{"id":8376,"date":"2017-11-13T13:02:00","date_gmt":"2017-11-13T12:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/es-geht-um-das-wie\/"},"modified":"2017-11-13T13:02:00","modified_gmt":"2017-11-13T12:02:00","slug":"es-geht-um-das-wie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/es-geht-um-das-wie\/","title":{"rendered":"Es geht um das \u201eWie\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie Rechten sind mit uns l\u00e4ngst in einen Dialog getreten. Wir m\u00fcssen nun entscheiden, wie wir darauf reagieren wollen.\u201c Daniel-Pascal Zorn lie\u00df in seinem Vortrag keinen Zweifel, dass es nicht mehr um die Frage geht, ob wir mir Rechten reden wollen, sondern nur um das Wie, \u201edenn jeder Einzelne von uns ist bereits Teil des Diskurses\u201c. <\/p>\n<p>Daniel-Pascal Zorn, Mitautor des auf der diesj\u00e4hrigen Frankfurter Buchmesse meistdiskutierte Buch \u201emit Rechten reden \u2013 ein Leitfaden\u201c war auf Einladung des Kirchenkreises, der Diakonie und des Evangelische Bildungswerkes Ammerland ins Evangelische Haus in Westerstede gekommen, um wissenschaftlich, aber auch mit vielen Anekdoten, rund 50 Besucherinnen und Besuchern zu erl\u00e4utern, wie das geht, mit Rechten zu reden.<\/p>\n<p>Philosoph Dr. Zorn ist auf das Fachgebiet Argumentationslogik spezialisiert und diskutiert im Internet viel mit Rechten. Diese werden dort \u201eTrolle\u201c genannt, die versuchen, durch emotionale Provokationen Andere zu Reaktionen zu bringen. Dr. Zorn wies darauf hin, dass es sich dabei um eine Kommunikationsstruktur handele, die durchbrochen werden m\u00fcsse. \u201eDie Rechten kalkulieren dabei vorab, wie sich ihr Gegen\u00fcber verhalten wird. L\u00e4sst sich ihr Gegen\u00fcber tats\u00e4chlich provozieren, so st\u00e4rkt das die Rechten\u201c. Wichtig sei es, nicht konfrontativ zu reagieren. \u201eGehen Sie weniger auf den Inhalt ein als auf das &#8216;Wie&#8217;. L\u00f6sen Sie sich von Ihrem Affekt und nehmen Sie Ihr Gegen\u00fcber ernst. Fragen Sie nach Gr\u00fcnden, haken Sie nach. Nur so kommen Sie aus der rechts dominierten Diskursspirale heraus.\u201c <\/p>\n<p>\u201eWie schaffe ich es in einem Gespr\u00e4ch, nicht in eine Falle zu tappen?\u201c, fragte eine Anwesende. \u201e\u00dcben Sie mit vertrauten Personen, in Rollenspielen \u2013 backen Sie kleine Br\u00f6tchen. Niemand zwingt Sie, gleich mit Donald Trump in den Ring zu steigen.\u201c, so der Philosoph. Man solle versuchen, im Gespr\u00e4ch nicht nur Meinungen gegeneinander zu halten, sondern seinen Standpunkt davon zu abstrahieren, immer im Recht zu sein. Demokratie m\u00fcsse wieder als produktiver Streit betrachtet werden, in dem unterschiedliche Standpunkte gleicherma\u00dfen richtig sein und bestehen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>In pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen k\u00f6nnten rechtsorientierte Menschen h\u00e4ufig zum \u00dcberdenken der Position gebracht werden k\u00f6nnen, wenn durch R\u00fcckfragen zu Allgemeinpl\u00e4tzen es auf ihren pers\u00f6nlichen Erfahrungshorizont ankomme. In \u00f6ffentlichen Debatten gehe es eher um die Zuh\u00f6rer, um die Unentschlossenen. \u201eRechtsorientierte W\u00e4hler sind in der \u00fcberwiegenden Zahl keine Neonazis, sondern Menschen, die entt\u00e4uscht sind.\u201c Ihr Frust entlade sich dann in extremen Meinungen und Wahlverhalten. <br \/>Einige G\u00e4ste blieben nach dem Ende der Diskussion noch sitzen, um das Geh\u00f6rte mit ihren Sitznachbarn und dem nicht publikumsscheuen Philosophen weiter zu er\u00f6rtern. \u201eMir fallen mindestens drei Leute ein, die sich richtig \u00e4rgern werden, dass sie heute nicht da waren\u201c, sagte ein Besucher beim Hinausgehen. Er habe nun Anregungen zum Nachdenken und f\u00fcr seinen Alltag mitgenommen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Peter Tobiassen<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Rechten sind mit uns l\u00e4ngst in einen Dialog getreten. 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