{"id":8225,"date":"2017-10-17T23:39:00","date_gmt":"2017-10-17T21:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/das-auge-sieht-sich-niemals-satt\/"},"modified":"2017-10-17T23:39:00","modified_gmt":"2017-10-17T21:39:00","slug":"das-auge-sieht-sich-niemals-satt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/das-auge-sieht-sich-niemals-satt\/","title":{"rendered":"\u201eDas Auge sieht sich niemals satt\u201c"},"content":{"rendered":"<div>Unter dem Motto \u201eDas Auge sieht sich niemals satt (Pred 1,4) &#8211; Der Seher Horst Janssen\u201c hielt Bischof Jan Janssen am Dienstagabend, 17. Oktober, einen Vortrag im Oldenburger Horst-Janssen Museum, indem er \u201ean ausgew\u00e4hlten Beispielen zum Beobachten einlud und sie mit Glaubensaspekten verkn\u00fcpfte\u201c.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\nBereits in seiner Schulzeit h\u00e4tten ihn die Zeichnungen und Aufzeichnung von Horst Janssen begleitet, sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Und bis heute lasse er sich gern \u201evon seiner hellwachen, seiner seherischen Haltung gegen\u00fcber den Gegenst\u00e4nden anregen. Gerne halte ich mich an das, was Janssen selbst gekritzelt hat, in Worten<span style=\"font-style: italic\"> \u201aquerbeet, an und f\u00fcr mich&nbsp;und anderes mehr<\/span><span style=\"font-style: italic;line-height: 15.6px\">\u2019<\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\nDas Zeichnen und Schreiben von Horst Janssen lade ein, rufe auf, provoziere \u2013 zum Schnuppern \u2013 \u201egerade so wie der Martin Luther, dessen reformatorische Entdeckungen nun vor 500 Jahren begonnen haben. Luther h\u00e4lt jedes biblische Wort f\u00fcr <span style=\"font-style: italic\">\u201aein Kr\u00e4utlein\u2019.<\/span>\u201c Je mehr man es reibe, desto mehr dufte es.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\nAuch wenn Horst Janssens mehrfach eine deutliche Ablehnung aller festen religi\u00f6sen Verortung formuliert habe, k\u00f6nne er aber \u201ewenigstens so etwas wie Gemeinsamkeiten in der Blickrichtung mit biblischen Sehern entdecken\u201c, sagte Bischof Janssen. So k\u00f6nnte beispielsweise die j\u00fcdisch-christliche Vorstellung von der Verg\u00e4nglichkeit alles Irdischen, das im Buch vom Prediger Salomo als \u201ealles ist eitel\u201c beschrieben und von Martin Luther als \u201enichtig\u201c \u00fcbersetzt wurde, durch viele Radierungen von Horst Janssen angemessen illustriert w\u00e4re. Denn diese Vorstellung bedeute keine &nbsp;frustrierte oder depressive Abkehr vom Leben, sondern sei wie in einer Gegenbewegung ein Aufbegehren gegen den Tod, eine Hinwendung zum Leben, &nbsp;\u201egeradezu ein widerst\u00e4ndiges Feiern des Lebens.\u201c \u201eGerade so wie mir scheint, Horst Janssen wolle in seinen Motiven noch den letzten funkelnden Rest Leben herausholen und hervorheben.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\nBisher kenne er kein eindeutig erkennbares Jesus-Motiv von Horst Janssen, sagte Bischof Janssen weiter, aber umso h\u00e4ufiger habe er, vor allem in Selbstbildnissen, \u201e<span style=\"font-style: italic\">Gesichter<\/span> gewisserma\u00dfen w\u00f6rtlich genommen\u201c dargestellt, als<span style=\"font-style: italic\"> \u201adas am Menschen Gesehene\u2019<\/span>. Dabei mache er uns mit einem Anblick so bekannt, \u201ewie Pontius Pilatus es im Johannesevangelium mit Jesus tut, dem zum Tode verurteilten und zur Kreuzigung bestimmten Leidenden \u2013 und dazu spricht:<span style=\"font-style: italic\"> \u201aEcce homo<\/span>\u2019 \u2013 Seht, welch ein Mensch (Joh 19,5)!\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\nJanssen habe kein gutes Haar \u201ean den Vertr\u00f6stern mit ihren Allgemeinpl\u00e4tzen alle Art\u201c lassen k\u00f6nnen &nbsp;\u201e\u2013 auch nicht an denen der Religion\u201c, f\u00fchrte der oldenburgische Bischof weiter aus. Daf\u00fcr habe er viel zu sehr das Jetztundhier und das Genaue beansprucht. Anderen Lebensentw\u00fcrfen h\u00e4tten einen gro\u00dfen Schwall von Kritik bekommen. Es sei ein massives, wortm\u00e4chtiges Aufbegehren vor allem gegen L\u00fcge und Heuchelei aller Orten gewesen. Und dann gab es doch wieder \u201e\u2013 bei aller Todesorientierung \u2013 eine fast schelmische Inanspruchnahme von Transzendenz\u201c.&nbsp;<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\nJedes menschliche Sehen des Menschen bleibe, bei aller genialen Genauigkeit, immer &nbsp;ein gebrochenes, ein fragmentarisches Sehen. Dass habe der Apostel Paulus &nbsp;in einem seiner sch\u00f6nsten Gedankeng\u00e4nge ausgerechnet zur Liebe im 1. Korinther-Brief beschrieben, schloss Janssen seinen Vortragen Und \u00fcber die S\u00e4tze und Ansichten, w\u00e4re er gern mit Horst Janssen ins Gespr\u00e4ch gekommen. <span style=\"font-style: italic\">\u201eJetzt erkenne ich st\u00fcckweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die gr\u00f6\u00dfte unter ihnen.\u201c<\/span> (1. Kor 13)<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Motto \u201eDas Auge sieht sich niemals satt (Pred 1,4) &#8211; Der Seher Horst Janssen\u201c hielt Bischof Jan Janssen am Dienstagabend, 17. Oktober, einen Vortrag im Oldenburger Horst-Janssen Museum, indem er \u201ean ausgew\u00e4hlten Beispielen zum Beobachten einlud und sie mit Glaubensaspekten verkn\u00fcpfte\u201c. Bereits in seiner Schulzeit h\u00e4tten ihn die Zeichnungen und Aufzeichnung von Horst Janssen begleitet, sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Und bis heute lasse er sich gern \u201evon seiner hellwachen, seiner seherischen Haltung gegen\u00fcber den Gegenst\u00e4nden anregen. 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