{"id":8090,"date":"2017-09-17T10:40:00","date_gmt":"2017-09-17T08:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/palliativexpertin-warnt-vor-ratgebern\/"},"modified":"2017-09-17T10:40:00","modified_gmt":"2017-09-17T08:40:00","slug":"palliativexpertin-warnt-vor-ratgebern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/palliativexpertin-warnt-vor-ratgebern\/","title":{"rendered":"Palliativexpertin warnt vor Ratgebern"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Im Umgang mit Sterben und Tod warnt die Bremer Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil vor Ratgebern und Ratgeberliteratur. &quot;Wer wei\u00df denn zum Beispiel, wie man gut stirbt?&quot;, sagte sie im Gespr\u00e4ch mit der Syker &quot;Kreiszeitung&quot;. Der Tod sei oft Erl\u00f6sung, &quot;und irgendwann muss auch Schluss sein&quot;. Sterbende h\u00e4tten ganz unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse. &quot;Der eine braucht sein Lieblingsessen, der andere eine letzte Zigarette, der n\u00e4chste will sein Testament machen. Ich kann nicht jedem raten, zu Hause zu sterben, denn f\u00fcr manche w\u00e4re das die H\u00f6lle.&quot;<\/p>\n<p>Keil engagiert sich seit langer Zeit in der Hospizbewegung und wirbt daf\u00fcr, sich fr\u00fchzeitig mit Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Das sei keine Frage des Alters. Wir m\u00fcssten uns bewusst machen, dass das Sterben zum Leben geh\u00f6re. &quot;Das gilt schon, wenn eine Liebe stirbt. Wenn wir Abschiede im Leben leben lernen, k\u00f6nnen wir uns den Rest der Zeit einfacher machen.&quot;<\/p>\n<p>Die Palliativexpertin hat im vergangenen Jahr zusammen mit Bremens Altb\u00fcrgermeister Henning Scherf (SPD) ein Buch herausgegeben, in dem sie gegen die Einsamkeit am Lebensende k\u00e4mpfen. Bei einer Vorstellung sagte sie, sterbende Menschen zu begleiten, d\u00fcrfe nicht an hauptamtliche Pflegekr\u00e4fte delegiert werden: &quot;Das ist eine gemeinsame Aufgabe.&quot; N\u00f6tig sei eine solidarische Gesellschaft, denn: &quot;Keiner schafft das alleine.&quot;<\/p>\n<p>&quot;Was am Ende z\u00e4hlt, ist Empathie, die F\u00e4higkeit zum Mitgef\u00fchl und die M\u00f6glichkeit, sich auszusprechen und jemandem sein Innerstes anzuvertrauen&quot;, schreibt Keil in dem Buch. Als junge Frau erlitt sie einen Herzinfarkt und wurde mehrfach mit einer Krebsdiagnose konfrontiert. Scherf setzt sich unter anderem f\u00fcr Rituale des Abschieds am Lebensende ein und warnt: &quot;Wir sollten uns davor h\u00fcten, bestimmte \u00fcberlieferte Bestattungsformen vorzuschreiben&nbsp;\u2013 und nicht vor bemalten S\u00e4rgen, Rockmusik auf dem Friedhof oder sogar vor einem Schuss Schnaps ins Grab zur\u00fcckschrecken.&quot;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\"><br \/>Buchhinweis<br \/><\/span>Annelie Keil, Henning Scherf, &quot;Das letzte Tabu \u2013 \u00dcber das Sterben reden und den Abschied leben lernen&quot;, Herder Verlag Freiburg im Breisgau 2016, 256 Seiten, 19,99 Euro<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Im Umgang mit Sterben und Tod warnt die Bremer Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil vor Ratgebern und Ratgeberliteratur. &quot;Wer wei\u00df denn zum Beispiel, wie man gut stirbt?&quot;, sagte sie im Gespr\u00e4ch mit der Syker &quot;Kreiszeitung&quot;. 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