{"id":8246,"date":"2017-10-24T07:19:00","date_gmt":"2017-10-24T05:19:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/wort-fuer-wort\/"},"modified":"2017-10-24T07:19:00","modified_gmt":"2017-10-24T05:19:00","slug":"wort-fuer-wort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wort-fuer-wort\/","title":{"rendered":"Wort f\u00fcr Wort"},"content":{"rendered":"<p>Wer einen Brief noch ab und zu mit der Hand schreibt, der wei\u00df, wie \u00e4rgerlich es ist, wenn man am Ende einer ordentlichen Seite feststellt, dass mittendrin ein deutlicher Fehler ist und jede Korrektur jetzt alles nur noch schlimmer macht. Umso schlimmer und offensichtlicher, wenn die beschriebene Seite eine vier mal zehn Meter breite Stoffbahn ist.<\/p>\n<p>Monatelang hat Tina Asche in diesem Jahr auf der Nordempore der Christus- und Garnisonkirche gestanden und Texte aus G\u00e4steb\u00fcchern auf solche Stoffbanner geschrieben (oder besser: gemalt). Nur zweimal ist es in dieser Zeit passiert, dass sie sich verschrieben hat. Fast meditativ hat sie Wort f\u00fcr Wort abgeschrieben und den Text um ein Vielfaches vergr\u00f6\u00dfert. Am Reformationstag, 31. Oktober um 10 Uhr, wird im Gottesdienst mit dieser au\u00dfergew\u00f6hnlichen Kunstaktion des 500-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums gedacht. Martin Luther hatte mit seinen Worten die damalige Welt ersch\u00fcttert. Die Macht der Worte wurde in den Auseinandersetzungen ganz deutlich. \u2013 Welche Ver\u00e4nderungen bedeutete es, dass die Menschen auf einmal die Bibel selber lesen und verstehen konnten. In der evangelischen Kirche, die f\u00fcr manche auch die Kirche des Wortes ist, bekamen die Worte \u00fcber Gott und das Wort von Jesus Christus einen immer gr\u00f6\u00dferen Stellenwert. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Wie kann man Erinnern feiern?<\/span><br \/>Mit der Kunstaktion \u201eWort f\u00fcr Wort\u201c nimmt die K\u00fcnstlerin Tina Asche diese Thematik in der Christus- und Garnisonkirche auf. Sie hat in arbeitsintensiver Vorarbeit G\u00e4steb\u00fccher aus den vergangenen 20 Jahren durchgelesen. Diese B\u00fccher liegen immer \u00f6ffentlich aus. Menschen schreiben f\u00fcr alle sichtbar ihre Gr\u00fc\u00dfe, W\u00fcnsche und auch Hoffnungen hinein. Manche Texte sind auch nur f\u00fcr jene verst\u00e4ndlich, die die jeweilige Sprache lesen k\u00f6nnen. Koreanische, arabische, russische Texte stehen im Wechsel mit Texten in Farsi oder Deutsch nebeneinander. Tina Asche hat alle Texte von \u00dcbersetzern in Deutsche \u00fcbertragen lassen. Dann hat sie in einem weiteren Schritt aus den Texten einzelne S\u00e4tze anonymisiert zusammengestellt. Herausgekommen sind dadurch gro\u00dfe Textfl\u00e4chen, in denen Freud\u2018 und Leid, Gr\u00fc\u00dfe und Fragen direkt nebeneinanderstehen. <\/p>\n<p>Wie kann man das Erinnern feiern?, haben sich die Organisatoren der Kunstaktion gefragt. In der Christus- und Garnisonkirche ist die Gemeinde best\u00e4ndig damit konfrontiert, unterschiedlicher historischer Daten zu gedenken. Sie tut dies mit Lesungen, Ausstellungen, Vortr\u00e4gen, gemeinsamen Kooperationen, Theaterauff\u00fchrungen und \u00e4hnlichen Aktionen, aber vor allem versucht sie, dies immer wieder mit gemeinsamen Gottesdiensten zu tun. In Gottesdiensten werden viele dieser Aktionen geb\u00fcndelt oder sie f\u00fchren darauf zu. Manches Erinnern kann auch nur dadurch ge- und ertragen, dass es vor Gott abgelegt wird und in seine Verantwortung abgegeben werden. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Tiefe und Weite geben<\/span><br \/>Im Reformationsgottesdienst wird mit dieser gro\u00dfen symbolischen Kunstaktion \u201eWort f\u00fcr Wort\u201c dem gemeinsamen Erinnern eine besondere Tiefe und Weite geben. Gottesdienstfeiernde werden von Worten eingeh\u00fcllt sein. Die sogenannte Vierung, in der die beiden Seitenschiffe und das Hauptschiff aufeinandertreffen, wird mit den beschrifteten Stoffbahnen be- und verh\u00e4ngt. Gleichzeitig werden die Bahnen in ihrer Transparenz aber auch eine Durchsicht erm\u00f6glichen. So wird es den Anschein haben, als ob die Worte im Kirchenraum tanzen. Die Kunstaktion wird dann auch in den folgenden Tagen in der Kirche zu sehen und zu erleben sein. <\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Frank Morgenstern<\/span> f\u00fcr<span style=\"font-style: italic\"> \u201ehorizont E\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Info:<\/span><br \/>Der Gottesdienst in der Christus- und Garnisonkirche beginnt am Reformationstag, 31. Oktober, um 10 Uhr. Im Anschluss an den Gottesdienst wird Prof. Dr. Reinhard Schulz, Hochschullehrer f\u00fcr Philosophie an der Carl-von-Ossietzky-Universit\u00e4t Oldenburg die Kunstausstellung \u201eWort f\u00fcr Wort\u201c vorstellen.<br \/>Die Ausstellung ist vom 31. Oktober bis zum 29. November ge\u00f6ffnet.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer einen Brief noch ab und zu mit der Hand schreibt, der wei\u00df, wie \u00e4rgerlich es ist, wenn man am Ende einer ordentlichen Seite feststellt, dass mittendrin ein deutlicher Fehler ist und jede Korrektur jetzt alles nur noch schlimmer macht. Umso schlimmer und offensichtlicher, wenn die beschriebene Seite eine vier mal zehn Meter breite Stoffbahn ist. Monatelang hat Tina Asche in diesem Jahr auf der Nordempore der Christus- und Garnisonkirche gestanden und Texte aus G\u00e4steb\u00fcchern auf solche Stoffbanner geschrieben (oder besser: gemalt). Nur zweimal ist es in dieser Zeit passiert, dass sie sich verschrieben hat. 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