{"id":7624,"date":"2017-07-24T14:23:00","date_gmt":"2017-07-24T12:23:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/gottesdienstreigen-zum-reformationsjubilaeum-zu-gast-in-burhave\/"},"modified":"2017-07-24T14:23:00","modified_gmt":"2017-07-24T12:23:00","slug":"gottesdienstreigen-zum-reformationsjubilaeum-zu-gast-in-burhave","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gottesdienstreigen-zum-reformationsjubilaeum-zu-gast-in-burhave\/","title":{"rendered":"Gottesdienstreigen zum Reformationsjubil\u00e4um zu Gast in Burhave"},"content":{"rendered":"<p>Zum Reformationsjubil\u00e4um im Oldenburger Land fand am Sonntag, 23. Juli, in der St.-Petri-Kirche in Burhave ein Abendgottesdienst unter dem Motto \u201eMit unsrer Macht ist nichts getan\u201c nach dem Luther-Lied 362,2 aus dem Evangelischen Gesangsbuch statt. Bischof Jan Janssen ermutigte in seiner Predigt Christinnen und Christen im Land, sich \u00f6ffentlich in der Kirche zu engagieren. \u201eAllen Getauften kommt Mitverantwortung f\u00fcr die gro\u00dfe Sache Jesu zu, ganz gleich welchem Beruf sie nachgehen\u201c, sagte er am Sonntagabend in Burhave an der Nordseek\u00fcste. Janssen predigte im Rahmen einer Gottesdienstreihe anl\u00e4sslich des 500. Reformationsjubil\u00e4ums.<\/p>\n<p>An dem Gottesdienst wirkten neben Bischof Janssen mit: Pfarrer Klaus Braje, Kreiskantor Gebhard von Hirschhausen, die Chorleiterin Christine Dubrowsky mit dem Kirchenchor Burhave und als Lektoren Elke Battenberg und Hans-J\u00fcrgen Nemeyer. Die von Bischof Janssen konzipierte Reihe \u201eEin feste Burg \u2013 ein frischer Blick\u201c mit 17 Gottesdiensten, 17 Predigten, 17 Lutherliedern und 17 Begegnungen und Gespr\u00e4chen begann Pfingsten und wird bis zum Reformationstag Ende Oktober fortgesetzt. Bischof Janssen besucht hier vor allem die kleineren Kirchengemeinden, die \u00fcblicherweise nicht so im Rampenlicht stehen und die nun mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit r\u00fccken.<\/p>\n<p><b>\u201eUns stockt der Atem!\u201c<\/b><br \/>\nIn seiner Predigt bezog sich Bischof Jan Janssen auf das Evangelium Matth\u00e4us 10,26b-33, der dem Lutherlied \u201eEin feste Burg ist unser Gott\u201c und zwar der zweiten Strophe \u201eMit unsrer Macht ist nichts getan\u201c gegen\u00fcbergestellt war. Es seien wenig bekannte Worte Jesus an seine J\u00fcnger, die bei ihrem Aussenden und Verk\u00fcndigen durchaus nicht nur Freundliches erlebten. Da sei von Schafen unter den W\u00f6lfen oder von Tauben unter den Schlangen die Rede bis hin zur Lebensgefahr. Ein Riss gehe durch die Familien und hier klinge die aktuelle Lage der Christinnen und Christen im Mittleren Osten an. Jesus rufe zur Flucht auf. \u201eUns stockt der Atem!\u201c, so der Bischof. <\/p>\n<p>All das sei der Hintergrund f\u00fcr die leisen T\u00f6ne, die Jesus dann trotzdem gegen\u00fcber seinen Mitarbeitenden anschlage. \u201eF\u00fcrchtet euch nicht!\u201c. Dagegen sei das wohl bekannteste Lied Martin Luthers lange Zeit viel zu laut und mit Inbrunst geschrien worden: \u201eEin feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen\u201c. Luthers Lied sei viel gebraucht, aber auch missbraucht worden. Vermischt mit Siegermentalit\u00e4t habe man es antikatholisch gesungen. Die Wartburg wurde zur Trutzburg, der Papst zum Teufel. Es war nationales Triumphgeheul der Soldaten, wurde gegen Christen und Nichtchristen eingesetzt. <\/p>\n<p>Im Oldenburger Gesangbuch von 1792 verblieb Luthers Lied fast schon entschuldigend, es sei unver\u00e4ndert in der Liedersammlung aufgenommen worden als Denkmal seines hohen Mutes. Da sei es entlastend gewesen, als sich der fr\u00fchere Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck diesen Choral als Abschiedslied am Ende seiner Amtszeit w\u00fcnschte. \u201eUnd es tut gut, das Lied mit neuen T\u00f6nen anders zu be-Ton-en \u2013 im Rock-Oratorium, in Jazz-Fassungen, als Kinderlied\u201c, so Janssen.<\/p>\n<p><b>Feste Burg und frischer Blick<br \/><\/b>Bischof Janssen ging auch der Frage nach, wie tragf\u00e4hig die feste Burg heute ist und wie frisch der Blick: \u201e2017 \u2013 aus Anlass von 500 Jahren Reformation freue ich mich hier gemeinsam mit Ihnen Gottesdienst zu feiern. Ein feste Burg \u2013 eine tragf\u00e4hige Zuflucht bietet unser Gott.\u201c Helfen solle den Gl\u00e4ubigen, was Martin Luther f\u00fcr die Kirche neu entdeckt habe im neuen Nachdenken \u00fcber den Glauben, beim Bibel\u00fcbersetzen oder in seinen Worten und Liedern.<br \/>&nbsp;<br \/>\u201eTriumphal oder trutzig kann die Burg also kaum sein. Und dass es mit unserer Macht nicht so weit her ist, wissen wir bei ehrlichem Blick auf unser Werden und Wirken auch\u201c, so Janssen. Das lasse sich auch an der Geschichte der St.-Petri-Kirche in Burhave ablesen, die so oft gerade mal \u00fcberlebt habe wegen gewaltiger Sturmfluten. In diesem Jahr werde der Sturmflut vor 300 Jahren gedacht, die als verheerende Weihnachtsflut von 1717 in die Geschichtsb\u00fccher einging und mehreren tausend Menschen ebenso vielen Tieren das Leben und kostete. \u201eAllein die Tafel hier in Burhave unter der Empore benennt 142 Tote\u201c. <\/p>\n<p>In Butjadingen seien Menschen in K\u00e4mpfen mit Sachsen und Bremern, gegen Oldenburger, Welfen und Napoleon gefallen und auch nicht nur im Zweiten Weltkrieg! Denn auch heute lebten Menschen mitten in der Region, die in aktuellen Kriegen terrorisiert und traumatisiert w\u00fcrden, die Gewalt erleiden m\u00fcssten. \u201eKriege und Krankheiten m\u00f6gen Vergangenheit sein \u2013 diese Selbstverst\u00e4ndlichkeit, in der wir unsere Welt f\u00fcr machbar halten, unser Leben im Griff und Gewinn zu haben meinen \u2013 w\u00e4re Luther v\u00f6llig fremd!\u201c, erkl\u00e4rte der Bischof. Luthers Entdeckung, dass Gott zu allererst barmherzig und gn\u00e4dig mit uns sein wolle, habe gerade deshalb so befreiende Kraft, weil Luther n\u00fcchtern auch die Verlorenheit und die Machtlosigkeit der Menschen erkenne.<\/p>\n<p>Janssen bezeichnete es geradezu als Aufmunterung und Auftrag die Worte Jesu, die er einst in der Finsternis und leise verk\u00fcndete wie einst die J\u00fcnger ins Licht zu tragen und von den D\u00e4chern zu rufen und \u00fcberraschende Wege zu gehen, Mut zu zeigen, in die \u00d6ffentlichkeit auf Marktpl\u00e4tze zu gehen, dort, wo die Menschen seien. <\/p>\n<p>Janssen verwies auch auf die Taufzeremonie und nannte sie die wohl gr\u00f6\u00dfte Wiederentdeckung Martin Luthers, derer in der Reformation gedacht werde. \u201eAllen Getauften kommt Mitverantwortung f\u00fcr die gro\u00dfe Sache Jesu zu, ganz gleich welchem Beruf sie nachgehen. Das hat klare Konsequenzen f\u00fcr das Leben der Kirche, besonders f\u00fcr die Mitwirkung der Frauen, ohne die keine Reformation unserer Kirche auch nur denkbar w\u00e4re\u201c, so Janssen.<\/p>\n<p><b>Zweifach Geburtstage<\/b><br \/>Gleich zwei Geburtstage galt es am Sonntag im Rahmen des Gottesdienstes in der gut gef\u00fcllten St.-Petri-Kirche in Burhave zu feiern. Zum einen beging der langj\u00e4hrige Pastor Klaus Braje seinen 59. Geburtstag, weshalb ihm Bischof Janssen und die Gemeinde ein herzliches \u201eViel Gl\u00fcck und viel Segen\u201c anstimmten. Noch bemerkenswerter war jedoch die Tatsache, dass exakt am gleichen Tag auch die St.-Petri-Kirche ihren Geburtstag feiert, jedes Jahr auf&#8217;s Neue zusammen mit ihrem Pastor Braje. Die Kirche wurde am 23. Juli 1880 nach dreij\u00e4hriger Bauzeit eingeweiht. <\/p>\n<p>Da der voranschreitende Neubau erheblich von den Pl\u00e4nen des Architekten Lutz aus Osnabr\u00fcck abwich, wollte die Gemeinde eine Besichtigung vornehmen, die jedoch energisch verweigert wurde. Der damalige Pastor notierte dazu: \u201e\u2026 verwehrte uns Unternehmer Wrede mit geladenem Revolver den Eintritt in die Kirche.\u201c Eine richtige R\u00e4uberpistole also. Die Vorl\u00e4ufer der heutigen Kirche gehen zur\u00fcck ins 13. Jahrhundert, wo erste Belege auf eine Sandsteinkirche hinweisen, die zum Schutz vor den Nordseefluten auf einer acht Meter hohen Wurt erbaut wurde. <\/p>\n<p>Pastor Braje wird im September sein 30-j\u00e4hriges Dienstjubil\u00e4um in der St.-Petri-Kirche feiern. Am Sonntag gab es f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen schon mal salzige Kekse in Fischform und s\u00fc\u00dfe Kekse in Kirchenform und dazu ein \u201eReformationsgebr\u00e4u\u201c aus Rosenfeld in Baden-W\u00fcrttemberg. <\/p>\n<p><i>Ein Beitrag von Beatrix Schulte.<\/i><\/p>\n<p>Weitere Informationen zur Gottesdienstreihe mit Bischof Jan Janssen zum Reformationsjubil\u00e4um finden Sie im Format PDF unter: www.kirche-oldenburg.de\/fileadmin\/Redakteure\/PDF\/PDFs_2017\/17-Events-PDF-www.pdf &nbsp; <\/p>\n<p>Weitere Informationen unter: www.oldenburg2017.de&nbsp;&nbsp;<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Reformationsjubil\u00e4um im Oldenburger Land fand am Sonntag, 23. Juli, in der St.-Petri-Kirche in Burhave ein Abendgottesdienst unter dem Motto \u201eMit unsrer Macht ist nichts getan\u201c nach dem Luther-Lied 362,2 aus dem Evangelischen Gesangsbuch statt. 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