{"id":7715,"date":"2017-08-02T09:49:00","date_gmt":"2017-08-02T07:49:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/am-liebsten-katholisch-und-evangelisch-zugleich-aktivist-wirbt-mit-einer-rad-pilgerfahrt-nach-wittenberg-fuer-doppelmitgliedschaft\/"},"modified":"2017-08-02T09:49:00","modified_gmt":"2017-08-02T07:49:00","slug":"am-liebsten-katholisch-und-evangelisch-zugleich-aktivist-wirbt-mit-einer-rad-pilgerfahrt-nach-wittenberg-fuer-doppelmitgliedschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/am-liebsten-katholisch-und-evangelisch-zugleich-aktivist-wirbt-mit-einer-rad-pilgerfahrt-nach-wittenberg-fuer-doppelmitgliedschaft\/","title":{"rendered":"Am liebsten katholisch und evangelisch zugleich &#8211; Aktivist wirbt mit einer Rad-Pilgerfahrt nach Wittenberg f\u00fcr Doppelmitgliedschaft"},"content":{"rendered":"<p>Herbert Kessen strampelt f\u00fcr die \u00d6kumene. Per Rad hat er sich aufgemacht, um f\u00fcr seinen Antrag zu werben, als Katholik auch Mitglied in der evangelischen Kirche sein zu d\u00fcrfen. Er sieht die Aktion als Beitrag, um Trennendes zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Wildeshausen\/Kr. Oldenburg (epd). Das 500. Reformationsjubil\u00e4um in diesem Jahr ist f\u00fcr den Niedersachsen Herbert Kessen der perfekte Zeitpunkt, um auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Was letztlich zur Spaltung in evangelische und katholische Kirche gef\u00fchrt hat, nimmt der 68-J\u00e4hrige aus dem kleinen emsl\u00e4ndischen St\u00e4dtchen Werlte zum Anlass, um die Debatte um die \u00d6kumene zu befeuern. Denn im Sinne einer Doppelmitgliedschaft m\u00f6chte der Katholik auch in die evangelische Kirche eintreten. Auf einer mehr als 400 Kilometer langen Rad-Pilgerfahrt von Werlte in die Lutherstadt Wittenberg wirbt er f\u00fcr seine Mission.<\/p>\n<p>Am 10. August will Kessen in Wittenberg sein. Dort will er wie einst Martin Luther (1483-1546) sein Anliegen \u00f6ffentlich proklamieren und dann seinen Antrag an offizielle Stellen \u00fcbergeben &#8211; an historischer St\u00e4tte vor der T\u00fcr der Schlosskirche, an der einst Luther seine 95 Thesen angeschlagen haben soll.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Weg dorthin hat der Architekt ein dreir\u00e4driges Gef\u00e4hrt konstruiert mit einem Aufbau, der ihn zuverl\u00e4ssig vor Regen sch\u00fctzt. \u00abIch bin \u00fcberzeugt, dass Doppelmitgliedschaften kreativ, verbindend und ausgleichend sind &#8211; und schlie\u00dflich auch dem Trend der Kirchenaustritte entgegenwirken k\u00f6nnen\u00bb, sagt der Aktivist bei einem Zwischenstopp im oldenburgischen Wildeshausen.<\/p>\n<p>Seit zehn Jahren teilt er Glauben und Gemeindeleben mit seiner evangelischen Lebenspartnerin Annelene Theile (65). \u00abWir f\u00fchlen uns in beiden Kirchen zu Hause\u00bb, sagt Kessen dem epd. So geht das Paar gemeinsam zum Abendmahl in die evangelische und auch zur Kommunion in die katholische Kirche. Dort habe seine Partnerin immer noch ein mulmiges Gef\u00fchl, weil sie wisse, dass ihr nach dem Kirchenrecht die Teilnahme nicht zustehe. \u00abDas bewegt uns. Sie geht dennoch mit mir, jedoch in der Hoffnung, dass der Hostiengeber sie nicht \u00fcbergeht.\u00bb<\/p>\n<p>Das sei bisher auch noch nicht passiert. \u00abGleichwohl wissen wir, dass auch heute noch gelegentlich die Hostie verweigert wird\u00bb, meint Kessen. Er ist \u00fcberzeugt, dass Jesus Christus das so nicht gewollt hat. \u00abDas Evangelium und die Gebote Gottes bieten eigentlich keine Grundlage f\u00fcr einen getrennten Glauben im Christentum. Jesus Christus hat uns alle durch die Taufe zu seinen Br\u00fcdern und Schwestern gemacht und uns als Kinder Gottes in seiner einen Kirche vereinigt.\u00bb<\/p>\n<p>Als Laie frage er sich deshalb, was Jesus tun w\u00fcrde und nicht, was das Kirchenrecht vorgebe. Dar\u00fcber will er auf seiner Pilgerfahrt \u00fcber Schwarmstedt, Celle, Gifhorn, Mariental, Oschersleben, Sch\u00f6nebeck, Barby und Dessau bis Wittenberg mit Journalisten reden und mit Passanten diskutieren. F\u00fcr den Ruhest\u00e4ndler ist klar: \u00abDie insgesamt positive Entwicklung im \u00f6kumenischen Miteinander fordert die doppelte Kirchenmitgliedschaft f\u00f6rmlich heraus.\u00bb<\/p>\n<p>Das allerdings sehen Sprecher der beiden gro\u00dfen Kirchen anders. \u00abEine Doppelmitgliedschaft ist nach dem Mitgliedschaftsgesetz der Evangelischen Kirche in Deutschland nicht m\u00f6glich\u00bb, sagt Pastor Benjamin Simon-Hinkelmann als Sprecher der hannoverschen Landeskirche. \u00dcberdies gebe es eine Reihe von Unterschieden, die es nur schwer vorstellbar machten, dass jemand genauso \u00fcberzeugt Mitglied in der einen wie in der anderen Kirche sei: \u00abUnter anderem das Papsttum, das Amtsverst\u00e4ndnis, das Z\u00f6libat und die Nichtzulassung von Nichtkatholiken zum Abendmahl in der katholischen Kirche.\u00bb<\/p>\n<p>\u00c4hnlich argumentiert Hermann Haarmann, Sprecher des katholischen Bistums Osnabr\u00fcck. \u00abDie Doppelmitgliedschaft w\u00fcrde etwas vorwegnehmen, was es nicht gibt &#8211; die Einheit der Kirche\u00bb, erg\u00e4nzt er. Das sei mit der Realit\u00e4t nicht vereinbar. Allerdings sehen die beiden Vertreter der Kirchen in Kessens Pilgerfahrt eine spannende Initiative, um die \u00d6kumene ins Gespr\u00e4ch zu bringen. \u00abWir m\u00fcssen noch weiter aufeinander zugehen\u00bb, betont Simon-Hinkelmann, f\u00fcgt aber auch hinzu: \u00abDas geht auch ohne eine Doppelmitgliedschaft.\u00bb<\/p>\n<p>Kessen sagt, er wolle keinesfalls die Reformation infrage stellen. Trotzdem m\u00f6chte er Trennendes \u00fcberwinden, damit katholische und evangelische Christen wieder \u00abechte\u00bb Schwestern und Br\u00fcder im Glauben sein k\u00f6nnten. Daf\u00fcr soll am Ende in Wittenberg in einem Bittgottesdienst gebetet werden. In der Stadtkirche, wo einst Luther gepredigt hat.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herbert Kessen strampelt f\u00fcr die \u00d6kumene. 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