{"id":9007,"date":"2018-02-18T15:00:00","date_gmt":"2018-02-18T14:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/die-sprache-gottes-lernen\/"},"modified":"2018-02-18T15:00:00","modified_gmt":"2018-02-18T14:00:00","slug":"die-sprache-gottes-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/die-sprache-gottes-lernen\/","title":{"rendered":"Die Sprache Gottes lernen"},"content":{"rendered":"<p>In einem Festgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche wurde am Sonntag, 18. Februar, Pfarrer Jan Janssen feierlich aus dem Bischofsamt der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg verabschiedet. Der Kirchenpr\u00e4sident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Dr. hc Volker Jung, der als Vertreter der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) die Verabschiedung von Pfarrer Jan Janssen aus dem Bischofsamt \u00fcbernahm, w\u00fcrdigte Janssen als einen, der es vermag, \u201evon der Gotteskraft des Evangeliums zu reden und das zu leben\u201c. Das habe Bischof Janssen bewegt. \u201eWas das Evangelium als Gotteskraft bedeutet und wie wir es leben und zur Sprache bringen k\u00f6nnen, war f\u00fcr ihn Ma\u00dfstab \u2013 in den gesellschaftlichen Debatten etwa um die Aufnahme von gefl\u00fcchteten Menschen und in dem innerkirchlichen Reformprozess, in dem mit einem Zukunftskongress im Jahr 2012 wichtige Weichen gestellt wurden,\u201c so Jung. <\/p>\n<p>\u201eDas Evangelium als Gotteskraft war f\u00fcr Bischof Janssen auch Antriebskraft f\u00fcr sein Engagement \u00fcber seine Kirche hinaus: in der Konf\u00f6deration der evangelischen Kirchen in Niedersachsen, in den \u00f6kumenischen Beziehungen zur katholischen Kirche, die in Oldenburg eine lange und gute Tradition haben, in den Partnerschaften mit Togo und Ghana, in seinem Engagement in der EKD und f\u00fcr die EKD\u201c, hob Jung hervor. So nah und pr\u00e4sent Bischof Jan Janssen vor Ort in den Gemeinden seiner Kirche gewesen sei, so sehr habe er auch stets gezeigt, \u201edass uns das Evangelium hineinstellt in die weltweite Gemeinschaft aller Christinnen und Christen \u2013 und uns auch ruft zum Gespr\u00e4ch mit Menschen anderer Religionen.\u201c Daf\u00fcr stehe nicht zuletzt auch Janssens Engagement im Zentralausschuss des Weltkirchenrates.<\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Predigt hob Pfarrer Jan Janssen hervor, dass sich der Text aus dem Matth\u00e4us-Evangelium (4,1-11) \u00fcber die Versuchung Jesu in der W\u00fcste am ersten Sonntag in der Passionszeit nicht f\u00fcr eine Abschiedsrede eigne, sondern ein immer neues Anfangen mit dem Wort Gottes fordere. Gottes Worte seien und blieben Lebensmittel gerade in einer Welt der totalen Kommunikation, in der die Quantit\u00e4t der Qualit\u00e4t des Wortes so sehr zum Schaden sei. Zwar sei zwischen Menschenwort und Gotteswort zu unterscheiden, aber Worte k\u00f6nnten Wunder wirken. \u201eWorte geh\u00f6ren nicht auf die Goldwaage, sondern auf die Brotwaage!\u201c, sagte Janssen in seiner Auslegung des Bibelverses \u201eDer Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.\u201c Darum sei zu fragen: \u201eDient, was du sagst dem Leben? Gibt, was du redest, anderen zu bei\u00dfen? Tut es was gegen den Hunger?\u201c <\/p>\n<p>Das verhei\u00dfungsvolle Wort Gottes biete genau das alles: \u201enahrhafte Lebenskraft und vision\u00e4ren Vorgeschmack in den Verben des Friedens, dem Buchstabieren der Gerechtigkeit, in der Grammatik des Miteinanderteilens. Diese Sprache Gottes m\u00fcssten wir Menschen immer noch mehr erlernen!\u201c Dieses H\u00f6ren auf das Wort, dieses Handeln nach dem Wort sei Orientierung, die aus diesem Evangelium zu heben sei. \u201eBleiben wir auf der Suche danach!\u201c, mahnte Janssen. \u201eInvestieren wir unsere Energie in diese Theologie im Sinne einer Rede von Gott.\u201c Denn das Evangelium sei ein nahrhaftes Wort, an das sich die Menschen auch in W\u00fcstenzeiten und Durststrecken halten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>An dem Festgottesdienst, der gemeinsam von den Mitgliedern des Kollegiums des Oberkirchenrates gestaltet wurde, nahmen mehr als 400 G\u00e4ste aus den Kirchengemeinden, aus den benachbarten Kirchen, aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft teil. Pfarrer Jan Janssen hatte im November 2017 seinen Verzicht auf das Bischofsamt erkl\u00e4rt und nach gut neun Jahren die Verantwortung in diesem Leitungsamt abgegeben. Bis zum 31. Januar war Pfarrer Janssen mit der Vertretung im Bischofsamt beauftragt. Im Herbst dieses Jahres \u00fcbernimmt er die Stationsleitung der Deutschen Seemannsmission e.V. (DSM) in Rotterdam (Niederlande).<br \/><span style=\"font-weight: bold\"><br \/>Neun Jahre im Bischofsamt<\/span><br \/>Der im April 1963 in Bad Bevensen geborene Pfarrer Jan Janssen war 2008 zum Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg gew\u00e4hlt und am 29. September 2008 ins Bischofsamt in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche eingef\u00fchrt worden. Von 2002 bis 2008 war er Kirchentagspastor des Deutschen Evangelischen Kirchentags. Als Gemeindepastor arbeitete er in Wiefelstede (1994 bis 1996) und in der Christus- und Garnisonkirche in Wilhelmshaven (1997 bis 2002).<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Hier finden Sie die Ansprache von Kirchenpr\u00e4sident Dr. Dr. hc Volker Jung sowie die Predigt von Pfarrer Jan Janssen im vollen Wortlaut im Format PDF.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-weight: bold\">Gru\u00dfworte zur Verabschiedung von Pfarrer Jan Janssen aus dem Bischofsamt<\/span><\/p>\n<p>Im Anschluss an den Festgottesdienst w\u00fcrdigte <span style=\"font-weight: bold\">Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen<\/span> Pfarrer Jan Janssen als einen \u201eAuf-Gott-Seher\u201c. Er habe \u201edie Texte der Bibel in unsere Zeit und zu den jeweiligen Anl\u00e4ssen transformiert\u201c, mit dem Ziel, \u201edas alte Gesicht der Erde zu ver\u00e4ndern, sie aufleben zu lassen und damit auch die Menschen.\u201c Als Bischof sei ihm \u201ein all den Facetten des Amtes\u201c die geistliche Leitung sehr wichtig gewesen, hob Bl\u00fctchen hervor. Die Fragen, wie Kirche in einer sich ver\u00e4ndernden Welt aussehe und was die oldenburgische Kirche k\u00fcnftig noch leisten k\u00f6nne, habe \u201eSie und uns alle in diesen letzten neun Jahren st\u00e4ndig besch\u00e4ftigt.\u201c Seine besondere St\u00e4rke sei es gewesen, Menschen miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen, andere daf\u00fcr zu gewinnen, gemeinsam etwas zu erreichen. Das habe die oldenburgische Kirche vorangebracht.<br \/>\n<br \/>Dass Pfarrer Janssen nun Seemannspastor in Rotterdam werde und den diakonischen und seelsorgerlichen Aspekten im Pfarrberuf mehr Gewicht geben wolle, \u00fcberrasche eigentlich nicht, schloss Bl\u00fctchen. \u201eMeer, der weite Horizont und das Gekreische der M\u00f6wen bestimmen den \u00e4u\u00dferen Rahmen. Wer Sie kennt, wei\u00df, dass daf\u00fcr Ihr Herz schl\u00e4gt. Berge, enge T\u00e4ler und das Fiepen der Murmeltiere w\u00e4ren f\u00fcr Sie keine Alternative.\u201c F\u00fcr die neuen Aufgaben \u00fcberreichte Sabine Bl\u00fctchen ihm deshalb ein Logbuch und einen Kompass, damit die Erfahrungen aufgezeichnet werden k\u00f6nnten und der Kurs stimmen m\u00f6ge.<\/p>\n<p>Der Nieders\u00e4chsische<span style=\"font-weight: bold\"> Kultusminister Grant Hendrik Tonne<\/span> dankte im Namen der Nieders\u00e4chsischen Landesregierung Pfarrer Janssen f\u00fcr sein vielfaches Engagement, \u201edas nicht nur Ihrer Kirche, sondern unserem gesamten Land zu Gute gekommen ist.\u201c Dabei habe Janssen stets den besonderen Charakter des Oldenburgischen gepflegt und betont. So habe er auf kirchenpolitischer Ebene \u201edie Eigenst\u00e4ndigkeit, das Selbstbewusstsein und gleichzeitig die Kooperationsbereitschaft\u201c der oldenburgischen Kirche unterstrichen und mit der \u201eOldenburger Ortsbestimmung\u201c f\u00fcr \u201eeine Vielfalt auch im Bereich des Glaubens geworben, als ein eigenst\u00e4ndiger und selbstbewusster Teil eines Ganzen, zwischen den Reformierten im Nordwesten bis hin zu den Niederlanden und in der Nachbarschaft zu den Lutheranern in Braunschweig oder Hannover.\u201c Dabei habe Janssen \u201eGottes Geist erfahrbar und erlebbar gemacht, und dies oft in \u00f6kumenischem Rahmen.\u201c <\/p>\n<p>\u201eIhr Wirken als Bischof ist f\u00fcr mich ein glaubw\u00fcrdiges Zeugnis eines tiefen christlichen Glaubens. Daf\u00fcr geb\u00fchrt Ihnen mein Respekt und mein von Herzen kommender Dank\u201c, sagte der Bisch\u00f6fliche Offizial <span style=\"font-weight: bold\">Weihbischof Wilfried Theising<\/span> und dankte \u201ef\u00fcr all das Gute, das Sie in den \u00f6kumenischen Dialog eingebracht haben \u2013 durch Worte, Gebet, konkretem Tun, Zeichen und Gesten und mit Ihrer ganzen Person.\u201c Die \u00d6kumene im Oldenburger Land sei lebendig, geistlich und konkret, betonte Theising und \u201eSie, lieber Bruder Janssen, haben \u00fcber neun Jahre hinweg als Bischof in Ihrer Kirche aktiv dabei mitgewirkt, das Verh\u00e4ltnis zwischen unseren Kirchen positiv weiter zu entwickeln und zu bereichern.\u201c Nicht nur er, sondern auch viele andere h\u00e4tten ihn dabei \u201eals einen Menschen erlebt, der sich mit offenen Ohren, einem weiten Herzen und mit klarem Verstand den Aufgaben stellt und den Menschen fair begegnet\u201c, so Weihbischof Theising. Zum Abschied \u00fcberreichte er Pfarrer Janssen ein Kreuz, das diesen auch an seiner neuen Wirkungsst\u00e4tte begleiten m\u00f6ge.<\/p>\n<p>An den Werder Bremen-Fan Jan Janssen \u00fcberbrachte am Ende des Empfangs Oberkirchenrat Detlef Mucks-B\u00fcker \u201egr\u00fcn-wei\u00dfe Gr\u00fc\u00dfe\u201c vom Werder-Bremen-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Frank Baumann, von Trainer Florian Kohfeldt und der gesamten Bundesligamannschaft, die ihm f\u00fcr die neue berufliche Herausforderung \u201ealles erdenklich Gute\u201c w\u00fcnschten, verbunden mit der Bitte: \u201eBleiben Sie uns weiter treu!\u201c<\/p>\n<p>Hier finden Sie die Gru\u00dfworte im Wortlaut im Format PDF:<\/p>\n<p>Synodenpr\u00e4sidentin Sabine Bl\u00fctchen<br \/>Kultusminister Grant Hendrik Tonne<br \/>Bisch\u00f6flicher Offizial Weihbischof Wilfried Theising<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Festgottesdienst in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche wurde am Sonntag, 18. Februar, Pfarrer Jan Janssen feierlich aus dem Bischofsamt der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg verabschiedet. Der Kirchenpr\u00e4sident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Dr. hc Volker Jung, der als Vertreter der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) die Verabschiedung von Pfarrer Jan Janssen aus dem Bischofsamt \u00fcbernahm, w\u00fcrdigte Janssen als einen, der es vermag, \u201evon der Gotteskraft des Evangeliums zu reden und das zu leben\u201c. 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