfertigung des \u00abs\u00fcndigen\u00bb Menschen vor Gott wurde vor fast 500 Jahren zum theologischen Ausgangspunkt der Kirchenspaltung in Europa. Die Kernthese der Reformation, dass der Mensch sein Heil allein aus g\u00f6ttlicher Gnade gewinnen kann und nicht aufgrund eigener Verdienste, steht bis heute im Zentrum protestantischer Verk\u00fcndigung.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Luther (1483-1546) hatte die seinerzeit herrschende Auffassung, der Mensch k\u00f6nne durch religi\u00f6se Leistungen wie Beten, Fasten und Ablass zahlen sein Verh\u00e4ltnis zu Gott in Ordnung bringen, radikal infrage gestellt. Er berief sich dabei auf den Apostel Paulus, der im R\u00f6merbrief schrieb, der Mensch werde nicht durch eigene \u00abWerke\u00bb, sondern allein durch \u00abGlauben\u00bb gerecht. Eigenes Handeln, Verm\u00f6gen und Leistung sind demnach f\u00fcr den Wert eines Menschen nicht entscheidend.<br \/>Auch der Glaube sei keine menschliche Leistung, betonen Theologen, sondern werde von Gott geschenkt.<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; Im Konzil von Trient (1545 bis 1563) verwarf die katholische Kirche die aus ihrer Sicht \u00abirrige Lehre von der Rechtfertigung\u00bb. Gute Werke und Leistungen, etwa Teilnahme an Gottesdienst, Wallfahrt, Beichte oder Abendmahl, tr\u00fcgen durchaus zum Seelenheil bei, hie\u00df es. Die Rechtfertigungslehre bildete seit dem Konzil ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen evangelischer und katholischer Kirche. Eine Ann\u00e4herung erfolgte erst Ende des 20. Jahrhunderts. Nach rund 30-j\u00e4hrigem Dialog hoben Lutheraner und Katholiken 1999 in einer Gemeinsamen Erkl\u00e4rung ihrer fr\u00fcheren gegenseitigen Lehrverurteilungen auf.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">epd<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wittenberg\/Hannover (epd). \u00d6kumene auf Weltebene: Die gro\u00dfen Kirchenb\u00fcnde von Lutheranern und Reformierten haben in Wittenberg ihre Verbundenheit bekr\u00e4ftigt. Bei einem \u00f6kumenischen Festgottesdienst in der Lutherstadt trat die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen am Mittwoch der \u00abGemeinsamen Erkl\u00e4rung zur Rechtfertigungslehre\u00bb bei. Zusammen mit dem Lutherischen Weltbund unterzeichnete sie zudem in der Stadtkirche ein \u00abWittenberger Zeugnis\u00bb. An der feierlichen Zeremonie nahmen hohe Vertreter aus dem Vatikan, den Freikirchen und der weltweiten Christenheit teil. &nbsp;&nbsp; Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen repr\u00e4sentiert rund 80 Millionen Protestanten aus der Tradition der Schweizer Reformatoren Ulrich Zwingli (1484-1531) und Johannes Calvin (1509-1564). 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