Oldenburg (epd). Der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen erwartet von der künftigen niedersächsischen Landesregierung, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. «Einen Hausarzt in der Nähe zu haben, darf für die Menschen auf dem Land nicht zum Luxus werden», mahnte der Landesvorsitzender Friedrich Stubbe am Freitag in Oldenburg: Bis 2035 gingen viele Allgemeinmediziner in den Ruhestand, rund 1250 Stellen in Niedersachsen könnten nicht nachbesetzt werden. Am 9. Oktober wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt.

 

Die Politik dürfe die Menschen bei der Gesundheitsversorgung nicht alleine lassen, sagte Stubbe. «Ob jung oder alt – wer krank ist, kann häufig keine stundenlange Fahrt bis zur nächsten Praxis auf sich nehmen. Das wäre ein Rückschritt ins letzte Jahrhundert.» Der Landesvorsitzende forderte schnelle und zielführende Gegenmaßnahmen. Dazu zählten unter anderem mehr neue Medizinstudienplätze, die nicht nur nach dem Notendurchschnitt vergeben werden. Die bereits eingeführte Landarztquote alleine reiche noch nicht aus.

 

Um die die Praxen zu erhalten, brauche es auch finanzielle Anreize zur Niederlassung auf dem Land, wie etwa Ansiedlungsprämien, unterstrich Stubbe. Zudem seien eine gute soziale und kulturelle Infrastruktur nötig, damit der ländliche Raum auch für die Familien der Medizinerinnen und Mediziner attraktiv werde.

 

Handlungsbedarf sieht Stubbe auch bei den Apotheken vor Ort: Gerade für ältere und kranke Menschen ist die persönliche Beratung vor Ort enorm wichtig. Das können Online-Apotheken einfach nicht leisten» Allein im vergangenen Jahr sei die bundesweite Zahl der Apotheken um 205 Standorte zurückgegangen.

Kirche-Oldenburg
Sozialverband: Medizinische Versorgung auf dem Land sichern