{"id":8100,"date":"2017-09-18T08:52:00","date_gmt":"2017-09-18T06:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/mit-dem-smartphone-am-altar-helmstedter-kloster-fertigt-erste-schmucktextilien-mit-internet-anbindung\/"},"modified":"2017-09-18T08:52:00","modified_gmt":"2017-09-18T06:52:00","slug":"mit-dem-smartphone-am-altar-helmstedter-kloster-fertigt-erste-schmucktextilien-mit-internet-anbindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/mit-dem-smartphone-am-altar-helmstedter-kloster-fertigt-erste-schmucktextilien-mit-internet-anbindung\/","title":{"rendered":"Mit dem Smartphone am Altar: Helmstedter Kloster fertigt erste Schmucktextilien mit Internet-Anbindung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-style: italic\">Von Bj\u00f6rn Schl\u00fcter<\/span><br \/>\n<br \/>Helmstedt (epd). Kaum ist die Handy-Kamera auf das Stoffquadrat am Altar ausgerichtet, piept auch schon das Smartphone und schl\u00e4gt dem Nutzer vor, eine Internetseite aufzurufen. Sie zeigt dem Besucher, wo das Schmucktuch hergestellt wurde. Ein gro\u00dffl\u00e4chiger QR-Code mitten im Zentrum des Paraments macht es m\u00f6glich. &quot;Alte Handwerkskunst kann ziemlich modern sein&quot;, sagt Klostervorsteherin Mechthild von Veltheim. Am Sonntag enth\u00fcllte sie im evangelischen Kloster St. Marienberg in Helmstedt den nach ihren Recherchen &quot;weltweit ersten Altarschmuck mit Internet-Anbindung&quot;. Nach einigen Jahren der Vorbereitung ist die knapp einen Quadratmeter gro\u00dfe Stoffbahn entstanden.<\/p>\n<p>Rote Seidenb\u00e4nder, zu zentimeterbreiten Elementen zusammengestickt, bilden den Code auf reinwei\u00dfem Untergrund. &quot;Die Seidenb\u00e4nder derart pr\u00e4zise anzuordnen ist eine ziemliche Fummelarbeit&quot;, sagt von Veltheim. An sich ist die Quick-Response-Technik (QR) weit verbreitet. Kommunen statten Denkm\u00e4ler mit QR-Codes aus, in Museen lassen sich an Kunstwerken dar\u00fcber zus\u00e4tzliche Informationen abrufen, und auch manche Kirche oder Kapelle bietet Reisenden mit einer Hinweistafel samt Code die M\u00f6glichkeit, sich eingehend mit dem Geb\u00e4ude zu befassen. &quot;QR-Codes auf Stoff gab es nach unserem Wissen bislang nur auf Handt\u00fcchern.&quot;<\/p>\n<p>Die Idee, einen QR-Code zum Altarschmuck zu machen, kam von Veltheim vor einigen Jahren bei einer Dienstreise nach Oldenburg. Dort habe sie zum ersten Mal von B\u00e4nken erfahren, auf denen der Bremer K\u00fcnstler Michael Weisser QR-Codes angebracht hatte. &quot;Ich dachte mir, wenn das auf B\u00e4nken funktioniert, m\u00fcsste doch auch mit edlem Stoff machbar sein.&quot; So kam die Paramentenwerkstatt mit dem K\u00fcnstler in Kontakt. &quot;Er lieferte auch den Entwurf f\u00fcr ein Antependium, also ein Tuch, das vor dem Altar h\u00e4ngt&quot;, erg\u00e4nzt die Klostervorsteherin. Allerdings habe er sich inzwischen aus dem Projekt zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeiten, welche Informationen mit dem Parament \u00fcbermittelt werden, seien grenzenlos, sagt von Veltheim stolz. F\u00fcr den Anfang habe sich das Kloster f\u00fcr die Internetseite der Werkstatt entschieden. &quot;Aber das k\u00f6nnte beliebig ausgetauscht werden. Bei einem Konzert k\u00f6nnte das Parament beispielsweise auf Musik verweisen, in Gottesdiensten lie\u00dfe sich der Predigttext einbinden.&quot; Aus diesem Grund will das Kloster den Altarschmuck auch deutschlandweit zum Ausleihen anbieten. &quot;Und wenn eine Kirche ein eigenes QR-Parament haben m\u00f6chte, freut sich unsere Werkstatt \u00fcber jeden Auftrag.&quot;<\/p>\n<p>Sie habe keine Sorgen, dass Kirchenbesucher zuk\u00fcnftig wegen des Paramentes mehr mit dem Smartphone als mit dem Gottesdienst besch\u00e4ftigt seien, sagt die Klostervorsteherin. &quot;Die Kirche ist bis heute ein Ort, an dem das Handy eher weggesteckt wird.&quot; Wer sich f\u00fcr das Parament interessiere, k\u00f6nne sicher auch bis zum Ende der Predigt warten. &quot;Dann ist ohnehin die Zeit gekommen, sich mit einer tieferen Botschaft auseinanderzusetzen.&quot; <\/p>\n<p>Tr\u00e4ger von hintergr\u00fcndigen Botschaften seien Paramente im Grunde schon immer, erl\u00e4utert von Veltheim. Anhand der liturgischen Farben unterstrichen sie den Charakter und die Stimmung der kirchlichen Riten. Wei\u00df etwa ist die Farbe des Lichtes und kommt an Festen wie Weihnachten oder Ostern zum Einsatz, Violett versinnbildlicht den \u00dcbergang in der Fastenzeit und der Adventszeit, Schwarz ist die Farbe der Trauer. &quot;Insofern passt es ganz gut, dass wir uns bei dem QR-Code f\u00fcr ein kr\u00e4ftiges Rot entschieden haben&quot;, sagt Mechthild von Veltheim: &quot;Das ist die Farbe des Heiligen Geistes, und der kommt eben auch durch die digitale Welt noch \u00fcber uns.&quot; &nbsp;<\/p>\n<p>www.parament.de\/qr<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Bj\u00f6rn Schl\u00fcter Helmstedt (epd). Kaum ist die Handy-Kamera auf das Stoffquadrat am Altar ausgerichtet, piept auch schon das Smartphone und schl\u00e4gt dem Nutzer vor, eine Internetseite aufzurufen. Sie zeigt dem Besucher, wo das Schmucktuch hergestellt wurde. 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