Ein Gottesdienst zu Himmelfahrt mit Silvia Zahn-Claus von Trauer.Haven. Zum Kinder und Jugendtheaterstück „Füße im Himmel“ und mit einer Schaukel im Altarraum. 

Simon liebt Computerspiele und Star Wars. 
Simon liebt es mit seinem Kumpel Jerome rumzuballern, 
Spaß zu haben. 
Simon liebt Cola und E-Gitarre
Simon liebt seinen Vater.

Sein Vater ist tot.
Er kam nicht aus Afghanistan zurück,
er ist bei einem Anschlag auf die Bundeswehr gestorben.

Seitdem sind alle Tage fade, nutzlos,
außer, wenn Papa zu Besuch kommt.

Sein Vater kommt nicht mehr aus dem Krieg zurück und er kommt es doch. 
Jeden Tag kommt er in Simons Zimmer,
Simon kann ihn sehen, ihn riechen, mit ihm reden. 
Immer wieder erzählt sein Vater ihm die gleiche Geschichte. 

Ist das verrückt? 
Das ist doch nicht normal sagen einige. 
Aber was ist schon normal, 
wenn du deinen Papa verloren hast. 
Da helfen auch die Tabletten nicht, die er nehmen soll. 
Seit Papa im Einsatz war, schläft Simon wenig. Vieles ist weniger geworden, auch die Worte, die er mit seiner Mama redet.
Simon ist 11 Jahre alt und er hat seine ganze Wand voller Fragen geschrieben. Fragen auf die er keine Antwort weiß. 
Doch dann lernt er Hein kennen, einen alten Mann, den er vor einem Unfall bewahrt hat. Der alte Mann und der Junge werden Freunde. Simon schmiert ihm fleißig Honigbrötchen und merkt, er wird wach für die große Frage: wofür lebe ich? 

Die Geschichte von Simon ist ein Theaterstück. Es heißt „Füße im Himmel“. Vor einiger Zeit hatten wir die junge Landebühne mit Ausschnitten davon zu Gast hier in der Jugendtheaterkirche
Die Geschichte von Simon und seiner Trauer. 

Ein anderer Simon ist unter dem Namen Simon Petrus bekannt. Ein Jünger Jesu. Auch er hat seinen liebsten Menschen verloren. Jesus war gestorben und Simon Petrus vermisste ihn. Doch dann war Jesus zu ihm gekommen. Er ist auferstanden, sagten die Frauen. 
Simon Petrus konnte ihn sehen, mit ihm essen, Fisch und Brot am See. 
Das ist doch verrückt,
sagten einige. 
Aber so war es. 

Im Theaterstück verändert sich Simon. 
Am Ende feiert er Geburtstag. Er wird zwölf Jahre alt und alle sind da: seine Mama, sein Freund Jerome und Hein, der alte Mann. Simon geht es besser, er ist einen Weg gegangen und konnte seinen Papa etwas loslassen. 
Loslassen bedeutet nicht, 
dass er weg ist. 
Sein Papa ist weg und doch nah. Beides zusammen. 
Es ist als ob das Herz von Simon auf einer Schaukel sitzt. 
Es geht hin und her,
zwischen Himmel und Erde,
zwischen Traurigkeit und neuer Kraft. 

Eine Schaukel hängt über dem Taufstein. 
Eine Schaukel lässt Dich fliegen,
hoch in den Himmel,
und mit genug Schwung,
erreichen deine Füße den Himmel.
Ich habe es als Kind geliebt,
in den Himmel zu fliegen. 
Dann schwingst du wieder zurück, 
dein Blick geht nach unten.
Eine anderer Blickwinkel. 
Für den Himmel musst erst neu Schwung holen. 

Dein Herz ist eine Schaukel,
wie Pendel schlägt es aus,
solang es sich bewegt,
bewegst du dich auch.
Dein Herz ist im Wandel 
wann immer du glaubst
du wärst am Boden,
ziehts dich nach oben.
Lass es noch weiterschwingen
es wird dich weiterbringen.

Wenn du trauerst,
schwingst du hin und her,
zwischen Himmel und Erde. 

Himmelfahrt – 
so haben die Christen im vierten Jahrhundert dieses Tag genannt. 
Eigentlich ist es ein Abschiedsfest. 
Und wie bei jedem Abschied schaukeln wir hin und her,
zwischen Traurigkeit und Freude.
Jesus ist nicht mehr auf der Erde,
so wie vorher.
Es wird anders werden für seine Jünger,
für uns. 

Himmelfahrt ist ein Bild.
Ein Gemälde, das uns vor Augen gemalt wird.

Ein besonderes Bild von Himmelfahrt habt ihr heute hier in der Kirche vor Augen. 
Ich stelle mir vor 
Jesus sitzt auf einer Schaukel, 
schwingt hin und her,
die langen Haare wehen im Wind, er lächelt mich an. 
Jesus sagt: 
Ihr werdet die Kraft haben
Kraft aus der Höhe,
sagt es und schaukelt noch höher,
die Füße schon im Himmel 
und verschwindet. 

Im Theaterstück bekommt Simon am Ende neue Kraft.
Er sieht seinen Vater zwar immer noch.
Aber er sieht ihn,
auf einer Schaukel sitzen, 
mit den Füßen im Himmel. 
Amen
Rainer Claus & Silvia Zahn-Claus

Dein Herz schaukelt

Ein Gottesdienst zu Himmelfahrt mit Silvia Zahn-Claus von Trauer.Haven. Zum Kinder und Jugendtheaterstück "Füße im Himmel" und mit einer Schaukel im Altarraum. Simon liebt Computerspiele und Star Wars. Simon liebt es mit seinem Kumpel Jerome rumzuballern, Spaß zu haben. Simon liebt Cola und E-GitarreSimon liebt seinen Vater.Sein Vater ist tot.Er kam nicht aus Afghanistan zurück,er ist bei einem Anschlag auf die Bundeswehr gestorben.Seitdem sind alle Tage fade, nutzlos,außer, wenn Papa zu Besuch kommt.Sein Vater kommt nicht mehr aus dem Krieg zurück und er kommt es doch. Jeden Tag kommt er in Simons Zimmer,Simon kann ihn sehen, ihn riechen, mit ihm reden. Immer wieder erzählt sein Vater ihm die gleiche Geschichte. Ist das verrückt? Das ist doch nicht normal sagen einige. Aber was ist schon normal, wenn du deinen Papa verloren hast. Da helfen auch die Tabletten nicht, die er nehmen soll. Seit Papa im Einsatz war, schläft Simon wenig. Vieles ist weniger geworden, auch die Worte, die er mit seiner Mama redet.Simon ist 11 Jahre alt und er hat seine ganze Wand voller Fragen geschrieben. Fragen auf die er keine Antwort weiß. Doch dann lernt er Hein kennen, einen alten Mann, den er vor einem Unfall bewahrt hat. Der alte Mann und der Junge werden Freunde. Simon schmiert ihm fleißig Honigbrötchen und merkt, er wird wach für die große Frage: wofür lebe ich? Die Geschichte von Simon ist ein Theaterstück. Es heißt „Füße im Himmel“. Vor einiger Zeit hatten wir die junge Landebühne mit Ausschnitten davon zu Gast hier in der JugendtheaterkircheDie Geschichte von Simon und seiner Trauer. Ein anderer Simon ist unter dem Namen Simon Petrus bekannt. Ein Jünger Jesu. Auch er hat seinen liebsten Menschen verloren. Jesus war gestorben und Simon Petrus vermisste ihn. Doch dann war Jesus zu ihm gekommen. Er ist auferstanden, sagten die Frauen. Simon Petrus konnte ihn sehen, mit ihm essen, Fisch und Brot am See. Das ist doch verrückt,sagten einige. Aber so war es. Im Theaterstück verändert sich Simon. Am Ende feiert er Geburtstag. Er wird zwölf Jahre alt und alle sind da: seine Mama, sein Freund Jerome und Hein, der alte Mann. Simon geht es besser, er ist einen Weg gegangen und konnte seinen Papa etwas loslassen. Loslassen bedeutet nicht, dass er weg ist. Sein Papa ist weg und doch nah. Beides zusammen. Es ist als ob das Herz von Simon auf einer Schaukel sitzt. Es geht hin und her,zwischen Himmel und Erde,zwischen Traurigkeit und neuer Kraft. Eine Schaukel hängt über dem Taufstein. Eine Schaukel lässt Dich fliegen,hoch in den Himmel,und mit genug Schwung,erreichen deine Füße den Himmel.Ich habe es als Kind geliebt,in den Himmel zu fliegen. Dann schwingst du wieder zurück, dein Blick geht nach unten.Eine anderer Blickwinkel. Für den Himmel musst erst neu Schwung holen. Dein Herz ist eine Schaukel,wie Pendel schlägt es aus,solang es sich bewegt,bewegst du dich auch.Dein Herz ist im Wandel wann immer du glaubstdu wärst am Boden,ziehts dich nach oben.Lass es noch weiterschwingenes wird dich weiterbringen.Wenn du trauerst,schwingst du hin und her,zwischen Himmel und Erde. Himmelfahrt – so haben die Christen im vierten Jahrhundert dieses Tag genannt. Eigentlich ist es ein Abschiedsfest. Und wie bei jedem Abschied schaukeln wir hin und her,zwischen Traurigkeit und Freude.Jesus ist nicht mehr auf der Erde,so wie vorher.Es wird anders werden für seine Jünger,für uns. Himmelfahrt ist ein Bild.Ein Gemälde, das uns vor Augen gemalt wird.Ein besonderes Bild von Himmelfahrt habt ihr heute hier in der Kirche vor Augen. Ich stelle mir vor Jesus sitzt auf einer Schaukel, schwingt hin und her,die langen Haare wehen im Wind, er lächelt mich an. Jesus sagt: Ihr werdet die Kraft habenKraft aus der Höhe,sagt es und schaukelt noch höher,die Füße schon im Himmel und verschwindet. Im Theaterstück bekommt Simon am Ende neue Kraft.Er sieht seinen Vater zwar immer noch.Aber er sieht ihn,auf einer Schaukel sitzen, mit den Füßen im Himmel. AmenRainer Claus & Silvia Zahn-Claus

Gepostet von Havenkirche am Samstag, 23. Mai 2020