{"id":8486,"date":"2017-12-05T15:36:00","date_gmt":"2017-12-05T14:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/es-braucht-den-konflikt-wenn-die-menschenwuerde-verletzt-wird\/"},"modified":"2017-12-05T15:36:00","modified_gmt":"2017-12-05T14:36:00","slug":"es-braucht-den-konflikt-wenn-die-menschenwuerde-verletzt-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/es-braucht-den-konflikt-wenn-die-menschenwuerde-verletzt-wird\/","title":{"rendered":"Es braucht den Konflikt, wenn die Menschenw\u00fcrde verletzt wird"},"content":{"rendered":"<div>Die Kirche brauche den Erfahrungsaustausch und die Kooperation mit anderen Institutionen, Organisationen und Bewegungen. Diese h\u00e4tten alle gemeinsam eine Verantwortung f\u00fcr den Zusammenhalt, f\u00fcr das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft und f\u00fcr den Fortbestand einer lebendigen Demokratie, sagte Dr. Irmgard Schwaetzer, Pr\u00e4ses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), beim Adventsempfang der Evangelisch-Lutherischen Kirche Oldenburg am 5. Dezember in der Oldenburger St. Lamberti-Kirche. Viel Unruhe sei aus der Gewissheit entstanden, dass die bundesdeutsche Gesellschaft sich ver\u00e4ndern werde. Es sei Zeit, \u00fcber den Frust und die Wut zu reden, mit jedem und jeder, die dazu bereit sei, Wege zum friedlichen Zusammenleben zu finden, zu einer toleranten, offenen Gesellschaft. \u201eDas ist nicht einfach, das braucht in unserer bisher so konsensorientierten Gesellschaft auch den Konflikt, den Einspruch immer dann, wenn Menschenw\u00fcrde verletzt wird, wenn die gleiche W\u00fcrde jedes Menschen in Frage gestellt wird.\u201c <br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Seit Jahren besch\u00e4ftige sich das Kirchenparlament der EKD mit rechtspopulistischen Gef\u00e4hrdungen, auch bei den Kirchenmitgliedern, so Schwaetzer. \u201eDabei merken wir: es gibt eine gro\u00dfe Zur\u00fcckhaltung, wirklich sehen zu wollen, was es an versteckten antisemitischen, antimuslimischen, an rassistischen Haltungen tats\u00e4chlich gibt.\u201c Es sei nicht zu akzeptieren, dass dadurch die Unsicherheit vieler Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger mit Migrationshintergrund \u2013 vor allem aber der j\u00fcdischen Geschwister \u2013 wachse, die sich fragten, ob dies noch ihr Land sei. \u201eWir haben Verantwortung auch daf\u00fcr, dass jeder Mensch mit seinem Glauben, seinen Traditionen in Deutschland frei und unbehelligt leben kann \u2013 so garantiert es das Grundgesetz. Und wir m\u00fcssen jederzeit daf\u00fcr eintreten.\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>In ihrem Vortrag zum Thema \u201eZukunft auf gutem Grund \u2013 Was nach dem Reformationsjubil\u00e4um geschehen muss\u201c zog Schwaetzer zun\u00e4chst eine positive Bilanz. Die vielf\u00e4ltigen Erfahrungen aus dem Reformationsjubil\u00e4um k\u00f6nnten zu einem Aufbruch genutzt werden. Erfolgreich seien die kirchlichen Veranstalter dort gewesen, wo neue Kooperationspartner wie B\u00fcrgervereine, Volkshochschulen, Theater gesucht und sie mit neuen Formaten an neue Orte gegangen und wenn mentale oder tats\u00e4chliche Kirchenmauern verlassen worden seien. \u201eDann kamen auch die Menschen, die wir sonst nicht erreichen.\u201c Neben den Orten sei aber auch die kommunikative Haltung entscheidend gewesen. <br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Auff\u00e4llig sei, dass Veranstaltungen, die dialogisch gestaltet waren, f\u00fcr Menschen au\u00dferhalb der Kerngemeinden interessant gewesen seien. \u201eWenn wir also die \u201aPredigthaltung\u2019 verlassen und stattdessen uns einlassen auf die Themen und Fragen, mit denen Menschen kommen, kommen wir auch ins Gespr\u00e4ch. Viele Menschen haben uns etwas zu sagen, nicht ausschlie\u00dflich wir ihnen\u201c, so Schwaetzer. <br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Die Frage nach dem gn\u00e4digen Gott, die Martin Luther noch den Schlaf geraubt habe, \u00fcberfalle Menschen heute nicht mehr, aber viele blieben auf religi\u00f6se Themen ansprechbar, wenn ihre Sprache und ihre Fragen getroffen w\u00fcrden. Viel zu h\u00e4ufig komme es jedoch vor, dass sich auf kirchliche \u201eCodes\u201c zur\u00fcckgezogen werde, die zwar viel mit Tradition, aber wenig mit dem heutigen t\u00e4glichen Leben zu tun h\u00e4tten. Selbst im Osten Deutschlands, wo die gro\u00dfe Mehrheit nichts mit der Kirche zu tun habe, habe sie nach anf\u00e4nglicher Skepsis \u201eeine wachsende Neugier auf das erlebt, wovon Christinnen und Christen sprechen\u201c, sagte Schwaetzer. <br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>In vier W\u00fcnschen f\u00fcr die Zukunft der Kirche fasste die Synodenvorsitzende die Beratungen der EKD-Synode Anfang November in Bonn zusammen. Zun\u00e4chst gelte es, die vielf\u00e4ltige Beteiligung am Leben der Kirche zu f\u00f6rdern, \u201eum die reformatorischen Inhalte noch deutlicher verst\u00e4ndlich zu machen: z.B. bei Jungen, Alleinerziehenden, Gro\u00dfstadtmenschen, in l\u00e4ndlichen Gemeinschaften.\u201c Auch m\u00fcsse \u00fcber \u201eneue Formate der Beteiligung und Zugeh\u00f6rigkeit nachgedacht werden\u201c.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Wichtig sei es dabei, zeitgem\u00e4\u00df zu kommunizieren. Dieser Aspekt beziehe sich sowohl auf die sprachliche Gestaltung der Inhalte als auch auf die Kommunikationsmittel. \u201eWir m\u00fcssen reflektieren, wie sich angesichts einer s\u00e4kularisierten und vernetzten Gesellschaft kirchliche Strukturen ver\u00e4ndern (m\u00fcssen) und den Herausforderungen der gewandelten Kommunikationsanforderungen kreativ begegnet werden kann.\u201c <br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Weiterhin m\u00fcsse die \u00f6kumenische Einheit vertieft werden, denn die \u201eneue Offenheit f\u00fcreinander\u201c \u00e4ndere die Grundtonart des \u00f6kumenischen Gespr\u00e4chs. \u201eEs wird nicht zuerst gefordert, was der Partner noch \u00e4ndern soll, sondern dar\u00fcber nachgedacht, was in der je eigenen Tradition der \u00d6kumene im Wege steht.\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Und schlie\u00dflich ermunterte Schwaetzer, \u201eKirche neu zu denken\u201c. In ihrer F\u00e4higkeit, im Jahr 2017 mit anderen Institutionen, Organisationen wie Bewegungen zu kooperieren, habe die Kirche ihre St\u00e4rken erfahren. Darauf k\u00f6nne sie bauen, wenn sie die Probleme der Zukunft angehe, die sich aus der demografischen Entwicklung, den zur\u00fcckgehenden Finanzen \u2013 kurz den Gegebenheiten der s\u00e4kularen Gesellschaft ergeben. \u201eDenn der Aufbruch, den wir wollen wird hoffentlich bald sp\u00fcrbar werden\u201c, werde aber die Probleme \u201enicht auf die kurze Sicht\u201c l\u00f6sen.<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Er\u00f6ffnet wurde der allj\u00e4hrliche Adventsempfang der oldenburgischen Kirche mit einer Andacht, die gemeinsam von Pfarrer Jan Janssen, Vertreter im Bischofsamt, Oberkirchenr\u00e4tin Annette-Christine Lenk und Oberkirchenr\u00e4tin Dr. Susanne Teichmanis gestaltet wurde. In seiner Predigt betonte Pfarrer Janssen, \u201ewieviel wir in diesem Jahr im Neubesinnen auf den Anfang im Wort gelernt haben. Gerade im Oldenburger Land sind wir rausgegangen aus unseren Mauern, durften gemeinsam mit Nachbarkirchen in Bremen und Ostfriesland und in guter \u00d6kumene mit dem Offizialat Vechta zusammen gestalten. Dazu haben wir neue Wege beschritten, ungew\u00f6hnliche Ideen kreiert im Crossover mit wunderbaren Partnern!\u201c<br \/>&nbsp;&nbsp; <br \/>Musikalisch umrahmt wurde der Adventsempfang durch den Konzertkinderchor, Jugendchor und Ensemble Concenti NordWest der Chorschule St. Ansgar Oldenburg unter der Leitung von Kantorin Birgit Wendt-Thorne sowie Kirchenmusikdirektor Tobias G\u00f6tting an der Orgel. <\/p>\n<p><\/div>\n<div><\/div>\n<p>Source: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kirche brauche den Erfahrungsaustausch und die Kooperation mit anderen Institutionen, Organisationen und Bewegungen. 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