Vom 20. bis 26. März finden wieder die Passionspunkte statt. Jeweils um 18 Uhr verlässt die Gemeinde der Christus- und Garnisonkirche die Kirche und feiert sogenannte Passionspunkte an wunden Punkten in der Süd-und Innenstadt.
35 Minuten lang werden Fachleute, MusikerInnen, LektorInnen und Theologen den Ort im Kontext der Passionsgeschichte Jesu beleuchten. Für dieses Jahr sind wieder eindrückliche Orte gefunden worden, die sowohl die Stadtgeschichte als auch die Geschichte Jesu in neuem und anderem Licht erscheinen lassen. Folgende Orte sind für die Karwoche geplant: Flüchtlingshilfe, Wohnhaus Rheinstraße 114, Marinemuseum, Jadebusendeich, Kirche, Kunsthalle und das alte Willehad Krankenhaus. Im letzten Jahr zählten die Organisatoren um die beiden Pastoren Busemann und Morgenstern weit über 1200 Besuchende, die sich auf die sieben Orte verteilten. Je nach Ort wird es räumlich ganz beengt (Bunker) oder ganz weit (Deich), ganz neu (Flüchtlingshilfe) oder ganz bekannt (altes Willehad Krankenhaus). So hat jeder Passionspunkt seinen ganz besonderen Charme. Eine feste musikalische und inhaltliche Ordnung führt die Passionspunkte Fans oder Neuinteressierte durch die kurze Andacht. Die Überschriften für die einzelnen Orte greifen in diesem Jahr Zahlen auf, die für das Geschehen vor Ort wichtig sind (8 Flüchtlinge, 435 Menschen, 28 cm, 8645 Tote, 12000000 Zugvögel, 2 m, 111 Jahre). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich auf diesen Weg durch die Geschichte der Stadt und die Geschichte Jesu einzulassen.

Hier kann der Flyer heruntergeladen werden.

Die Orte und Themen der einzelnen Orte sind im Folgenden genauer genannt:

 

Sonntag, 20. März, 8 Flüchtlinge

In einem Haus, das ein Segen für Menschen sein will, beginnen die Passionspunkte. In der Flüchtlingshilfe im Jadezentrum (Grenzstraße 24) heißt der erste Passionspunkt in diesem Jahr 8 Flüchtlinge. Acht Menschen gehen in jeder Minute weltweit auf die Flucht. Auch Wilhelmshaven hat in den letzten Monaten erlebt, wie viele neue Bürger für eine gewisse Zeit oder für immer in diese Stadt gekommen sind. Ann-Katrin Clausing, ehrenamtliche Leiterin der Flüchtlingshilfe, wird von der Bedeutung des Hauses und den Menschen berichten, die Hilfe benötigen. Pastor Bernhard Busemann, der selbst beim Empfang der Flüchtlinge in den letzten Monaten immer anwesend war, wird den Ort theologisch und seelsorgerlich einordnen. Musikalisch werden die Glory Voices Gospellieder präsentieren, die von der Freiheit und Rettung erzählen.

 

Montag, 21. März, 435 Menschen

Über 100 Bombenangriffe erlebte die Stadt Wilhelmshaven im zweiten Weltkrieg. Im Verhältnis zu dieser hohen Zahl ist die Anzahl der Bombenopfer relativ gering. 435 Menschen starben durch diese Angriffe. Wilhelmshaven als wichtiger Marinestandort war mit einer hohen Bunkerdichte ausgestattet worden. Noch heute bestimmen diese das Stadtbild. In der Rheinstraße 114 ist ein ehemaliger Bunker in den 50er Jahren zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut worden. Dies ist der zweite Passionspunkt in diesem Jahr. Peter Hilton Fliegel, Dramaturg der Landesbühne, hat sich mit dem Thema „Fliegeralarm“ beschäftigt, Pastor Morgenstern wird den Ort theologisch einordnen. Der Vibraphonist Hauke Renken wird den Raum musikalisch erfüllen.

 

Dienstag, 22. März, 28 cm & Donnerstag, 24. März, 8645 Tote

In regelmäßigen Abständen sind die Passionspunkte zu Gast im Marinemuseum.

Dr. Stephan Huck wird im Außenbereich des Hauses über das Kanonenrohr der Seydlitz berichten. Als Mahnung gegen den Krieg lag es in den letzten 100 Jahren an unterschiedlichen Orten der Stadt, bevor es seit der Eröffnung des Marinemuseums an den Südstrand 125 wanderte. Stephan Huck und Frank Morgenstern werden diesen Passionspunkt und den Passionspunkt am Gründonnerstag in der Kirche gemeinsam im Dialog gestalten. Beide Orte erinnern noch einmal an die größte Seeschlacht des ersten Weltkriegs. Die Skagerrak Schlacht beeinflusste die Marinegeschichte, die Stadtgeschichte und natürlich die Geschichte vieler Menschen. Am Marinemuseum bezieht sich der Titel 28 cm auf die Geschossstärke der Kanone. Die Zahl 8645 Tote greift die Opfer der Schlacht auf, von der bis heute das Altarbild der Kirche erzählt. Musikalisch werden Saxophon, Orgel, Keyboard und Schlagzeug die beiden Orte interpretieren.

 

Mittwoch, 23. März, 12 000 000 Zugvögel

Ans offene Meer geht der vierte Passionspunkt in diesem Jahr. Jährlich machen ca. 12 Millionen Zugvögel an der Küste Rast. Die Bedeutung und die Veränderung dieser großen Zahl greifen Fachfrau Imke Zwoch (Nationalpark Wattenmeer) und Pastor Busemann in ihren Statements auf. Ein besonderer Passionspunkt mit weitem Blick auf den Horizont und einem großen Blick auf die Passionsgeschichte.

 

Freitag, 25. März, 2 m

Zu den festen Bestandteilen der Passionspunkte gehört die Kunsthalle am Karfreitag.  Dieses Jahr hat dieser Punkt eine besondere Bedeutung. Die Ausstellung 2 m thematisiert den Klimawechsel und eine künstlerische Umsetzung mit dem Leben unterhalb vom steigenden Meeresspiegel.  Bedeutsam auch, dass die Kunsthalle selbst ein wunder Punkt ist, der von der Schließung bedroht ist. Kunsthallenleiterinn Viola Weigel und Pastor Bernhard Busemann greifen das Thema in ihren Beiträgen auf. Die Hooksieler Band Mica Salis wird die Kunsthalle musikalisch füllen.

 

Samstag, 26. März, 111 Jahre

Die Passionspunkte 2016 enden im ehemaligen Krankenhaus St. Willehad. Die 111 jährige Krankenhausgeschichte ist abgeschlossen. Jetzt fragt sich die Stadt, wie es weitergeht? Zwischen Ende und Anfang feiern wir einen Passionspunkt in der ehemaligen Kapelle des Hauses. Am Karsamstag greifen die Journalistin Ursula Große Bockhorn und Pastor Frank Morgenstern die Geschichte des Hauses auf und setzen diese in Verbindung zum Tag, den die einen Karsamstag, die andern Ostersamstag nennen. Musikalisch wird das Duo „Tomma & Lena“ den Ort interpretieren.

 

Das Faltblatt zu den Passionspunkten ist ab Mitte Februar zu erhalten. Ebenso ist das detaillierte Programm dann auf der Homepage www.christusnews.de nachzulesen.