{"id":8917,"date":"2018-01-30T08:15:00","date_gmt":"2018-01-30T07:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/professorin-schulnoten-sind-nie-objektiv\/"},"modified":"2018-01-30T08:15:00","modified_gmt":"2018-01-30T07:15:00","slug":"professorin-schulnoten-sind-nie-objektiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/professorin-schulnoten-sind-nie-objektiv\/","title":{"rendered":"Professorin: Schulnoten sind nie objektiv"},"content":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Lehrer, Eltern und Sch\u00fcler sollten nach Ansicht der P\u00e4dagogik-Professorin Barbara Moschner gelassener mit Schulnoten umgehen. \u00abDie Zensurenvergabe ist nie objektiv und von vielen oft unbewussten Faktoren abh\u00e4ngig\u00bb, sagte die Direktorin des Didaktischen Zentrums der Universit\u00e4t Oldenburg im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Im besten Fall k\u00f6nne es \u00abgerechte Noten\u00bb geben. Ein schulischer Erfolg lasse sich nur bedingt von Noten ablesen.<\/p>\n<p>Obwohl Lehramtsstudierende auf m\u00f6gliche Fallen bei der Notenvergabe hingewiesen w\u00fcrden, gew\u00f6nnen doch oft Erfahrungen, Vorlieben oder die eigenen Perspektiven auf die Welt einen gro\u00dfen Einfluss auf die Bewertung der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, sagte Moschner. Dies beginne bereits bei deren Vornamen: Charlotte und Alexander w\u00fcrden eher Eigenschaften wie Leistungsst\u00e4rke und Flei\u00df unterstellt als Mandy oder Justin. In einer Studie aus dem Jahr 2009 benannten Lehrer besonders den Namen Kevin als Stereotyp f\u00fcr einen verhaltensauff\u00e4lligen Sch\u00fcler.<\/p>\n<p>Auch die Handschrift, das Geschlecht oder die soziale Herkunft spielten eine Rolle. \u00abWenn Sie M\u00fche haben, einen mit krakeliger Handschrift verfassten Aufsatz \u00fcberhaupt zu entziffern, ist eine inhaltlich objektive oder gerechte Bewertung schon fast nicht mehr m\u00f6glich.\u00bb Auch hielten sich Vorurteile, denen zufolge Jungen intelligent und faul, M\u00e4dchen dagegen flei\u00dfig, aber weniger klug sind.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr solche Vorurteile liegen laut Moschner in der Vergangenheit: \u00abUnsere Gesellschaft lebt die Hierarchie. In unserem Gedankengut ist noch viel vom preu\u00dfischen Milit\u00e4rgehorsam vorhanden. Das wirkt sich auch auf Schulen, ja auch auf die Hochschulen aus.\u00bb Den Lehrern fehle es an einem Korrektiv. \u00abAu\u00dferdem ist es schwierig, Kritik anzunehmen, wenn man den ganzen Vormittag qua Amt recht hat.\u00bb<\/p>\n<p>Einigen Sch\u00fclern gelinge es, genau das abzuliefern, was der Lehrer oder die Lehrerin h\u00f6ren und sehen wolle, sagte die Professorin. Dazu geh\u00f6re etwa das Einhalten eines bestimmten Rechenwegs, obwohl andere Wege zum gleichen Ergebnis k\u00e4men. \u00abDas bedeutet jedoch nicht, dass diese Sch\u00fcler den Unterrichtsstoff besser begriffen h\u00e4tten als andere.\u00bb Studien h\u00e4tten gezeigt, dass beispielsweise Deutsch-Aufs\u00e4tze und selbst Mathe-Arbeiten von Zweitkorrektoren, denen die Sch\u00fcler unbekannt seien, deutlich anders bewertet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Moschner appellierte an die Lehrer, sich die Fallstricke bei der Notenvergabe immer wieder bewusstzumachen. Au\u00dferdem sei es sinnvoll, die sozialen Kompetenzen der Sch\u00fcler st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen. \u00abIch rate meinen Studierenden immer, einen Blick auf die Alterspyramide zu werfen. Unsere Sch\u00fcler m\u00fcssen so qualifiziert werden, dass sie sp\u00e4ter &#8211; wenn wir alt sind &#8211; unsere Gesellschaft vern\u00fcnftig regeln k\u00f6nnen.\u00bb<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Lehrer, Eltern und Sch\u00fcler sollten nach Ansicht der P\u00e4dagogik-Professorin Barbara Moschner gelassener mit Schulnoten umgehen. \u00abDie Zensurenvergabe ist nie objektiv und von vielen oft unbewussten Faktoren abh\u00e4ngig\u00bb, sagte die Direktorin des Didaktischen Zentrums der Universit\u00e4t Oldenburg im Gespr\u00e4ch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Im besten Fall k\u00f6nne es \u00abgerechte Noten\u00bb geben. Ein schulischer Erfolg lasse sich nur bedingt von Noten ablesen. 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