Am 8. Februar wurden im Corona-Testzentrum in Wilhelmshaven, Freiligrathstraße 81 die ersten Abstriche genommen. Am Donnerstag, 25. Februar, wurde bereits der 1.000 Besucher erwartet. Ein deutliches Indiz dafür, dass die evangelisch-lutherische Christus- und Garnisonkirche und die Evangelische Familienbildungsstätte Friesland/Wilhelmshaven, die als Träger des Zentrums auftreten, einen Nerv getroffen haben. Jetzt besuchte auch Bischof Thomas Adomeit aus Oldenburg das Zentrum. Er bedankte sich bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz und lobte die Ideengeber: „Ihr macht eine großartige Arbeit.“ 

Das Testzentrum, in dem sich alle freiwillig testen lassen können, wird komplett ehrenamtlich betrieben. Mehr als 90 Ehrenamtliche haben sich bereits schulen lassen, um die Abstriche fachgerecht vornehmen zu nehmen. 

Für den Test muss man sich online unter www.whvtestet.de anmelden, es wird eine Gebühr von fünf Euro erhoben (Härtefallregelungen sind ebenfalls vorhanden). Weil die Selbstkosten rund dreimal so hoch sind, sind Sponsoren nötig. Hier hatten die Träger bisher sehr gute Erfahrungen gemacht, es gebe unter anderem einen hohen Zuspruch aus der Wirtschaft, berichteten Pastor Bernhard Busemann (Christus- und Garnisonkirche) und Rüdiger Schaarschmidt (Familienbildungsstätte). 

Die Kirche als Organisation, die über eine gute Vernetzung im Ehrenamt verfüge, sei als Trägerin des Testzentrums eingesprungen, weil staatliche Organisationen damit derzeit überfordert seien, gar nicht das Personal dafür stellen könnten, erklärte Schaarschmidt. 

Die Tests seien eine Möglichkeit, Menschen wieder zueinanderzubringen und genau das sei die Aufgabe von Kirche, betonte Bischof Adomeit. Kirche als Teil der Gesellschaft verstehe sich als Miteinander von Menschen. „Menschen zusammenzubringen und zu ermöglichen, dass sich das Wort Gottes Raum greift, ist die Grundlage der Kirche.“ 

Wie menschlich wichtig die Tests sind, berichtete einer der ehrenamtlichen Helfer: zwei Freundinnen, beide weit über 80 Jahre alt, kamen kürzlich zusammen zum Test. Ihr Ziel war es, sich nach einem Jahr Abstand endlich mal wieder in die Arme zu nehmen. 
 

Im Testzentrum gibt es derzeit bis zu drei Teststationen, eine vierte könnte noch eingerichtet werden. Durchschnittlich werden am Tag 65 Personen getestet, freitags sind die Werte höher, der Spitzenwert lag bisher bei 112 Personen. Das Testergebnis gewährt auch Zugang zu Altenheimen und Krankenhäusern. 

Eine Firmendelegation habe sogar mit der Bescheinigung bis nach Japan reisen können, denn vor kurzem sei der Text auch ins Englische übersetzt worden, so Busemann. 

„Das bestätigt euren guten Ruf, es ist eine gute Idee, die sauber umgesetzt wird“, meinte Bischof Adomeit, der sich selber auch testen ließ und sich vom Ablauf überzeugte: in nicht mehr als drei Minuten hat man das Testzentrum durchlaufen, der Test selber findet komplett anonymisiert statt. 

Das Ergebnis bekommt der Getestete rund 20 Minuten später als Nachricht aufs Handy. Sollte der Test allerdings eine Infektion anzeigen, erfolgt ebenfalls eine Benachrichtigung ans Gesundheitsamt, das dann in der Lage ist, den Code zu entschlüsseln und Kontakt zum Betroffenen aufzunehmen.  

Ein Beitrag von Annette Kellin.

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Eine gute Idee, die sauber umgesetzt wird