{"id":7784,"date":"2017-08-17T08:52:00","date_gmt":"2017-08-17T06:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/oldenburger-stadtmuseum-uebernimmt-archiv-mit-interviews-mit-ns-opfern-museumschef-aufnahmen-helfen-bei-aufarbeitung-der-schwierigen-stadtgeschichte\/"},"modified":"2017-08-17T08:52:00","modified_gmt":"2017-08-17T06:52:00","slug":"oldenburger-stadtmuseum-uebernimmt-archiv-mit-interviews-mit-ns-opfern-museumschef-aufnahmen-helfen-bei-aufarbeitung-der-schwierigen-stadtgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/oldenburger-stadtmuseum-uebernimmt-archiv-mit-interviews-mit-ns-opfern-museumschef-aufnahmen-helfen-bei-aufarbeitung-der-schwierigen-stadtgeschichte\/","title":{"rendered":"Oldenburger Stadtmuseum \u00fcbernimmt Archiv mit Interviews mit NS-Opfern &#8211; Museumschef: Aufnahmen helfen bei Aufarbeitung der schwierigen Stadtgeschichte"},"content":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Das Oldenburger Stadtmuseum hat ein Ton-Archiv mit rund 60 Interviews mit Opfern des Nazi-Terrors \u00fcbernommen. Der Heilp\u00e4dagoge G\u00fcnter Heuzeroth habe die Aufnahmen zwischen den fr\u00fchen 1970er und -90er Jahren gemacht, sagte Museumschef Andreas von Seggern am Donnerstag. Die Gespr\u00e4che seien ein \u00abhistorischer Schatz\u00bb. Sie zeigten, unter welchen Umst\u00e4nden Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in welchen Betrieben im Oldenburger Land leiden mussten. Die Aufnahmen sollen bis zum n\u00e4chsten Jahr digitalisiert werden. Die Menschen im Land Oldenburg w\u00e4hlten sich bereits 1932 als erstes Land der Weimarer Republik eine nationalsozialistische Regierung.<\/p>\n<p>Der 1934 geborene Heuzeroth sagte, er habe die Interviews aus einem pers\u00f6nlichen Interesse heraus gef\u00fchrt. \u00abIch habe noch sowjetische Kriegsgefangene gesehen, die als Zwangsarbeiter schuften mussten. Das hat mich nicht mehr losgelassen.\u00bb Er habe vor allem mit politischen Gefangenen, Kriegsgefangenen aus vielen europ\u00e4ischen L\u00e4nder sowie mit Sinti und Roma und \u00abZeugen Jehovas\u00bb gesprochen. Mit den j\u00fcdischen Opfern habe er keine Interviews gef\u00fchrt, weil die Geschichte der Juden in der Region bereits gut aufgearbeitet gewesen sei.<\/p>\n<p>Etliche Interviewte seien froh gewesen, endlich jemanden die eigene Leidensgeschichte erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen, berichtete Heuzeroth. Ihm sei deutlich geworden, wie sehr das von den Nazis angerichtete Unrecht in der Bev\u00f6lkerung verdr\u00e4ngt worden sei und zum Teil bis heute verdr\u00e4ngt werde. \u00abDarum waren die Gespr\u00e4che f\u00fcr die Opfer und deren Angeh\u00f6rige eine Anerkennung und W\u00fcrdigung des erlittenen Unrechts.\u00bb<\/p>\n<p>Die Aufnahmen dienten Heuzeroth und einem Autorenteam als Quellen f\u00fcr die achtb\u00e4ndige Dokumentation \u00abUnter der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus 1939 &#8211; 1945 &#8211; dargestellt an den Ereignissen in Weser-Ems\u00bb. Allerdings seien die B\u00fccher l\u00e4ngst vergriffen, sagte Heuzeroth. Das Museum solle die Interviews nun in geeigneter Form Wissenschaftlern, Sch\u00fclern und anderen Interessierten zur weiteren Erforschung zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n<p>Wann dies geschehen kann, ist allerdings noch ungewiss, r\u00e4umte von Seggern ein. Zun\u00e4chst m\u00fcssten die Aufnahmen digitalisiert und dann museumsp\u00e4dagogisch sinnvoll in die Sammlung eingegliedert werden. Die Abteilung Stadtgeschichte sei im Stadtmuseum lange vernachl\u00e4ssigt worden. Dies habe sich erst in j\u00fcngerer Zeit ge\u00e4ndert. Doch f\u00fcr die Erweiterung seien mehr Platz und Geld n\u00f6tig.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Das Oldenburger Stadtmuseum hat ein Ton-Archiv mit rund 60 Interviews mit Opfern des Nazi-Terrors \u00fcbernommen. Der Heilp\u00e4dagoge G\u00fcnter Heuzeroth habe die Aufnahmen zwischen den fr\u00fchen 1970er und -90er Jahren gemacht, sagte Museumschef Andreas von Seggern am Donnerstag. Die Gespr\u00e4che seien ein \u00abhistorischer Schatz\u00bb. Sie zeigten, unter welchen Umst\u00e4nden Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in welchen Betrieben im Oldenburger Land leiden mussten. Die Aufnahmen sollen bis zum n\u00e4chsten Jahr digitalisiert werden. Die Menschen im Land Oldenburg w\u00e4hlten sich bereits 1932 als erstes Land der Weimarer Republik eine nationalsozialistische Regierung. Der 1934 geborene Heuzeroth sagte, er habe die Interviews aus einem pers\u00f6nlichen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-7784","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7784","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7784"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7784\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7784"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7784"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7784"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}