Toppenstedt/Kr. Harburg (epd). Nach dem tödlichen Radlader-Unglück in einem Zeltlager für Kita-Kinder in Toppenstedt bei Lüneburg will die evangelische Kirche die Angehörigen der Opfer weiter seelsorgerlich begleiten. Pastorinnen und Pastoren kümmerten sich auch um die betroffene Kindertagesstätte sowie um die Familie des Mannes, der den Unfall verursacht habe, sagte der Sprecher des Kirchenkreises Winsen, Malte Frackmann, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Für diesen Sonnabend (1. Juli) ist ein Trauergottesdienst in der evangelischen St.-Johannis-Kirche in Salzhausen geplant.

 

Bei dem Unglück am vergangenen Wochenende waren ein 39-jähriger Mann und ein fünfjähriger Junge ums Leben gekommen, als ein 44-Jähriger die Teilnehmer des von Vätern organisierten Camps zu einer Spaßfahrt mit dem Radlader eingeladen hatte. Ein Vater und elf Kinder stiegen dabei in eine Gitterbox und ließen sich mit der Frontgabel des Radladers in die Höhe heben. Auf einem Feldweg löste sich die Box jedoch und stürzte drei Meter in die Tiefe. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt gegen den Fahrer wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung.

 

Der öffentliche Trauergottesdienst soll um elf Uhr beginnen. «Wir möchten für die Einsatzkräfte, die Betroffenen und alle, die um die Opfer trauern, einen Ort schaffen, an dem das Erlebte Raum finden kann», sagt Pastorin Wiebke Alex aus Salzhausen. «Wir kommen zusammen mit den Gefühlen und Fragen, die das Unglück ausgelöst hat, sind damit nicht allein und bringen vor Gott, was uns bewegt.» Alex wird gemeinsam mit zwei Kolleginnen und Kollegen die Predigt halten. Auch der Bürgermeister von Salzhausen, Wolfgang Krause (parteilos), wird eine kurze Rede halten. Danach ist eine Schweigeminute geplant.

 

Die Kirche fasst rund 400 Personen. Weil aber deutlich mehr Besucherinnen und Besucher erwartet werden, soll der Gottesdienst über Lautsprecher nach draußen übertragen werden. Neben den Ansprachen sind musikalische Beiträge mit Orgel, Klavier, Querflöte und Gesang geplant. Auch die Angehörigen der Opfer sind zu dem Gottesdienst eingeladen. Die Trauerfeiern für die beiden Verstorbenen sollen allerdings zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

 

Nach dem Unglück waren laut Frackmann rund rund 200 Rettungskräfte unter anderem aus Polizei und Feuerwehr im Einsatz. Ihnen habe der Unfall zum Teil schwer zu schaffen gemacht. Auch zehn Notfall-Seelsorger waren vor Ort. Bei dem Unfall wurden einige Kinder schwer verletzt. Sie befinden sich aber nicht mehr in Lebensgefahr. Unter den Verletzten sollen auch Kinder des Fahrers sein.

 

Kirche-Oldenburg
Radlader-Unglück: Kirche will Angehörige der Opfer weiter begleiten – Trauergottesdienst soll per Lautsprecher ins Freie übertragen werden