{"id":7837,"date":"2017-08-28T13:51:00","date_gmt":"2017-08-28T11:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/wer-singt-betet-doppelt\/"},"modified":"2017-08-28T13:51:00","modified_gmt":"2017-08-28T11:51:00","slug":"wer-singt-betet-doppelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wer-singt-betet-doppelt\/","title":{"rendered":"\u201eWer singt, betet doppelt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der Text zum Kirchenlied \u201eGib, dass nicht bet\u2018 allein der Mund\u201c (EG 344) stammt aus der Feder von Martin Luther (1539). Heute noch immer ein Kirchenlied im Evangelischen Gesangbuch und im Luther-Jahr ein Beispiel daf\u00fcr, wie der Reformator den Glauben angesichts von Hochmut im Lande, Ablassforderungen und anderen Irrf\u00fchrungen neu betrachtete. F\u00fcr Bischof Jan Janssen, der auf seiner Reformationstour durch das Oldenburger Land unter dem Motto \u201eEin Reigen von Pfingsten bis zum Reformationsfest 2017\u201c am Sonntagabend in der Auferstehungskirche in Bookholzberg an die Kirchent\u00fcr klopfte und damit bereits die zehnte Station von 17 Besuchen insgesamt erreichte, zugleich das Lied zu seiner Predigt.<\/p>\n<p>\u201eZum Anlass von 500 Jahren Reformation freue ich mich heute Abend hier gemeinsam mit Ihnen den Gottesdienst zu feiern\u201c, begr\u00fc\u00dfte Bischof Jan Janssen. \u201eEin feste Burg, eine tragf\u00e4hige Zukunft bietet unser Gott. Einen frischen Blick wollen wir heute werfen auf unseren evangelischen Glauben, um in Zuversicht nach vorne und ermutigt zu neuer Beteiligung in unsere Welt zu schauen. Dazu soll uns das helfen, was Martin Luther f\u00fcr die Kirche neu entdeckt hat im neuen Nachdenken \u00fcber den Glauben, beim Bibel\u00fcbersetzen oder in seinen Worten und Liedern.\u201c Orts-Pfarrer Hannes Koch zeigte sich zuvor vor vollen Bankreihen der Auferstehungskirche \u00fcber den besonderen Sonntagabendgottesdienst im Luther-Jahr erfreut: \u201eUnser Bischof macht uns heute die Freude seines Besuches. Wir d\u00fcrfen gespannt sein.\u201c<\/p>\n<p>Doch die Worte waren knapp gew\u00e4hlt, ging es doch um die Predigt zum genannten Kirchenlied nach der Lied-Einstimmung durch \u201eEin feste Burg ist unser Gott\u201c (1529) mit Text und Melodie Martin Luthers zum Predigttext. Lektor Andy Hertel trug dazu den Predigttext (Lukas 18,9-14), gemeinsam mit der Gemeinde gebetet, eingangs vor. Beschrieben werden zwei Menschen, die hinauf in den Tempel gehen. Der Pharis\u00e4er bot sich als Gl\u00e4ubiger mit guten Ans\u00e4tzen und seinem festen Glauben dar. Der andere, ein Z\u00f6llner schlug sich vor die Brust und rief: Gott, sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig!\u201c Gesungen wurde im Anschluss das Liedmotto \u201eGib, dass nicht bet\u2018 allein der Mund\u201c, quasi das gesungene Vaterunser, versehen mit dem Gedankengut Luthers. Gesungen wird es nach einer Melodie des Tischsegens des M\u00f6nch von Salzburg vor 1396.<\/p>\n<p>\u201eEiner der sch\u00f6nsten Ausspr\u00fcche zu dem, was wir in diesem Gottesdienst tun, lautet: Wer singt, betet doppelt. Marin Luther \u00fcbernahm dieses Aha-Erlebnis wohl von Augustin\u201c, begann Bischof Janssen seine Ausf\u00fchrungen und weiter: \u201eHeute beten wir das Vaterunser gewisserma\u00dfen doppelt \u2013 eben gesungen \u2013 in dieser Form, die Luther 1539 neu akzentuierte und mit deutenden Erweiterungen versehen hat \u2013 nachher noch einmal gemeinsam gesprochen mit den vielen, verschiedenen Stimmen unserer Gemeinde.\u201c<\/p>\n<p>Zum Gottesdienst mitgebracht hatte Bischof Janssen eine Kopie einer Handskizze, die Luthers Handschrift mit Aufzeichnungen zu den einzelnen Passagen seines Liedtextes nachweist. So finden sich zu den neun Strophen alle Punkte des Vaterunsers, erweitert um die in Text gefassten Gedanken Luthers. Besonders auff\u00e4llig seien die vielen gestrichenen und korrigierten Passagen zur \u201eVergebung unserer Schuld\u201c, erkl\u00e4rte Janssen. F\u00fcr Luther sei diese Passage die Befreiung aus einer gro\u00dfen Betr\u00fcbnis. Erst habe er noch von sehr vielen S\u00fcnden ohne Zahl und Ma\u00df und vom Gericht geschrieben, dann ersetzte er diese durch Positives als Konsequenz und als Alternative, n\u00e4mlich die Bereitschaft, Gott und einander zu dienen, wie es dem Gebot der Liebe und der Einigkeit entspricht. Das Vergeben, auch jenen, die Fehler machen versteht er als Wohltat. \u201eSo wie Gott das mit uns tut\u201c, so Bischof Janssen mit Hinweis auf die sechste Strophe (EG 344,6).<\/p>\n<p>Letztendlich sprach sich Luther mit seinen Gedanken f\u00fcr ein schlichtes Beten, einfaches Sprechen ohne besondere Geste aus. \u201eVielmehr geht es darum ernsthaft zu beten, sich Gott anzuvertrauen und Miteinander zu arbeiten\u201c, so Bischof Janssen. Ganz so, wie es der Z\u00f6llner mit nur wenigen, aber klaren Worten im Tempel tat. Passend dazu f\u00e4llt der Wochenspruch aus. \u201eGott widerstrebt den Hochm\u00fctigen, aber den Dem\u00fctigen gibt er Gnade.\u201c Bischof Janssen: \u201eLassen wir es zu Herzen gehen und von Herzen kommen. Amen!\u201c<br \/>\n<span style=\"font-style: italic\">Peter Kratzmann<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Text zum Kirchenlied \u201eGib, dass nicht bet\u2018 allein der Mund\u201c (EG 344) stammt aus der Feder von Martin Luther (1539). Heute noch immer ein Kirchenlied im Evangelischen Gesangbuch und im Luther-Jahr ein Beispiel daf\u00fcr, wie der Reformator den Glauben angesichts von Hochmut im Lande, Ablassforderungen und anderen Irrf\u00fchrungen neu betrachtete. 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