{"id":8247,"date":"2017-10-23T09:07:00","date_gmt":"2017-10-23T07:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/neue-armutsstudie-diakonie-sieht-sozialen-frieden-in-gefahr-sozialverbaende-fordern-grundsicherung-fuer-kinder\/"},"modified":"2017-10-23T09:07:00","modified_gmt":"2017-10-23T07:07:00","slug":"neue-armutsstudie-diakonie-sieht-sozialen-frieden-in-gefahr-sozialverbaende-fordern-grundsicherung-fuer-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/neue-armutsstudie-diakonie-sieht-sozialen-frieden-in-gefahr-sozialverbaende-fordern-grundsicherung-fuer-kinder\/","title":{"rendered":"Neue Armutsstudie: Diakonie sieht sozialen Frieden in Gefahr &#8211; Sozialverb\u00e4nde fordern Grundsicherung f\u00fcr Kinder"},"content":{"rendered":"<p>Hannover\/Bremen\/G\u00fctersloh (epd). Vor dem Hintergrund einer Bertelsmann-Studie zur Kinderarmut fordern Sozialverb\u00e4nde in Niedersachsen und Bremen mehr Verteilungsgerechtigkeit und eine Grundsicherung f\u00fcr Kinder. Laut der am Montag in G\u00fctersloh vorgestellten Studie bleiben Kinder in armen Familien oft \u00fcber l\u00e4ngere Zeit benachteiligt. Zwei von drei von Armut betroffenen Kinder leben dauerhaft oder wiederkehrend in Armut. Besonders armutsgef\u00e4hrdet seien Kinder alleinerziehender Eltern, mit mindestens zwei Geschwistern oder mit geringqualifizierten Eltern.<\/p>\n<p>Der nieders\u00e4chsische Diakonie-Vorstandssprecher Christoph K\u00fcnkel warnte angesichts der Daten vor einer \u00abvererbten Armut\u00bb und einer \u00abwachsenden Gefahr f\u00fcr den sozialen Frieden\u00bb. Schon seit langem beobachte die Diakonie, dass sich Armut bei vielen Familien \u00fcber Jahre hinweg verfestige, sagte K\u00fcnkel in Hannover. \u00abEs ist dringend geboten, dass wir auch wieder \u00fcber eine Verteilungsgerechtigkeit in unserem Land reden\u00bb, mahnte er an. Die stetig gr\u00f6\u00dfer werdende Schere zwischen Reichtum und Armut bedrohe den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein Beleg daf\u00fcr sei das Erstarken von rechtsextremen Parteien.<\/p>\n<p>Der Bremer Landesdiakoniepastor Manfred Meyer forderte eine Kindergrundsicherung. Damit k\u00f6nnten die Teilhabechancen benachteiligter Kinder verbessert werden, sagte Meyer dem epd. Das Land Bremen ist besonders von Kinderarmut betroffen. Der kirchliche Sozialexperte Meyer sagte, um etwas gegen die Armut der Kinder zu unternehmen, m\u00fcsse auch etwas gegen die Armut der Eltern unternommen werden. Von einer Kindergrundsicherung k\u00f6nnten insbesondere gef\u00e4hrdete Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern profitieren.<\/p>\n<p>Auch die nieders\u00e4chsische Landesarmutskonferenz macht sich f\u00fcr eine Kindergrundsicherung stark. Sie forderte zudem die Wiedereinf\u00fchrung der Verm\u00f6genssteuer. Sprecher Martin Fischer beklagte, dass insbesondere Kinder unter der mangelnden Gerechtigkeit leiden m\u00fcssten. \u00abDiese Erfahrung des Ausgeschlossenseins pr\u00e4gt diese Kinder von klein an und sorgt daf\u00fcr, dass es schwer wird, aus der Armutsspirale herauszukommen.\u00bb<\/p>\n<p>Als arm gelten Familien, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens haben oder staatliche Grundsicherung erhalten. Nach Angaben des Landesamtes f\u00fcr Statistik Niedersachsen vom August hat sich in Niedersachsen die Armutsgef\u00e4hrdungsquote im vergangenen Jahr von 15,9 auf 16 Prozent erh\u00f6ht. Im bundesweiten Mittel lag sie unver\u00e4ndert bei 15,7 Prozent. In Bremen gilt jeder Dritte unter 18 Jahren als arm oder armutsgef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bertelmann Studie wurde auch nach G\u00fctern und M\u00f6glichkeiten der sozialen Teilhabe gefragt. Zu den 23 aufgelisteten Punkten geh\u00f6ren beispielsweise eine gen\u00fcgend gro\u00dfe Wohnung, eine Waschmaschine, ein internetf\u00e4higer Computer sowie Kinobesuche oder die M\u00f6glichkeit, Freunde zum Essen nach Hause einzuladen. Kinder, die dauerhaft in armen Verh\u00e4ltnissen leben, mussten auf durchschnittlich mehr als sieben Prozent der abgefragten G\u00fcter verzichten. Kindern in zeitlich begrenzter Armut fehlten 3,4 Prozent der M\u00f6glichkeiten. Kinder aus Familien mit sicherem Einkommen m\u00fcssen lediglich auf 1,3 Prozent der G\u00fcter aus finanziellen Gr\u00fcnden verzichten.<\/p>\n<p>Armut bedeute in Deutschland zwar nicht, kein Dach \u00fcber dem Kopf oder kein Essen zu haben, erkl\u00e4rten die Autoren der Studie. Die lebensnotwendige Grundversorgung sei gesichert. Armut bedeute aber, auf vieles verzichten zu m\u00fcssen, was f\u00fcr andere ganz normal zum Aufwachsen und Leben dazu geh\u00f6re. F\u00fcr die Studie haben die Forscher \u00fcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren die Einkommenssituation von Familien untersucht. Zu fast 3.200 Kindern wurden Informationen ausgewertet.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover\/Bremen\/G\u00fctersloh (epd). Vor dem Hintergrund einer Bertelsmann-Studie zur Kinderarmut fordern Sozialverb\u00e4nde in Niedersachsen und Bremen mehr Verteilungsgerechtigkeit und eine Grundsicherung f\u00fcr Kinder. 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