{"id":8699,"date":"2018-01-15T12:09:00","date_gmt":"2018-01-15T11:09:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/erste-hilfe-fuer-die-seele-2\/"},"modified":"2018-01-15T12:09:00","modified_gmt":"2018-01-15T11:09:00","slug":"erste-hilfe-fuer-die-seele-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/erste-hilfe-fuer-die-seele-2\/","title":{"rendered":"\u201eErste Hilfe\u201c f\u00fcr die Seele"},"content":{"rendered":"<p>\u201eVielleicht begegnen wir Gott nur an Orten des Glaubens, wo sich der Tod eingeschlichen hat\u201c, stellte Oberkirchenr\u00e4tin Annette-Christine Lenk in der Andacht zum Auftakt des Tages der Notfallseelsorge der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg in der Kapelle des Evangelischen Bildungshaus in Rastede heraus. Damit sprach sie Unverhergesehenes an. Nachrichten die das Private, die Familie durchr\u00fctteln. Immer dann sind Menschen, so genannte Notfallseelsorger, beistehend vor Ort, um bei einschneidenden Ereignissen, dem Verlust von Familienleben, Hilfe zu geben. Ein Thema mit vielen Facetten, das bis in tiefste emotionale Bereiche f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>\u201eBleiben wir im Gespr\u00e4ch mit Gott. Lassen wir es uns zurufen, dass auch wir uns auf Gottes Wort verlassen d\u00fcrfen und Gott uns im Frieden geleitet zu den Menschen, die uns in ihrer Not brauchen und lasst uns gemeinsam hoffen, dass er selbst immer mit uns geht und wir ihm begegnen. Denn: wir sind von guten M\u00e4chten wunderbar geborgen\u201c, predigte die Oberkirchenr\u00e4tin als Einstimmung zum Tag der Notfallseelsorge.<\/p>\n<p>\u201eErste Hilfe\u201c f\u00fcr die Seele geben \u00fcber 130 Pfarrinnen, Pfarrer und Ehrenamtliche unter dem Dach der oldenburgischen Kirchen. Ein Dienst, eine Berufung, mit denen die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger Menschen und Hinterbliebenen beistehen, wenn die unvermittelt ein Todesfall oder ein Unfall trifft.<\/p>\n<p>Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den neun Notfallseelsorgeteams bzw. Kriseninterventionsteams der Notfallseelsorge in den sechs Kirchenkreisen der Ev.luth. Kirche in Oldenburg waren der Einladung zum Tag der Notfallseelsorge nach Rastede gefolgt.<br \/>Als Einstieg hielt Polizeidirektor Wilfried Grieme, Personalleiter f\u00fcr Einsatz und Verkehr sowie zugleich Stabschef f\u00fcr besondere Einsatzlagen, einen Impulsvortrag. Er berichtete \u00fcber einen gro\u00dfen Hilfsbedarf.<\/p>\n<p>F\u00fcr Polizeibeamte sei die \u00dcberbringung von Todesnachrichten an Hinterbliebene eine der schwierigsten Aufgaben. \u201eDas kann nicht jeder\u201c, so Grieme. Pfarrer Udo Dreyer Koordinator des Teams Delmenhorst betonte, dass immer viel Wert auf die Entlastung der Polizeibeamten bei \u00dcberbringung der Nachricht gelegt werde. \u201eEin Hinweis wie: ,Ich bleibe noch hier\u2018, bringt die sp\u00fcrbare Entlastung f\u00fcr die Beamten und die Zeit f\u00fcr die Betroffenen in Stille die Nachricht mit Hilfestellung zu verarbeiten\u201c, so Dreyer.<\/p>\n<p>Gleichzeitig erinnerte Grieme an immer neue Herausforderung durch Terrorismus&nbsp; oder Massenunf\u00e4lle wie das Zugungl\u00fcck in Enschede oder Gewaltausbr\u00fcche wie beim G20-Gipfel in Hamburg. \u201eDaraus entsteht vermehrter Hilfsbedarf der Hinterbliebenen, aber auch der Einsatzkr\u00e4fte\u201c.<br \/>Als Beispielf\u00fcr das Unfassbare schilderte Grieme das Fernbleiben eines Beamten nach der Nachtschicht. Vorausgegangen waren besonders schwere Vorkommnisse. Am Ende wurde mit Hochdruck nach dem Kollegen gefahndet und er&nbsp; schlie\u00dflich auch gefunden. Vor den Augen seiner Kollegen schoss sich der Beamte dann aber&nbsp; eine Kugel durch den Mund in den Kopf. \u201eDas Entsetzen war riesig unter den Kollegen. Wir haben die Notfallseelsorge in die Dienststelle geholt, denn die Lage war au\u00dfer Kontrolle\u201c, sagte Grieme. Bei aller Ausbildung w\u00fcrden Beamte auf derartige&nbsp; Vorkommnisse kaum geschult. \u201eSie sind darauf nicht vorbereitet und einfach \u00fcberfordert.\u201c<\/p>\n<p>Grieme: Derartiges zeige Notwendigkeit der Zusammenarbeit von psychosozialen Notfall-Versorgungskr\u00e4ften auf. Ein Zusammenwirken, das erweitert werden m\u00fcsste. Angedacht sei mittlerweile ein regelm\u00e4\u00dfiger Austausch zwischen Polizei und allen beteiligten Kr\u00e4ften. Denn:&nbsp; \u201eIhre Arbeit in der Notfallseelsorge hat einen unsagbaren Wert\u201c, unterstrich der Polizeidirektor zum Abschluss seines Impulsreferats.<br \/>Pfarrer Maic Zielke war als Konf\u00f6rderationsbeauftragter f\u00fcr Notfallseelsorge eigens aus Braunschweig nach Rastede gekommen. \u201eIch bin beeindruckt von der Vielzahl der angereisten Beauftragten. Wir sind nicht alleine und wir stehen Menschen bei, die traumatische Erlebnisse verarbeiten m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Zielke berief sich auf gleiche Standards in der Bunderepublik und hob aber hervor, dass die Ausbildung eine deutlichere Entwicklung nehmen m\u00fcsste. \u201eEs gibt Teams, die schon 20 Jahre im Dienst sind. Hier muss f\u00fcr Nachwuchs gesorgt werden. Das auch vor dem Hintergrund, von zahlenm\u00e4\u00dfig immer weniger werdenden Pfarrinnen und Pfarrern sowie Diakonen\u201c, so Zielke. Damit sah er das Ehrenamt weiter gefordert. Schon heute werden die Pfarrer durch Malteser Hilfsdienst, Johanniter und DRK personell unterst\u00fctzt. Daneben erinnerte Zielke an das von der EKD beschlossenen Seelsorge-Geheimnisgesetz. Das funktioniere im Vieraugenprinzip sehr gut. \u201eSind aber Hospitanten dabei, greife das Gesetz nicht unbedingt.\u201c<\/p>\n<p>Auf Zusammenarbeit setzt da auch das Team Friesland-Nord. Hier wird mit dem DRK kooperiert. Sieben Notfallseelsorger (NFS, Pfarrer und Diakone) und drei ehrenamtliche NFs arbeiten mit. Fredo Eilts, der zusammen mit Stefan Gr\u00fcnefeld in Rastede dabei war&nbsp; und mit ihm das Team koordiniert, sah ebenfalls das Probleme bei der Ausbildung von Hospitanten. Nicht immer sei das Seelsorge-Geheimnisgesetz bindend.<br \/>Auch ein Punkt der bei der Intensivierung der Notfallseelsorge-Ausbildung ber\u00fccksichtigt werden muss. Oberkirchenr\u00e4tin Lenk hat die Schirmherrschaft f\u00fcr die in diesem Jahr geplante Ausbildung der Ev.-luth. Kirche Oldenburg \u00fcbernommen. Diese Ausbildung f\u00fcr Haupt- und Ehrenamtliche von April bis September ist an f\u00fcnf Wochenenden geplant.<\/p>\n<p>Kai Wessels schilderte die Entstehung und Arbeit der Notfallseelsorge Wilhelmshaven, die er zusammen mit Frank Moritz koordiniert. Zugleich ist er Sprecher aller Koordinatoren. Am 1. September 1997 wurde das Team gegr\u00fcndet. In den 20 Jahren konnten 1.225.000 Stunden bei 800 Eins\u00e4tzen geleistet werden. Zehn evangelische Notfallseelsorge (NFS) und bis zu zwei katholische NFS sind auf Bedarf m\u00f6glich. 650 Eins\u00e4tze sind dokumentiert. Bis zu zehn Einsatzkr\u00e4fte sind bei gr\u00f6\u00dferen Lagen vor Ort. \u201eWir sind Begleiter in der Not und Gespr\u00e4chspartner und Helfer zugleich. Wir arbeiten mit dem Maltester Kit-Team eng zusammen\u201c, schilderte Wessels. Nacheinander stellte sich auch die anderen Teams und deren Notfallseelsorge-Systeme vor. <\/p>\n<p>Mit Austausch und Musik des Ensembles \u201eBalg und Bogen\u201c mit Barbara Andrae (Akkordeon) sowie Volkmar Stickan (Cello) endeten die Impulsreferate und Vorstellungen. Nach der Mittagspause ging es in die f\u00fcnf Workshops. Inhalte waren \u201eKultur und Gesellschaft\u201c mit D\u00f6rte Keske, Transaktionsanalytikerin und Notfallseelsorgerin. \u201eErfahrungsaustausch\/Kollegiale Beratung unter NotfallseelsorgerInnen\u201c unter der Leitung von Kai Wessels, Koordinator f\u00fcr Notfallseelsorge im kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven war ein weiteres Angebot. \u201ePsychotraumatologie\u201c mit Maic Zielke und \u201eInformation zur Notfallseelsorge-Ausbildung 2018\u201c mit Julia Neuschwander, Leitung Referat Seelsorge, sie arbeitete auch die Tagung aus waren weitere Themengebiet. \u201eNach dem Tod \u2013 Kirchliche Rituale, Aussegnung und Gebet\u201c standen im f\u00fcnften Workshop mit den Pastoren und Koordinatoren im Kirchenkreis Ammerland und Oldenburger M\u00fcnsterland, Michael K\u00fchn und Christian Jaeger im Mittelpunkt.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Peter Kratzmann<\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eVielleicht begegnen wir Gott nur an Orten des Glaubens, wo sich der Tod eingeschlichen hat\u201c, stellte Oberkirchenr\u00e4tin Annette-Christine Lenk in der Andacht zum Auftakt des Tages der Notfallseelsorge der Ev.-luth. 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