{"id":8997,"date":"2018-02-15T07:50:00","date_gmt":"2018-02-15T06:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/lutherisches-frauennetzwerk-metoo-debatte-bricht-schweigen\/"},"modified":"2018-02-15T07:50:00","modified_gmt":"2018-02-15T06:50:00","slug":"lutherisches-frauennetzwerk-metoo-debatte-bricht-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/lutherisches-frauennetzwerk-metoo-debatte-bricht-schweigen\/","title":{"rendered":"Lutherisches Frauennetzwerk: \u00abMeToo-Debatte\u00bb bricht Schweigen"},"content":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Frauen aus lutherischen Kirchen in Westeuropa haben die \u00abMeToo\u00bb-Debatte \u00fcber Sexismus und sexuelle Gewalt begr\u00fc\u00dft. \u00abEs ist mutig, dass die Frauen jetzt sprechen\u00bb, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Kathrin Wallrabe, am Donnerstag am Rande des Jahrestreffens des Frauennetzwerkes des Lutherischen Weltbundes (WICAS) in Hannover. Dadurch sorgten sie daf\u00fcr, dass sich die T\u00e4ter f\u00fcr das Unrecht sch\u00e4men m\u00fcssten und die Opfer nicht noch die Schuld bei sich selbst suchten.<\/p>\n<p>Das Schweigen m\u00fcsse gebrochen werden, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der hannoverschen Landeskirche, Hella Mahler. In den Kirchen gebe es mittlerweile eine Reihe von Schutzkonzepten und Hilfsangeboten, erl\u00e4uterte die Pastorin, die auch die Ansprechstelle der Landeskirche zur Pr\u00e4vention sexualisierter Gewalt betreut. Immer noch litten aber auch die Opfer an Schuldgef\u00fchlen. \u00abDas ist ein so tiefes Thema, dass wir noch Jahre brauchen, um damit umzugehen.\u00bb<\/p>\n<p>Bei dem Treffen diskutieren Frauen aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, \u00d6sterreich und Italien noch bis Freitag \u00fcber Themen wie Gewalt gegen Frauen und einen gleichberechtigten Zugang von Frauen zu kirchlichen F\u00fchrungs\u00e4mtern. Von den 145 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes ordinieren nach Angaben der Regionalkoordinatorin Ulrike Hansen 82 Prozent Theologinnen ins Pfarramt. 18 Prozent, darunter zumeist kleinere Kirchen, tun dies noch nicht. Wallrabe erg\u00e4nzte, in Polen etwa w\u00fcrden Frauen zwar zu Diakoninnen ordiniert. Sie verdienten aber bei gleicher Arbeit ein Drittel weniger als die Pastoren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die lutherischen Kirchen in Gro\u00dfbritannien, Frankreich, den Niederlanden und \u00d6sterreich keine einzige Bisch\u00f6fin h\u00e4tten, gebe es bei den Lutheranern in Estland zwei Bisch\u00f6finnen und einen Bischof, erl\u00e4uterte Wallrabe. Dort wie auch im Norden Skandinaviens habe sich ein Mentorinnen-Programm bew\u00e4hrt, bei denen Theologinnen schon fr\u00fchzeitig Berufseinsteigerinnen f\u00f6rderten. Solche Programme wollen die Frauen weiter ausbauen.<\/p>\n<p>Wichtig sei es zudem, auch in F\u00fchrungs\u00e4mtern die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass diese \u00c4mter auch f\u00fcr Frauen attraktiv seien. So m\u00fcssten etwa Familie und Beruf miteinander vereinbar sein. Mahler zufolge haben in der hannoverschen Landeskirche zuletzt mehrere Frauen mittlere F\u00fchrungspositionen wie das Superintendentenamt wieder aufgegeben. Eine F\u00f6rderung von Frauen in F\u00fchrungs\u00e4mtern komme allen zugute, betonten die Delegierten: \u00abEs n\u00fctzt der ganzen Kirche, wenn es mehr Vielfalt gibt.\u00bb<\/p>\n<p>Das Frauennetzwerk WICAS (Women In Church And Society) wurde 1972 gegr\u00fcndet. Es hat das Ziel, die Beteiligung von Frauen in allen Bereichen der kirchlichen Arbeit zu erh\u00f6hen.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Frauen aus lutherischen Kirchen in Westeuropa haben die \u00abMeToo\u00bb-Debatte \u00fcber Sexismus und sexuelle Gewalt begr\u00fc\u00dft. \u00abEs ist mutig, dass die Frauen jetzt sprechen\u00bb, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Kathrin Wallrabe, am Donnerstag am Rande des Jahrestreffens des Frauennetzwerkes des Lutherischen Weltbundes (WICAS) in Hannover. 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