{"id":9130,"date":"2018-03-09T12:53:00","date_gmt":"2018-03-09T11:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/wohin-mit-europa\/"},"modified":"2018-03-09T12:53:00","modified_gmt":"2018-03-09T11:53:00","slug":"wohin-mit-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/wohin-mit-europa\/","title":{"rendered":"Wohin mit Europa?"},"content":{"rendered":"<p>Die Vorbereitung der Achten Vollversammlung der Konferenz Europ\u00e4ischer Kirchen (KEK) in Novi Sad (Vojvodina) in Serbien im Juni 2018 stand im Mittelpunkt einer Tagung der Gemeinschaft Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE) Anfang M\u00e4rz in Wien (\u00d6sterreich), zu der insbesondere Delegierte der KEK-Vollversammlung eingeladen waren.<\/p>\n<p>Allein der kommende Tagungsort im nordserbischen Novi Sad zeigt schon, dass die Frage: \u201eWohin mit Europa?\u201c auch f\u00fcr die Kirchen schwierig zu beantworten ist. Denn die 340.000 Einwohnerinnen und Einwohner z\u00e4hlende Stadt, die aus dem sogenannten Jugoslawienkrieg in den 1990gern durch ihre zerst\u00f6rte Hauptbr\u00fccke durch alle Medien ein Gesicht bekam, macht mehr als deutlich, dass ethnische und konfessionelle, aber auch interreligi\u00f6se Pr\u00e4gungen viele anstehende Arbeitsfelder der KEK f\u00fcr die Zukunft auch weiterhin bestimmen werden.<\/p>\n<p>In Novi Sad werden mehr als 140 Delegationen aus den protestantischen, altkatholischen und orthodoxen Kirchen erwartet. Die Stadt spiegelt mit rund 70 Prozent serbisch-orthodoxer Christinnen und Christen, etwa 17 Prozent Katholikinnen und Katholiken sowie gut drei Prozent Protestantinnen und Protestanten in vier eigenst\u00e4ndigen Kirchen die \u00f6kumenische Buntheit wider. <\/p>\n<p>Unter Protestantinnen und Protestanten gilt die methodistische Kirche als \u00f6kumenisch besonders offen, w\u00e4hrend die zahlenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfte diejenige der slowakischen Minderheit in der autonomen Region Vojvodina ist.<\/p>\n<p>Die Region selber z\u00e4hlt etwa zweit Drittel Serbinnen und Serben, gr\u00f6\u00dfte Minderheit sind die ungarische nebst der kroatischen, die albanische, slowakische sowie andere Volksgruppen. Historisch geh\u00f6rte sie einst im Habsburger Reich zum Banat.<\/p>\n<p>Die Herausforderungen f\u00fcr die Vollversammlung sind demnach gro\u00df. Das wurde nun auch in Wien bei der Konsultation mit der GEKE deutlich. W\u00e4hrend die GEKE die innerprotestantische Sichtweise beitrug, wies die KEK auf ihre Verpflichtungen gerade gegen\u00fcber den Orthodoxen hin. Zwar gebe es den Sitz der KEK in Br\u00fcssel, doch zeige der Ort Novi Sad selber, dass ein gro\u00dfer Teil der Mitgliedskirchen der KEK au\u00dferhalb der EU liege, wo dieBev\u00f6lkerung mehrheitlich orthodox gepr\u00e4gt sei. <\/p>\n<p>Dabei seien Konflikte zwischen den konservativen und den progressiven Kirchen und Fl\u00fcgeln innerhalb von Kirchen in den letzten Jahren mehr als offensichtlich geworden. H\u00e4ufig herrsche Uneinigkeit, welches Bild sich die Kirchen von der Zukunft Europa machen wollen. In sozialethischen und moralischen Fragen klaffen Unterschiede gerade zwischen protestantischen und orthodoxen Kirchen.<\/p>\n<p>Deswegen hat die KEK im Vorfeld ihre Mitgliedskirchen in einem Offenen Brief um Stellungnahmen gebeten. Die Ergebnisse sind auf vier regionalen Konferenzen diskutiert worden: W\u00e4hrend etwa die Konferenz \u201eNorth-Europe-Baltic\u201c ein mehrheitlich lutherisch konfessionell gepr\u00e4gtes Bild vom christlich-aufgekl\u00e4rten Kulturraum Europa vertritt, hat die Konferenz \u201eGro\u00dfbritannien-Irland\u201c Fragen des Brexits und der au\u00dfer- und innereurop\u00e4ischen Einwanderung vor Augen. Ganz anders stellt sich die Frage der Migration auf der Konferenz \u201eCentral-Eastern-Europe\u201c, die mit Identit\u00e4ts- und Nationalfragen gerade aus ehemals kommunistischen L\u00e4ndern gekoppelt wird, was auch zu politischen Konflikten in den L\u00e4ndern f\u00fchrt. Schlie\u00dflich hat die Konferenz \u201eSouth-Europe\u201c die schlechte \u00f6konomische Lage, die gro\u00dfe Armut, hohe Jugendarbeitslosigkeit und Korruption sowie die Frage nach Gerechtigkeit und Solidarit\u00e4t in Europa im Blickpunkt.<\/p>\n<p>Dazu kommen die alle L\u00e4nder Europas gleicherma\u00dfen betreffenden Ver\u00e4nderungsprozesse der zunehmenden S\u00e4kularisierung, politischen und finanziellen Instabilit\u00e4t und des Populismus.<\/p>\n<p>Wohin also mit Europa? Kann und soll Kirche in Europa im Integrationsprozess vorangehen, wie es die KEK seit ihrer ersten Vollversammlung 1959 tut? Oder muss sie ihre eigene \u00f6kumenische Uneinigkeit als selbst zu verantwortendes Hemmnis f\u00fcr Europas Entwicklung zuerst verst\u00e4rkt bearbeiten? Diese Fragen werden die Vollversammlung der KEK in Novi Sad 2018 vor gro\u00dfe Herausforderungen stellen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic\">Ein Beitrag von Pfarrer Dr. Oliver D\u00fcrr, GEKE-Delegierter der oldenburgischen Kirche.<br \/><\/span><br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorbereitung der Achten Vollversammlung der Konferenz Europ\u00e4ischer Kirchen (KEK) in Novi Sad (Vojvodina) in Serbien im Juni 2018 stand im Mittelpunkt einer Tagung der Gemeinschaft Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE) Anfang M\u00e4rz in Wien (\u00d6sterreich), zu der insbesondere Delegierte der KEK-Vollversammlung eingeladen waren. Allein der kommende Tagungsort im nordserbischen Novi Sad zeigt schon, dass die Frage: \u201eWohin mit Europa?\u201c auch f\u00fcr die Kirchen schwierig zu beantworten ist. 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