{"id":8405,"date":"2017-11-17T07:55:00","date_gmt":"2017-11-17T06:55:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/zunehmende-gewalt-gegen-rettungskraefte-macht-sorgen\/"},"modified":"2017-11-17T07:55:00","modified_gmt":"2017-11-17T06:55:00","slug":"zunehmende-gewalt-gegen-rettungskraefte-macht-sorgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/zunehmende-gewalt-gegen-rettungskraefte-macht-sorgen\/","title":{"rendered":"Zunehmende Gewalt gegen Rettungskr\u00e4fte macht Sorgen"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich ist es eine ganz normale Familie, doch pl\u00f6tzlich ger\u00e4t das Gleichgewicht aus den Fugen, es gibt Streit, der Mann wird handgreiflich, die Frau f\u00fchlt sich bedroht und ruft die Polizei. Die steht auch schon bald vor der T\u00fcr, will der Frau helfen, weist den Mann mit scharfen Worten zurecht. Die Situation eskaliert und pl\u00f6tzlich werden der junge Polizist und seine Kollegin angegriffen und in \u00fcbelster Form beleidigt. Sie kommen als Retter, wollen helfen und sind pl\u00f6tzlich selbst Opfer. <br \/>&nbsp;<br \/>\u201eDas ist heute leider kein Einzelfall mehr\u201c, sagt&nbsp; J\u00f6rn Kreikebaum, Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland. Mittlerweile geh\u00f6re es fast zum Alltag, dass Mitarbeitende von Polizei und Rettungsdienst angegriffen, bespuckt und beleidigt w\u00fcrden. \u201eDie Entwicklung ist fatal, wir d\u00fcrfen das nicht einfach so laufen lassen\u201c, meint Notfallseelsorger Frank Moritz, der Pastor in der Kirchengemeinde Bant ist. Beim Runden Tisch, an dem die Notfallseelsorger, Vertreter von Polizei, Feuerwehr, DLRG, THW, Rotem Kreuz und anderen Rettungsorganisationen zusammenkommen, um ihre Erfahrungen auszutauschen, war die zunehmende Gewalt gegen\u00fcber Einsatzkr\u00e4ften vor kurzem Thema. Am Ende stand der Entschluss fest: \u201eEs wird dringend Zeit, die Entwicklung zu stoppen. Ein erster Schritt ist, dass wir mit dem Thema jetzt an die \u00d6ffentlichkeit gehen\u201c, so Pastor Moritz, der mit Kreikebaum und Michael Weiser, Brandamtsrat der Berufsfeuerwehr in Wilhelmshaven, zum Pressegespr\u00e4ch eingeladen hatte. <\/p>\n<p>Spucken, bei\u00dfen, treten, p\u00f6beln, das sei gegen\u00fcber der Polizei schon fast an der Tagesordnung. Doch auch den Rettungskr\u00e4ften gegen\u00fcber sei neuerdings mehr und mehr Gewaltbereitschaft zu verzeichnen, so Weiser. In 30 Jahren als Notfallseelsorger sei Gewalt gegen Vollzugsbeamte immer mal wieder ein Thema gewesen, berichtete Moritz. Derzeit aber erlebe er eine enorme Versch\u00e4rfung der Situation. Dass aber auch Sanit\u00e4ter und Feuerwehrleute angegriffen w\u00fcrden, sei neu. \u201eWer hingeht, um zu helfen, der muss damit rechnen, dass er da nicht heil rauskommt. Wenn es so weitergeht, wird es bald keine Menschen mehr geben, die sich f\u00fcr diese Aufgaben zur Verf\u00fcgung stellen wollen\u201c, bef\u00fcrchtet er. \u201eEs kann nicht sein, dass die, die f\u00fcr Sicherheit sorgen wollen, nicht mehr sicher arbeiten k\u00f6nnen\u201c, sagte Kreikebaum, der mittlerweile ein gr\u00f6\u00dferes Misstrauen und ein distanzierteres Verhalten seiner Kolleginnen und Kollegen beobachtet.&nbsp; <\/p>\n<p>Rund zwei Drittel der Gewaltt\u00e4tigkeiten passieren unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen, aber ein Drittel sei auch im Vollbesitz der geistigen Kr\u00e4fte. Rund 90 Prozent der T\u00e4ter seien m\u00e4nnlich, allein in der Inspektion Wilhelmshaven-Friesland kommen derzeit im Jahr bis zu 100 F\u00e4lle zur Anzeige, in der gesamten Direktion Oldenburg bis zu 3.500. Die Dunkelziffer sei aber hoch. \u201eUnsere&nbsp; Leute sind gewohnt, einiges wegzustecken, bevor sie Anzeige erstatten.\u201c <\/p>\n<p>Wenn aber solche F\u00e4lle zur Anzeige kommen, sei es ein fatales Zeichen, wenn Richter das Verfahren einstellten, meint Kreikebaum. Immerhin habe sich die Gesetzeslage ver\u00e4ndert, mit einer Geldstrafe komme niemand mehr davon, der Rettungskr\u00e4fte oder die Polizei angreife. Es gehe immer um eine Straftat und um Freiheitsentzug. <\/p>\n<p>Welche Gr\u00fcnde zu der Entwicklung gef\u00fchrt haben, dar\u00fcber l\u00e4sst sich nur spekulieren. Zunehmende Respektlosigkeit und Individualisierung k\u00f6nnten ein Faktor sein, meinen die drei.&nbsp; <\/p>\n<p>Wichtiger sei es jetzt, einzuschreiten und eine \u00f6ffentliche Diskussion anzusto\u00dfen. Das Bewusstsein in der Bev\u00f6lkerung m\u00fcsse sich ver\u00e4ndern, die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sensibilisiert werden. \u201eWir brauchen eine breite gesellschaftliche Diskussion zu diesem Thema\u201c, sagte Kreikebaum. Zudem gehe es auch um politischen Druck, so Moritz. Gro\u00dfe Parteien m\u00fcssten endlich das Sicherheitsbed\u00fcrfnis der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wieder ernster nehmen. Jetzt, jenseits von Wahlen, sei die Zeit dazu.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Annette Kellin.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich ist es eine ganz normale Familie, doch pl\u00f6tzlich ger\u00e4t das Gleichgewicht aus den Fugen, es gibt Streit, der Mann wird handgreiflich, die Frau f\u00fchlt sich bedroht und ruft die Polizei. Die steht auch schon bald vor der T\u00fcr, will der Frau helfen, weist den Mann mit scharfen Worten zurecht. 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