{"id":8384,"date":"2017-11-13T08:56:00","date_gmt":"2017-11-13T07:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/kuerzere-gottesdienste-und-schaerferes-profil-evangelische-kirche-beraet-ueber-reformen\/"},"modified":"2017-11-13T08:56:00","modified_gmt":"2017-11-13T07:56:00","slug":"kuerzere-gottesdienste-und-schaerferes-profil-evangelische-kirche-beraet-ueber-reformen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/kuerzere-gottesdienste-und-schaerferes-profil-evangelische-kirche-beraet-ueber-reformen\/","title":{"rendered":"K\u00fcrzere Gottesdienste und sch\u00e4rferes Profil &#8211; Evangelische Kirche ber\u00e4t \u00fcber Reformen"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Euphorie des Reformationsjubil\u00e4ums steht die evangelische Kirche vor der Frage, wie sich die Kirche f\u00fcr die Zukunft neu aufstellen kann. Trotz Mitgliederr\u00fcckgang soll die christliche Botschaft wieder st\u00e4rker unters Volk gebracht werden.<\/p>\n<p>Bonn\/Hannover (epd). Die evangelische Kirche will sich nach dem Ende des 500. Reformationsjubil\u00e4ums mit Reformen zukunftsf\u00e4hig machen. Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beriet am Montag in Bonn dar\u00fcber, wie der Schwung des Feierjahres genutzt werden kann, um mehr Menschen mit der Glaubensbotschaft zu erreichen. Wissenschaftler empfahlen bessere Gottesdienste, ein kantigeres Profil sowie Dialog und Zusammenarbeit mit der s\u00e4kularen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Gottesdienste m\u00fcssten einladender, professioneller und k\u00fcrzer werden, sagte der Religionssoziologe Detlef Pollack vor der Synode. Viele h\u00e4tten am Sonntagvormittag anderes zu tun, das ihnen wichtiger sei, daher sollte ein Gottesdienst nicht l\u00e4nger als 50 oder 60 Minuten dauern. Das wichtigste kirchliche Format werde zunehmend zu einer Insider-Veranstaltung, berge aber gro\u00dfes Mobilisierungspotenzial: 60 Prozent der Menschen, die mindestens einmal im Monat in die Kirche gehen, engagierten sich dort ehrenamtlich.<\/p>\n<p>Pollack konstatiert insgesamt eine \u00abschwache religi\u00f6se Nachfrage\u00bb in der s\u00e4kularen westlichen Gesellschaft. Das gr\u00f6\u00dfte Problem der Kirche bestehe heute darin, dass Glaube und Kirche den Menschen nicht so wichtig seien: \u00abSie haben andere Priorit\u00e4ten\u00bb, sagte der Wissenschaftler der Universit\u00e4t M\u00fcnster. Die Kirche m\u00fcsse daher den Sinn f\u00fcr Religion und \u00abdas Unendliche\u00bb in der Gesellschaft pr\u00e4sent halten und versuchen, den Menschen die Frage nach Gott dringlich zu machen.<\/p>\n<p>Mutiger sollte die evangelische Kirche nach Pollacks Worten manchmal sein, indem sie \u00abvom Mainstream des allgemeinen Gutmenschentums\u00bb abweicht. \u00abZum Beispiel, indem sie sich f\u00fcr die W\u00e4hler der AfD interessiert und versucht, ihre Anliegen ernst zu nehmen und zu verstehen statt sie zu verurteilen\u00bb, schlug der Forscher vor. Einen weiteren Ansatzpunkte sieht Pollack darin, Eltern st\u00e4rker zu einer christlichen Erziehung ihrer Kinder zu motivieren. Zwar w\u00fcrden \u00fcber 90 Prozent der Kinder mit einem evangelischen Elternteil getauft, nur die H\u00e4lfte erhalte aber eine christliche Erziehung.<\/p>\n<p>Der Bochumer Historiker Lucian H\u00f6lscher riet der Kirche, die s\u00e4kulare Gesellschaft weder als Gegner des Christentums noch als passives Handlungsfeld f\u00fcr Mission zu sehen, sondern als Gegen\u00fcber, das den Kirchen etwas zu geben habe. Viele s\u00e4kulare Menschen und Institutionen unterst\u00fctzten die Kirchen, weil es zahlreiche gemeinsame Anliegen gebe. Die Kirchen sollten ihrerseits bereit sein, sich auf Debatten \u00fcber Werte und Grundlagen des Zusammenlebens einzulassen. \u00abReligion und S\u00e4kularit\u00e4t widersprechen einander nicht, sondern beziehen sich wechselseitig aufeinander\u00bb, sagte der Emeritus der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum.<\/p>\n<p>Die katholische Politikwissenschaftlerin und Journalistin Christiane Florin rief zu einem wachen Blick auf die Gesellschaft und zu einer \u00abbelangvollen\u00bb \u00d6kumene auf. In beiden gro\u00dfen Kirchen gebe es wenige Orte, an denen \u00fcber die viel beschworene Botschaft gesprochen werde: \u00abWas ich wirklich glaube, ist selten ein Thema.\u00bb Die Menschen interessiere nicht die Frage \u00abkatholisch oder evangelisch\u00bb, sondern sie stellten sich Fragen wie: \u00abInteressiert mich das, oder interessiert es mich nicht? Geht es mich etwas an, oder geht mich nichts an? Kann ich es f\u00fcr mein Leben brauchen, oder das ist blo\u00df etwas f\u00fcr die anderen?\u00bb<\/p>\n<p>Die 120 Mitglieder des Kirchenparlaments sollen bei ihrer bis Mittwoch dauernden Jahrestagung ein Papier erarbeiten, das Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr m\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen gibt. Impulse gaben in Bonn nicht nur Wissenschaftler, sondern auch sogenannte Scouts, die \u00fcber ihre Eindr\u00fccke und Erlebnisse im Reformationsjubil\u00e4umsjahr berichteten.<\/p>\n<p>Ein Papier des Synodenpr\u00e4sidiums zum Schwerpunktthema \u00abZukunft auf gutem Grund\u00bb enth\u00e4lt Thesen und Fragen zur Kommunikation und Beteiligungsm\u00f6glichkeiten in der evangelischen Kirche. Konkret wird etwa gefragt, ob das Kirchenmitgliedschaftsrecht vielf\u00e4ltiger gestaltet werden kann.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Euphorie des Reformationsjubil\u00e4ums steht die evangelische Kirche vor der Frage, wie sich die Kirche f\u00fcr die Zukunft neu aufstellen kann. Trotz Mitgliederr\u00fcckgang soll die christliche Botschaft wieder st\u00e4rker unters Volk gebracht werden. Bonn\/Hannover (epd). Die evangelische Kirche will sich nach dem Ende des 500. Reformationsjubil\u00e4ums mit Reformen zukunftsf\u00e4hig machen. Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beriet am Montag in Bonn dar\u00fcber, wie der Schwung des Feierjahres genutzt werden kann, um mehr Menschen mit der Glaubensbotschaft zu erreichen. Wissenschaftler empfahlen bessere Gottesdienste, ein kantigeres Profil sowie Dialog und Zusammenarbeit mit der s\u00e4kularen Gesellschaft. Gottesdienste m\u00fcssten einladender, professioneller&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"false","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[43],"tags":[44],"class_list":["post-8384","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kirche-oldenburg","tag-kirche-oldenburg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8384\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}