{"id":8260,"date":"2017-10-24T14:49:00","date_gmt":"2017-10-24T12:49:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/wind-der-freiheit-drei-fragen-an-bremens-ehemaligen-buergermeister-boehrnsen-der-fuer-den-reformationstag-als-dauerhaften-feiertag-wirbt\/"},"modified":"2017-10-24T14:49:00","modified_gmt":"2017-10-24T12:49:00","slug":"wind-der-freiheit-drei-fragen-an-bremens-ehemaligen-buergermeister-boehrnsen-der-fuer-den-reformationstag-als-dauerhaften-feiertag-wirbt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wind-der-freiheit-drei-fragen-an-bremens-ehemaligen-buergermeister-boehrnsen-der-fuer-den-reformationstag-als-dauerhaften-feiertag-wirbt\/","title":{"rendered":"\u00abWind der Freiheit\u00bb &#8211; Drei Fragen an Bremens ehemaligen B\u00fcrgermeister B\u00f6hrnsen, der f\u00fcr den Reformationstag als dauerhaften Feiertag wirbt"},"content":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Die Bremische B\u00fcrgerschaft hat 2013 beschlossen, dass anl\u00e4sslich des 500. Reformationsjubil\u00e4ums der 31. Oktober 2017 einmalig ein Feiertag sein soll. Mittlerweile gilt das in allen Bundesl\u00e4ndern. Nun mehren sich die Stimmen, den Reformationstag bundesweit zum dauerhaften Feiertag zu erkl\u00e4ren. Daf\u00fcr setzt sich wie Niedersachsens Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil auch Bremens ehemaliger Senatspr\u00e4sident Jens B\u00f6hrnsen (beide SPD) ein. Der Protestant B\u00f6hrnsen (68) hat in der Bremischen Evangelischen Kirche das Ehrenamt des Botschafters f\u00fcr das Reformationsjubil\u00e4um 2017 \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>epd: Herr B\u00f6hrnsen, Sie haben sich noch in ihrer Amtszeit als B\u00fcrgermeister und Senatspr\u00e4sident daf\u00fcr eingesetzt, dass der Reformationstag am 31. Oktober dauerhaft zum Feiertag erkl\u00e4rt wird.<br \/>Warum?<\/p>\n<p>Jens B\u00f6hrnsen: Da gibt es zun\u00e4chst einen ganz weltlichen Aspekt.<br \/>In den f\u00fcnf ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern ist der Reformationstag ein Feiertag. Und die S\u00fcddeutschen haben deutlich mehr Feiertage als der Norden. Das spricht daf\u00fcr, einen weiteren gesetzlichen Feiertag in den norddeutschen L\u00e4ndern einzuf\u00fchren. Und ich glaube, der Reformationstag eignet sich daf\u00fcr ganz besonders, denn er hat das Potenzial, Menschen unterschiedlichen Glaubens und Nichtgl\u00e4ubige in gleicher Weise anzusprechen. Die Reformation hat unser Land gepr\u00e4gt wie kein anderes Ereignis. Sie hat den Wind der Freiheit in die Welt gebracht. \u00dcber die Aufkl\u00e4rung, die Religionskritik bis hin zur Demokratie und zum Rechtsstaat unserer Zeit gibt es eine Wirkungslinie. Und im \u00fcbrigen: Einer Gesellschaft tut es gut, einmal innezuhalten und jenseits von Arbeitsleben und Alltag dar\u00fcber nachzudenken, was ist der Sinn unseres Handelns, was sind die Werte, nach denen wir uns orientieren? Das w\u00e4re am Reformationstag gut m\u00f6glich.<\/p>\n<p>epd: Kritiker merken an, der Reformationstag feiere Martin Luther, einen Antisemiten&#8230;<\/p>\n<p>Jens B\u00f6hrnsen: Es geht nicht um einen Luthertag, es geht um einen Reformationstag. Luther als Person geh\u00f6rt nicht auf ein Denkmal gestellt und als Held gefeiert. Er ist sehr differenziert zu betrachten. Bei ihm verbinden sich ohne Zweifel die Reformation als Freiheitsbewegung mit Ressentiments bis zu schrecklichen Attacken auf Andersgl\u00e4ubige, denken wir nur an die Juden und denken wir an den Islam. Ein Luther-Gedenktag w\u00e4re die falsche \u00dcberschrift. Der Reformationstag ist vielmehr ein Tag der Menschenrechte, f\u00fcr die wir uns immerw\u00e4hrend einsetzen m\u00fcssen. Ein Feiertag mit Auftrag also. Und eben kein rein kirchlicher Feiertag.<\/p>\n<p>epd: Niedersachsens Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil ist auch f\u00fcr einen dauerhaften Feiertag am 31. Oktober und sieht ihn als Tag des Br\u00fcckenschlags zwischen den Religionen. Wie sehen Sie das?<\/p>\n<p>Jens B\u00f6hrnsen: Ich kann mich dem voll anschlie\u00dfen. Die Reformation ist nicht das Gr\u00fcndungsereignis der evangelischen Kirche, sie ist viel mehr. Sie bedeutet, dass wir in einer multireligi\u00f6sen, multiethnischen und pluralen Gesellschaft gut daran tun, uns der Grundlagen unseres Zusammenlebens zu vergewissern: Menschenw\u00fcrde, Gleichheit, Glaubensfreiheit, Gewissensfreiheit &#8211; alles Menschen- und Freiheitsrechte, die mit der Reformation in Verbindung stehen. F\u00fcr sie einzutreten, das ist eine aktuelle Herausforderungen f\u00fcr den Zusammenhalt der Gesellschaft. Frei denken, frei glauben, frei leben, das sind Werte, hinter denen sich alle in unserer Gesellschaft versammeln k\u00f6nnen.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bremen (epd). Die Bremische B\u00fcrgerschaft hat 2013 beschlossen, dass anl\u00e4sslich des 500. Reformationsjubil\u00e4ums der 31. Oktober 2017 einmalig ein Feiertag sein soll. Mittlerweile gilt das in allen Bundesl\u00e4ndern. Nun mehren sich die Stimmen, den Reformationstag bundesweit zum dauerhaften Feiertag zu erkl\u00e4ren. Daf\u00fcr setzt sich wie Niedersachsens Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil auch Bremens ehemaliger Senatspr\u00e4sident Jens B\u00f6hrnsen (beide SPD) ein. Der Protestant B\u00f6hrnsen (68) hat in der Bremischen Evangelischen Kirche das Ehrenamt des Botschafters f\u00fcr das Reformationsjubil\u00e4um 2017 \u00fcbernommen. epd: Herr B\u00f6hrnsen, Sie haben sich noch in ihrer Amtszeit als B\u00fcrgermeister und Senatspr\u00e4sident daf\u00fcr eingesetzt, dass der Reformationstag am 31. 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