{"id":8197,"date":"2017-10-10T02:18:00","date_gmt":"2017-10-10T00:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/von-morgens-bis-abends-die-freiheit-und-gerechtigkeit-ausrufen\/"},"modified":"2017-10-10T02:18:00","modified_gmt":"2017-10-10T00:18:00","slug":"von-morgens-bis-abends-die-freiheit-und-gerechtigkeit-ausrufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/von-morgens-bis-abends-die-freiheit-und-gerechtigkeit-ausrufen\/","title":{"rendered":"Von morgens bis abends die Freiheit und Gerechtigkeit ausrufen"},"content":{"rendered":"<p>Wer Bischof Jan Janssen in Dedesdorf w\u00e4hrend seines 15. Halts im Rahmen des Gottesdienstreigens \u201e2017 \u2013 Ein Reigen von Pfingsten bis zum Reformationsfest\u201c h\u00f6ren und sehen wollte, der musste \u2013 von Oldenburg aus gesehen \u2013 nicht nur auf die \u00f6stliche Seite der Weser wechseln, sondern dort auch nicht die St.-Laurentius Kirche, daf\u00fcr aber das Laurentius-Haus, das Gemeindehaus der Kirchengemeinde Dedesdorf, aufsuchen. Der Grund: Seit Anfang August wird die Kirche renoviert.<\/p>\n<p>Die Kirchengemeinde am rechten Ufer der Unterweser umfasst die Gemeinden Ueterlande, Overwarte, Eidewarden, Wiemsdorf, Maihausen, B\u00fcttel, Neuenlande und Dedesdorf. Orts-Pfarrerin Bettina Roth freute sich, hier Bischof Janssen an diesem 8. Oktober begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen. \u201eEr will heute Predigt halten zu 500 Jahren Reformation\u201c, begr\u00fc\u00dfte sie den Bischof mit rund 60 Gemeindemitgliedern.<\/p>\n<p>\u201eMein heilsam Wort soll auf den Plan\u201c (EG 273,4) hatte sich Bischof Janssen f\u00fcr die 15. Station ausgew\u00e4hlt. Text und Melodie stammen von Martin Luther aus dem Jahr 1524, die sechste Strophe aus 1545.<\/p>\n<p>\u201eEine feste Burg \u2013 eine tragf\u00e4hige Zukunft bietet unser Gott. \u201aEinen frischen Blick\u2019 wollen wir heute auf unseren evangelischen Glauben halten. Dazu soll uns das helfen, was Martin Luther f\u00fcr die Kirche neu entdeckt hat, im neuen Nachdenken \u00fcber den Glauben, im Bibel\u00fcbersetzen oder in seinen Worten und Liedern\u201c, stieg Janssen in seine Predigt ein. Luther greife biblische Lieder, die Psalmen, auf und legt sie der Gemeinde neuformuliert in den Mund. \u201eSo eben auch Psalm 12 heute: Erst gebetet und dann gesungen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eHilf, Herr! Die Heiligen haben abgenommen.\u201c, hei\u00dft es dazu eingangs. \u201eHaben Sie sich auch erstmals so erschreckt wie ich, beim Sprechen dieser Worte des Psalms und beim H\u00f6ren dieser Worte des Propheten?\u201c Verbitterung, b\u00f6se Erfahrungen, verst\u00f6rtes Empfinden, wenn nicht Verlorenheit seien darin enthalten. \u201eKlagt da jemand aus unserer Zeit?\u201c, fragt Janssen. Die \u201eAbnahme\u201c, das \u201eWeniger werden der Heiligen, der zu Gott Geh\u00f6renden\u201c oder die \u201eVerlassenheit der Armen\u201c zeigen die erste H\u00e4lfte des Psalms (12,1-4) und des Liedes (EG 273, 1-3) auf. \u201eDazu kommt ,Lug und Trug\u2018, zaghaftes Nichthabenwollen oder wie hier zerm\u00fcrbende ,Heuchelei\u2018.\u201c N\u00fcchtern werde der Istzustand aufgegriffen, die etwaigen Missst\u00e4nde beim Wort genommen und Recht eingeklagt.<\/p>\n<p>Solche Lieder gebe es viele. \u201eWie Litaneien werden sie leider auch in unserer Kirche viel zu oft angestimmt. Doch oft, wenn ich in anderen L\u00e4ndern Christen besuche und in \u00f6stlichen Regionen unseres Landes Gemeinden, wird es immer neu peinlich.\u201c Lasse sich mit weniger Leuten und geringeren Mitteln etwa nicht zum Glauben stehen, eine lebendige Gemeinde gestalten?<\/p>\n<p>Luther, der dieses Lied dichtete, nennt die Dinge beim Namen und h\u00e4lt Gottes Kraft dagegen, gegen den Zustand der Welt, gegen die Verh\u00e4ltnisse ihrer Gesellschaft und der Kirche! \u201eWarum sollen wir diese Kraft und Konzentration eigentlich nicht aufbringen? Hier in Dedesdorf gibt es ein Beispiel daf\u00fcr. Die gro\u00dfe Kirchenrenovierung, die ihre Gemeinde zu stemmen schafft\u201c, so Janssen.<\/p>\n<p>Dann nach der ersten H\u00e4lfte mit Luthers anklagenden Strophen auf Missstand und Missbrauch der Wechsel. Die Strophe 4 ahmt dann den Psalm nach und l\u00e4sst Gott selber sprechen. \u201eWeil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen, spricht der Herr\u201c (PS 12,5). In Luthers Worten: Darum spricht Gott: Ich muss auf sein, die Armen sind verst\u00f6ret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erh\u00f6ret (EG 273, 4).<\/p>\n<p>\u201eDass es das Wort Gottes ist, dass uns Menschen im Volk in der Gemeinde Gottes hoffen, glauben, lieben l\u00e4sst, das wird hier von beiden Textern ganz plastisch gedichtet: Gott greift ein. Indem er spricht, geschieht schon etwas, beginnt schon ein Prozess der Ver\u00e4nderungen dieser Welt. Weil da endlich Einer ist, der die Not in Worte fasst, der der Sehnsucht Raum gibt und dem Vertrauen eine Adresse und der Hoffnung einen Grund\u201c, f\u00fchrte Bischof Janssen in seiner Predigt weiter aus.<\/p>\n<p>\u201eMein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen\u201c (EG 273, 4). \u201eDieses Wort ist weder f\u00fcr den Psalm noch f\u00fcr Luther ein billiges Gelaber oder schw\u00e4chelndes Geschw\u00e4tz. Der Reformator f\u00fcge wieder ein Weiterdenken dem Psalm zu. Das Reinemachen des Wortes Gottes, dieses Kl\u00e4ren und Aufhellen erfolgt, laut Luther, in dem Leben und Leiden und Sterben Jesu\u201c, so Janssen.<\/p>\n<p>Was ist aus den schroffen Worten des Propheten Jeremia zu lernen? Luther unterscheide zwischen dem Wort Gottes und dem Wirken der Menschen. Jeremia sage in der Bibel, umgangssprachlich ausgedr\u00fcckt, Gottes Wort ist der Hammer. Er streite sich mit Propheten, die es heute wie damals gibt: Spr\u00fccheklopfer, Horoskopverfasser, L\u00fcgenkapit\u00e4ne, Schwarzmaler, Rosaseher, Schlaumeier, Dummschnacker&#8230; Ihnen alle soll Jeremia zeigen, wo der Hammer h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>\u201eAn manchen Tagen trifft das ja wirklich den Nagel auf den Kopf. Bei allen Krummen und Verbogenem, wenn Menschen in Verantwortung ihr Handwerk nicht verstehen, wenn so manche, auch in der Kirche einen Hammer nicht halten k\u00f6nnen, da w\u00fcnscht man sich schon, dass mal wieder einer N\u00e4gel mit K\u00f6pfen macht und diese auch so reinhaut, dass es sitz, das einen tr\u00e4gt oder festen Halt gibt\u201c, erkl\u00e4rte Janssen.<\/p>\n<p>Bischof Janssen hielt es mit dem Protestsong der 1960er Jahre \u201eIf I had a hammer\u201c, 1949 von Lee Haye und Pete Seeger geschrieben und 1963 von Trini Lopez bekanntgemacht. Es gehe nicht um den Hammer als Waffe, Jeremia wolle ihn als Werkzeug benutzen, um aus Felsen Steine zu machen, um Alarm zu schlagen. \u201eWenn ich einen Hammer und eine Glocke und ein Lied h\u00e4tte, dann w\u00fcrde ich von morgens bis abends Freiheit und Gerechtigkeit ausrufen. \u00dcbers ganze Land. Und Liebe zwischen den Schwestern und Br\u00fcdern\u201c, \u00fcbersetzt Janssen weiter.<\/p>\n<p>\u201eDer Hammer hat dann als Waffe ausgedient, klopft h\u00f6chstens den Takt zum Lied. Ein Handwerkszeug, das man im Alltag der kommenden Woche gut brauchen kann \u2013 nicht nur bei einer Kirchenrenovierung: Dazu gebe uns Gott den Segen eines treffenden Wortes. Amen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Peter Kratzmann.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Bischof Jan Janssen in Dedesdorf w\u00e4hrend seines 15. 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