{"id":9740,"date":"2018-05-08T07:48:00","date_gmt":"2018-05-08T05:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christusnews.de\/site\/landesregierung-reformationstag-soll-neuer-feiertag-werden-evangelische-kirchen-begruessen-kabinettsbeschluss\/"},"modified":"2018-05-08T07:48:00","modified_gmt":"2018-05-08T05:48:00","slug":"landesregierung-reformationstag-soll-neuer-feiertag-werden-evangelische-kirchen-begruessen-kabinettsbeschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christusnews.de\/site\/landesregierung-reformationstag-soll-neuer-feiertag-werden-evangelische-kirchen-begruessen-kabinettsbeschluss\/","title":{"rendered":"Landesregierung: Reformationstag soll neuer Feiertag werden &#8211; Evangelische Kirchen begr\u00fc\u00dfen Kabinettsbeschluss"},"content":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Der Reformationstag am 31. Oktober soll nach dem Willen der nieders\u00e4chsischen Landesregierung von diesem Jahr an neuer gesetzlicher Feiertag in dem Bundesland werden. Das Kabinett beschloss am Dienstag, einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Landtag einzubringen. Bei Religionsvertretern stie\u00df die Entscheidung auf gemischte Reaktionen.<\/p>\n<p>Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen begr\u00fc\u00dften den Beschluss. \u00abSollte der Landtag dem zustimmen, werden die Kirchen der Konf\u00f6deration die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie der Zivilgesellschaft suchen\u00bb, teilten die Kirchen mit. Der Reformationstag als gesetzlicher Feiertag sei eine bleibende Herausforderung, alles zu tun, um gegenw\u00e4rtige und zuk\u00fcnftige antisemitische Bestrebungen, \u00c4u\u00dferungen und Handlungen zu \u00e4chten.<\/p>\n<p>Die Landesregierung hatte bereits im vergangenen Jahr den Reformationstag als zus\u00e4tzlichen Feiertag vorgeschlagen. Nach intensiven \u00f6ffentlichen Diskussionen und auch Kritik an diesem Datum im M\u00e4rz wurde aber zun\u00e4chst eine Verbandsanh\u00f6rung beschlossen. Insgesamt hatten sich 22 Institutionen mit Stellungnahmen beteiligt, hie\u00df es. Aus den genannten Pr\u00e4ferenzen sei kein einheitlicher Wille f\u00fcr oder gegen den Reformationstag oder f\u00fcr einen anderen Tag zu erkennen. Darum halte die Landesregierung an ihrem urspr\u00fcnglichen Vorschlag fest.<\/p>\n<p>Die Regierung habe sich dabei von der \u00abprotestantischen Pr\u00e4gung\u00bb Norddeutschlands leiten lassen. Die Beschl\u00fcsse der benachbarten L\u00e4nder h\u00e4tten eine Rolle gespielt, um eine \u00abInsell\u00f6sung\u00bb zu vermeiden, hie\u00df es. Hamburg und Schleswig-Holstein haben den Reformationstag ab 2018 bereits zum gesetzlichen Feiertag erkl\u00e4rt. Auch in Bremen gibt es eine entsprechende parlamentarische Vorentscheidung. Die Bremer B\u00fcrgerschaft will mit einem Beschluss abwarten, wie Niedersachsen entscheidet.<\/p>\n<p>Der Landesverband der J\u00fcdischen Gemeinden hatte bereits im Vorfeld Proteste angek\u00fcndigt. Eine Entscheidung des Landes f\u00fcr den 31. Oktober w\u00e4re \u00abeine Belastung und ein Affront\u00bb f\u00fcr das christlich-j\u00fcdische Verh\u00e4ltnis, sagte Pr\u00e4sident Michael F\u00fcrst. Er wies mehrfach auf die judenfeindlichen Ausf\u00e4lle des Reformators Martin Luther (1483-1546) hin. F\u00fcrst erneuerte seine Kritik am Dienstag gegen\u00fcber epd und sagte, er halte der Begr\u00fcndung der Landesregierung f\u00fcr \u00abvordergr\u00fcndig und fadenscheinig\u00bb.<\/p>\n<p>Auch der Vorsitzende des nieders\u00e4chsischen Islamverbands Schura, Recep Bilgen, kritisierte den Beschluss. Die Reformation eigne sich kaum f\u00fcr einen Feiertag mit der Intention eines Br\u00fcckenschlags zwischen den Religionen und der interreligi\u00f6sen Zusammenarbeit: \u00abSie steht auch f\u00fcr Trennung und Abspaltung.\u00bb<\/p>\n<p>Eine Entscheidung sei fr\u00fchestens im Landtagsplenum Mitte Juni m\u00f6glich, sagte ein Regierungssprecher dem epd. Der Gesetzentwurf gehe in der kommenden Woche zun\u00e4chst in die erste Lesung und werde dann an die parlamentarischen Aussch\u00fcsse \u00fcberwiesen. Die Abgeordneten bestimmten dann das Tempo. \u00abEs gibt noch einen gro\u00dfen Bedarf an Beratung, so h\u00f6rt man.\u00bb<\/p>\n<p>Am 31. Oktober erinnern Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation. 1517 hatte Martin Luther seine 95 Thesen gegen die Missst\u00e4nde in der Kirche seiner Zeit ver\u00f6ffentlicht. Der Reformationstag ist in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern (in Th\u00fcringen nur in \u00fcberwiegend evangelischen Gebieten), nicht aber in Berlin und im alten Bundesgebiet gesetzlicher Feiertag. 2017, zum 500. Jahrestag der Thesenver\u00f6ffentlichung, war der 31. Oktober einmalig bundesweit arbeitsfrei.<br \/>\nSource: Kirche-Oldenburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannover (epd). Der Reformationstag am 31. 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