{"id":8615,"date":"2017-12-26T20:14:00","date_gmt":"2017-12-26T19:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/gott-steht-zuerst-an-der-seite-der-leidenden\/"},"modified":"2017-12-26T20:14:00","modified_gmt":"2017-12-26T19:14:00","slug":"gott-steht-zuerst-an-der-seite-der-leidenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/gott-steht-zuerst-an-der-seite-der-leidenden\/","title":{"rendered":"Gott steht zuerst an der Seite der Leidenden"},"content":{"rendered":"<p>Gott stehe zuerst an der Seite der Leidenden, gehe mit ihnen bis in die Tiefe und verlasse sie auch im Abgrund des Todes nicht, betonte Pfarrer Jan Janssen, Vertreter im Bischofsamt der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, am Dienstag, 26. Dezember, im Gedenkgottesdienst an die Weihnachtsflut vor 300 Jahren in der Kirche in Wilhelmshaven-Heppens. <\/p>\n<p>Es sei angemessen und konsequent, gerade in den Weihnachtstagen an die verheerende Weihnachtsflut von 1717 zu erinnern, so Janssen. Es w\u00e4re zu bequem gewesen, den Gedenktag zu verschieben und es sei gut, die Erinnerung an die hohen Flutmarken zu pflegen. <\/p>\n<p>In der Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtsfeiertag 1717 hatte eine verheerende Flut die ganze Nordseek\u00fcste getroffen und viel Leid und Tod in die Region gebracht. Die riesige Sturmflut hatte ganze Landstriche unter sich begraben und Tausende Menschen waren zu Tode gekommen. Die Heppenser Kirche war als Sturmflutkirche auf der Wurt ein Ort der Bewahrung. Mit einer Reihe von Gedenkgottesdiensten und Gedenkveranstaltungen erinnern die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg und die Ev.-luth. Kirchenkreise Friesland \u2013 Wilhelmshaven und Wesermarsch an die Weihnachtsflut vor 300 Jahren.<\/p>\n<p>Dass vor Gott jedes einzelne Menschenleben z\u00e4hle, machten die Stationen des Gottesdienstes in Heppens deutlich, \u201ewenn wir ihre Namen im Ohr und wenn wir ihre Namensz\u00fcge vor Augen haben\u201c, sagte Janssen. Viele Menschen h\u00e4tten damals die Fluten als Strafe Gottes empfunden. Er traue Gott solche Strafaktionen jedoch nicht zu. Er h\u00f6re und vertraue auf Gottes Treue, wie sie auch Noah erfahren habe, betonte Janssen. F\u00fcr ihn stelle sich vielmehr die Frage, wie der Mensch es zulassen k\u00f6nne, Sch\u00f6pfung und Natur als Lebensgrundlage so zu gef\u00e4hrden. <\/p>\n<p>Kritisch \u00e4u\u00dferte sich Janssen zum Umgang mit Opferzahlen in den Medien. \u201eWie steht es mit unserer modernen Humanit\u00e4t, wenn ein Nachrichtensprecher zugeben muss, Unterg\u00e4nge von Fl\u00fcchtlingsbooten im Mittelmeer erst ab bestimmten Zahlen von Toten bekannt geben zu d\u00fcrfen!\u201c, so Janssen. Es gehe darum, jedes einzelne Menschenleben zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n<p>Janssen erinnerte in seiner Predigt (zu Matth\u00e4us 2,13-21) auch an die Opfer des von einem Erdbeben ausgel\u00f6sten Tsunamis, der am 26. Dezember 2004 weit mehr als 200.000 Menschen vor allem in Indonesien, Sri Lanka, Indien und Thailand in den Tod riss. Mehr als 1,5 Millionen Menschen wurden daraufhin obdachlos.<\/p>\n<p>Das Weihnachtsfest markiere den Aufbruch Gottes zu einem gemeinsamen Weg mit den Menschen, dies werde zu Weihnachten gefeiert, betonte Pfarrer Janssen. \u201eDieser Weg f\u00fchrt im Meer der Zeit nicht auf eine Insel der Seligen. Aber es ist ein Weg der Solidarit\u00e4t Gottes mit allen Menschenkindern, die leiden und sterben.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Gottesdienst zwischen Sands\u00e4cken <br \/><\/span>In Heppens Wilhelmshaven wird in diesen Tagen mit Kunst der Weihnachtsflut von 1017 gedacht. Wer in die Kirche will, muss durch Sands\u00e4cke hindurchgehen. Auch der Altar besteht zurzeit aus Sands\u00e4cken. Diese Kunstinstallation ist mit Beteiligung vieler Wilhelmshavener entstanden, die mit Unterst\u00fctzung des THW ca. 1.500 S\u00e4cke f\u00fcr ein Kirchenkunstwerk gef\u00fcllt haben. <\/p>\n<p>Im Gottesdienst in der Heppenser Kirche, der zum Gedenken und als Mahnung f\u00fcr die Zukunft konzipiert war, wurde auch ein tempor\u00e4res Altarbild pr\u00e4sentiert, das der K\u00fcnstler Jarno Stiddien zu diesem Gedenktag gestaltet hat. Kalligraphisch eingearbeitet wurden die Totenlisten der Heppenser Kirchenb\u00fccher aus dem Jahr 1717 \/ 1718. Im Gedenkgottesdienst wurden die Namen gleichzeitig von verschiedenen Orten im Kirchenraum gelesen und ergaben so ein Resonanzraum f\u00fcr Gedenken und Kyrie. Jugendliche z\u00fcndeten zugleich Kerzen f\u00fcr die Flutopfer an. <\/p>\n<p>Die Heppenser Kirche liegt auf einer Wurt und war mit ihren 3,67 Meter \u00fcber N.N. ein Zufluchtsort f\u00fcr die Menschen. Die Flut ist mit einer H\u00f6he von 4,22 Meter aufgelaufen. Dieses Ma\u00df hat auch das tempor\u00e4re Altarbild, das genau bis zur Flutmarke reicht. <\/p>\n<p>Noch bis zum 14. Januar sind Sandsackinstallation und Flutaltarbild in der Heppenser Kirche zu sehen. &nbsp;<\/p>\n<p>In Heppens \u00fcberlebten Menschen, die sich in die Heppensr Kirche retten konnten. Als Sturmflutkirche auf der Wurt, dem Heppenser Berg bot sie die einzige Zuflucht in den Fluten. Ein Drittel der Bev\u00f6lkerung kam ums Leben. <\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Weitere Gedenkgottesdienste<\/span><br \/>Neben dem Gedenkgottesdienst \u201eWeihnachtsflut\u201c mit Pfarrer Jan Janssen am 26. Dezember um 10 Uhr in der Heppenser Kirche Wilhelmshaven fanden am 25. Dezember ein Gedenkgottesdienst zur Weihnachtsflut 1717 mit Kreispfarrer Christian Scheuer in der St.-Magnus Kirche Sande und ein Gedenkgottesdienst um 17:17 Uhr im Weltnaturerbeportal Dangast mit Pfr. Tom O. Brok und Pfr. i.R. Frank Klimmeck sowie ein Gedenk-L\u00e4uten der Sturmflutglocke beim Friesendom von Eckard Grenzer durch Pfarrer Jan Janssen statt. Am 26. Dezember um 10 Uhr gab es ebenfalls einen Gedenkgottesdienst in der St.-Lamberti-Kirche Eckwarden. <\/p>\n<p>Am Freitag, 29. Dezember, um 20 Uhr findet in der St.-Florian-Kirche Sillenstede eine musikalische Erinnerung an die Weihnachtsflut von 1717 mit Orgelmusik, Texten und historischen Berichten statt (Marcus Prieser \u2013 Orgel; Erz\u00e4hler \/ Liturg: Fredo Eilts), der Eintritt ist frei.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Wanderausstellung<\/span><br \/>\nIm Gedenken an diese Katastrophe wurde im Weltnaturerbeportal in Dangast eine Wanderausstellung er\u00f6ffnet, die das Geschehen dokumentiert. Die Ausstellung ist bis zum 14. Januar zu sehen und wurde von der \u201eAkademie Dangast\u201c organisiert, Michael Remmers, Klaas-Heinrich Peters und Michael Recke sind die Kuratoren.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Hier finden Sie weitergehende Informationen: http:\/\/weihnachtsflut1717.de <br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gott stehe zuerst an der Seite der Leidenden, gehe mit ihnen bis in die Tiefe und verlasse sie auch im Abgrund des Todes nicht, betonte Pfarrer Jan Janssen, Vertreter im Bischofsamt der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, am Dienstag, 26. Dezember, im Gedenkgottesdienst an die Weihnachtsflut vor 300 Jahren in der Kirche in Wilhelmshaven-Heppens. Es sei angemessen und konsequent, gerade in den Weihnachtstagen an die verheerende Weihnachtsflut von 1717 zu erinnern, so Janssen. Es w\u00e4re zu bequem gewesen, den Gedenktag zu verschieben und es sei gut, die Erinnerung an die hohen Flutmarken zu pflegen. 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