{"id":8161,"date":"2017-09-28T13:34:00","date_gmt":"2017-09-28T11:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/kopf-und-geist-gehen-in-einen-flugmodus-richtung-himmel\/"},"modified":"2017-09-28T13:34:00","modified_gmt":"2017-09-28T11:34:00","slug":"kopf-und-geist-gehen-in-einen-flugmodus-richtung-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kopf-und-geist-gehen-in-einen-flugmodus-richtung-himmel\/","title":{"rendered":"&quot;Kopf und Geist gehen in einen Flugmodus: Richtung Himmel&quot;"},"content":{"rendered":"<p>Die evangelische Kirche feiert 500 Jahre Reformation \u2013 und Schauspieler Samuel Koch feiert mit. Weil sich Menschen immer wieder erneuern \u2013 und dabei Heimat und inneren Frieden finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Herr Koch, die evangelische Kirche feiert 500 Jahre Reformation. Warum feiern Sie mit?<\/span><\/p>\n<p>Die Reformation hat es m\u00f6glich gemacht, dass ich die Bibel in deutscher Sprache lesen und verstehen darf. Das ist f\u00fcr mich lebensnotwendig.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Wo findet f\u00fcr Sie heute noch Reformation statt?<\/span><\/p>\n<p>St\u00e4ndig, \u00fcberall und immer wieder. Aber weniger in der Gesellschaft als vielmehr in jedem Einzelnen von uns, der sich durch Erkenntnisse selbst reformiert, erneuert oder bekehrt.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Gab es in Ihrem Leben Reformationsmomente? <\/span><\/p>\n<p>Ich bin christlich aufgewachsen und erzogen worden. Meine Eltern haben den Kindergottesdienst im Dorf gehalten, den auch ich immer besucht hatte, bis ich ihn selbst mitgestaltet habe. Meinen Eltern war wichtig, dass meine Geschwister und ich selbst entscheiden, ob wir uns taufen lassen wollen. Erst mit 13 Jahren wurde ich getauft. Das war eine Art Erneuerung f\u00fcr mich. Doch dann wandte ich mich von all dem ab. Ich musste das hinterfragen, konnte das nicht einfach so mitleben. Ich habe auch meine Karriere bei der Bundeswehr hingeschmissen. Irgendwann lebte ich in M\u00fcnchen auf der Stra\u00dfe und wusste nicht, wo ich \u00fcbernachten sollte. Da hatte ich wieder einen Erneuerungsmoment: Noch bevor ich \u201eEvangelische Kirche\u201c im Smartphone eintippen konnte, traf ich auf dem Marienplatz auf eine Stra\u00dfenevangelisation und bin bei einem Nigerianer untergekommen. In einer christlich-brasilianischen Gemeinde habe ich Heimat gefunden und mich wieder meiner urspr\u00fcnglichen Ideale besonnen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Dann der Unfall bei \u201eWetten dass..?\u201c. Ein Erlebnis, das alles ver\u00e4ndert hat.<\/span><\/p>\n<p>Drei Monate nach dem Unfall, noch immer im Krankenhaus, sickerte in mein Bewusstsein, dass sich best\u00e4tigt, was alle sagen: \u201eDu wirst nie wieder laufen k\u00f6nnen, nie wieder selbstst\u00e4ndig leben, f\u00fcr immer abh\u00e4ngig bleiben.\u201c Ich hatte die ganze Zeit auf dem R\u00fccken gelegen. Mein Kopf war verschraubt \u2013 mit einer Schraubstockkonstruktion, die in den Sch\u00e4del gebohrt wurde, um an der Halswirbels\u00e4ule zu ziehen. Ich bin von einem Ohnmachts-Schmerzanfall in den n\u00e4chsten gefallen. Oft habe ich mich allein und unverstanden gef\u00fchlt. Als ich zum ersten Mal im Rollstuhl sitzend raus &quot;durfte&quot;, war es f\u00fcr mich die einzig logische Konsequenz, mich an Gott zu wenden. Wohin sonst sollte ich gehen? Ich habe wieder selbstst\u00e4ndig frische Luft eingeatmet. Das zu k\u00f6nnen war sch\u00f6n. Ich konnte den Sempachersee sehen, die Heidschnucken auf der Wiese, die schneebedeckten Alpen und den blauen Himmel mit Wolken und der Sonne. Pl\u00f6tzlich war ich dankbar f\u00fcr das, was ich sehen durfte und f\u00fcr meine Freunde, die mich alle besuchen wollten, und f\u00fcr meine Familie. Ich war dankbar f\u00fcr die Therapeuten, die mich zum Lachen brachten, und die lieben Schwestern und auch die \u00c4rzte, trotz ihrer bl\u00f6den Prognosen. Das war ein Moment, in dem ich trotz der ganzen Kacke grinsen musste und mich freuen konnte. Das w\u00fcrde ich als einen seligen oder gn\u00e4digen Moment bezeichnen. Ich habe Frieden von innen heraus empfunden. Und ich wei\u00df, dass er ein Geschenk war, das ich mir nicht verdient habe. So einen inneren Frieden kann ich selbst gar nicht produzieren oder mir durch Leistung verdienen. Das war die reine Gnade.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Wie aktuell sind Luther und seine Reformation heute?<\/span><\/p>\n<p>Ich glaube, Martin Luther k\u00f6nnte mit seiner revoluzzerischen Art heute noch ebenso reformieren wie damals. Sein Programm, das 500 Jahre alt ist, ist auch heute noch aktuell und notwendig. Gerade in Deutschland, wo wir so satt sind und denken, alles zu haben und keinen Gott zu brauchen. Da w\u00e4re ein Luther recht, der sagt, dass ein Auto, ein toller Job doch nicht alles sind, was man zum Leben braucht. Er w\u00e4re heute genauso modern, wie er es damals war.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Interview des evangelischen Magazins chrismon.<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die evangelische Kirche feiert 500 Jahre Reformation \u2013 und Schauspieler Samuel Koch feiert mit. 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