{"id":7801,"date":"2017-08-19T07:58:00","date_gmt":"2017-08-19T05:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/genderforscherin-musik-beeinflusst-geschlechterrollen\/"},"modified":"2017-08-19T07:58:00","modified_gmt":"2017-08-19T05:58:00","slug":"genderforscherin-musik-beeinflusst-geschlechterrollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/genderforscherin-musik-beeinflusst-geschlechterrollen\/","title":{"rendered":"Genderforscherin: Musik beeinflusst Geschlechterrollen"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Musik hat nach Ansicht der Genderforscherin Eva Rieger Einfluss auf die Geschlechterrollen. Zwar sei die Gleichberechtigung von M\u00e4nnern und Frauen mittlerweile anerkannt, unterschwellig aber werde durch Musik die Trennung der Geschlechter fortgef\u00fchrt, sagte die ehemalige Bremer Musikwissenschafts-Professorin dem Evangelischen Pressedienst (epd). So gebe es etwa in der Oper des 19. Jahrhunderts \u00abweibliche\u00bb und m\u00e4nnliche\u00ab musikalische Muster: M\u00e4nner w\u00fcrden dort mit milit\u00e4rischen, fr\u00f6hlichen und lebendigen Melodien vorgestellt. \u00bbFrauen dagegen sterben weitaus h\u00e4ufiger als M\u00e4nner in den Opern.\u00ab Ihnen w\u00fcrden eher Leid ausdr\u00fcckende, volkst\u00fcmlich-einfache oder neckisch umgarnende Melodiefolgen zugeordnet.<\/p>\n<p>Die Wurzeln sieht Rieger in der Entmachtung des Adels durch das B\u00fcrgertum am Ende des 18. Jahrhunderts. In dieser Zeit sei die Individualit\u00e4t in den Mittelpunkt gestellt worden, und zwar die des Mannes, erl\u00e4uterte die Musikhistorikerin. Den Geschlechtern seien damals gegens\u00e4tzliche Merkmale zugeordnet worden. M\u00e4nner galten als stark und dominant. \u00bbDie b\u00fcrgerliche Frau dagegen hatte lieblich zu sein und dem Mann zu dienen.\u00ab Auch in der Musik w\u00fcrden Frauen weniger ernst genommen. Das zeige sich etwa an der Wahl der Instrumente: \u00bbM\u00e4nner werden von lauten Blechblasinstrumenten begleitet, Frauen von leisen Holzbl\u00e4sern.\u00ab<\/p>\n<p>Bis heute verst\u00e4rke Musik, etwa in Filmen oder in der Werbung, die Verbindung von Geschlecht mit bestimmten Charaktereigenschaften, betonte Rieger. Die Folgen seien etwa im Kulturbetrieb sichtbar: So f\u00e4nden sich in Orchestern umso weniger Frauen, je h\u00f6her das Ansehen des Orchesters sei. \u00bbUnd das, obwohl 50 Prozent der Studierenden an Musikhochschulen weiblich sind.&quot; Frauen griffen h\u00e4ufiger zu Instrumenten wie Fl\u00f6te oder Harfe anstatt laute und gro\u00dfe Instrumente zu lernen, erl\u00e4uterte die Genderforscherin. Zudem arbeiteten Frauen eher als Lehrerinnen oder S\u00e4ngerinnen, w\u00e4hrend M\u00e4nner mehrheitlich rangh\u00f6here Posten wie Dirigent, Komponist oder freiberuflicher Musiker besetzten.<\/p>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Musik hat nach Ansicht der Genderforscherin Eva Rieger Einfluss auf die Geschlechterrollen. Zwar sei die Gleichberechtigung von M\u00e4nnern und Frauen mittlerweile anerkannt, unterschwellig aber werde durch Musik die Trennung der Geschlechter fortgef\u00fchrt, sagte die ehemalige Bremer Musikwissenschafts-Professorin dem Evangelischen Pressedienst (epd). So gebe es etwa in der Oper des 19. 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