{"id":9352,"date":"2018-03-09T14:46:00","date_gmt":"2018-03-09T13:46:00","guid":{"rendered":"http:\/\/christusnews.de\/site\/carl-von-ossietzky-preis-geht-an-holocaust-forscherin\/"},"modified":"2018-03-09T14:46:00","modified_gmt":"2018-03-09T13:46:00","slug":"carl-von-ossietzky-preis-geht-an-holocaust-forscherin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/carl-von-ossietzky-preis-geht-an-holocaust-forscherin\/","title":{"rendered":"Carl-von-Ossietzky-Preis geht an Holocaust-Forscherin"},"content":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Die US-amerikanische Holocaustforscherin Deborah Esther Lipstadt (70) erh\u00e4lt den mit 10.000 Euro dotierten Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg f\u00fcr Zeitgeschichte und Politik. Die in Atlanta im Bundesstaat Georgia lebende Historikerin erhalte die Auszeichnung, weil sie sich &quot;konsequent und unerschrocken f\u00fcr die historische Wahrheit und die Menschenw\u00fcrde&quot; einsetze, teilte die Stadt Oldenburg mit. Ihre Auftritte gegen \u00f6ffentlich verbreitete L\u00fcgen und Unwahrheiten seien ein ermutigendes Beispiel von Zivilcourage. Lipstadt nehme den Preis am 4. Mai in Oldenburg entgegen. <\/p>\n<p>Lipstadts Einsatz und ihre wissenschaftliche Arbeit seien &quot;getragen von dem tiefen Bewusstsein der gesellschaftlichen und politischen Verantwortung jedes einzelnen Menschen&quot;, hie\u00df es in der Begr\u00fcndung der Jury. In der Auseinandersetzung mit Leugnern des Holocaust habe sie ein eindr\u00fcckliches Zeichen f\u00fcr die Kraft der Vernunft und der Aufkl\u00e4rung gesetzt. <\/p>\n<p>F\u00fcr internationales Aufsehen habe in den Jahren 1996 bis 2000 ihr gewonnener Rechtsstreit mit dem Holocaust-Leugner David Irving gesorgt, der sogar verfilmt wurde, hie\u00df es. Der Brite habe Lipstadt und ihren Verlag nach Ver\u00f6ffentlichung ihres 1993 erschienenen Buches &quot;Denying the Holocaust&quot; (Den Holocaust leugnen) wegen Beleidigung und \u00fcbler Nachrede angeklagt. Gem\u00e4\u00df britischem Recht oblag Lipstadt die Beweislast. Nach einem mehrj\u00e4hrigen Prozess habe das Londoner Gericht die Klage abgewiesen und Lipstadt und ihrem Verlag recht gegeben. <\/p>\n<p>Lipstadt wurde am 18. M\u00e4rz 1947 als Tochter j\u00fcdischer Einwanderer in Manhattan geboren. Ihre Mutter stammte aus Kanada, ihr Vater wanderte bereits in den 1920er Jahren aus Deutschland ein. Sie studierte in New York und promovierte 1976 an der Brandeis-University in Massachusetts mit einer Arbeit \u00fcber den US-Zionisten Louis Lipsky. Seit 1993 ist sie Professorin f\u00fcr Moderne J\u00fcdische Geschichte und Holocaust-Studien an der Emory University in Atlanta. Von 1998 bis 2008 war sie Direktorin des von ihr dort gegr\u00fcndeten Instituts f\u00fcr J\u00fcdische Studien. Ihre Arbeiten \u00fcber Antisemitismus, den Eichmann-Prozess und die Rolle der amerikanischen Medien w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs, insbesondere aber \u00fcber die Geschichte der Holocaustleugnung, haben sie international bekanntgemacht. <\/p>\n<p>Der Ossietzky-Preis f\u00fcr Zeitgeschichte und Politik erinnert an den Schriftsteller und Pazifisten Carl von Ossietzky (1889-1938). Er wird von der Stadt Oldenburg alle zwei Jahre f\u00fcr Arbeiten, Gesamtwerke oder an Personen vergeben, die sich in herausragender Weise mit dem Leben und Werk Ossietzkys, dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus oder mit der demokratischen Tradition und Gegenwart befassen.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oldenburg (epd). Die US-amerikanische Holocaustforscherin Deborah Esther Lipstadt (70) erh\u00e4lt den mit 10.000 Euro dotierten Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg f\u00fcr Zeitgeschichte und Politik. Die in Atlanta im Bundesstaat Georgia lebende Historikerin erhalte die Auszeichnung, weil sie sich &quot;konsequent und unerschrocken f\u00fcr die historische Wahrheit und die Menschenw\u00fcrde&quot; einsetze, teilte die Stadt Oldenburg mit. Ihre Auftritte gegen \u00f6ffentlich verbreitete L\u00fcgen und Unwahrheiten seien ein ermutigendes Beispiel von Zivilcourage. Lipstadt nehme den Preis am 4. 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