Das gleicht schon einem Marathonlauf und genau so muss es wohl auch sein, um effektiv zu wirken: Die Regionale Dienststelle Friesland-Wilhelmshaven (RDS), also die Verwaltung des Ev.-luth. Kirchenkreises Friesland-Wilhelmshaven, mit Sitz in Roffhausen / Kreis Friesland ist zum zweiten Mal erfolgreich im Umweltmanagement „Grüner Hahn“ rezertifiziert worden. Dr. Gunnar Waesch, kirchlicher Umweltrevisor aus Gütersloh, überreichte am 10. November das Zertifikat an das Umweltteam der RDS und RDS-Leiter Burkhard Streich. 

Die oldenburgische Kirche hat bereits 2012 ein integriertes Klimaschutzkonzept aufgelegt, in Kürze soll auch ein Klimaschutzgesetz verabschiedet werden. Ziel ist es, bis 2035 zu 90 Prozent klimaneutral zu sein, 2045 soll die Klimaneutralität komplett erreicht sein. 

Die RDS in Friesland-Wilhelmshaven war die erste im Oldenburger Land, die sich bewusst auf den Weg zu mehr Umweltbewusstsein gemacht hatte. Bereits 2013 wurden erste Maßnahmen ergriffen, 2014 wurde erstmals die Zertifizierung „Grüner Hahn“ erreicht. Die Umweltbeauftragte der oldenburgischen Kirche, Andrea Feyen, lobte besonders das „tolle Durchhaltevermögen über einen so langen Zeitraum.“ 

Sie nannte die RDS „Leuchtturm in der oldenburgischen Kirche“. Umweltrevisor Waesch zeigte sich sehr beeindruckt über immer neue zielführende Ideen und die gute Zusammenarbeit des Umweltteams selbst während der Corona-Pandemie. 

Apropos Corona: In dieser Zeit waren ganz neue Ideen geboren worden, die auch jetzt noch kräftig nachwirken. Dass Arbeit nicht nur im Büro erledigt werden kann, sondern auch zu Hause Möglichkeiten zum Arbeiten bestehen, das hat man in der RDS erst während der Corona-Pandmie entdeckt – und will die Vorteile gleich weiter nutzen. „Es ist nicht nötig, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an allen Tagen im Büro sind. Alle, die möchten, können auch im Homeoffice arbeiten. 

Das wird auf langfristig dazu führen, dass wir weniger Bürofläche benötigen und damit auch in diesem Bereich umweltbewusster werden. Ganz abgesehen von weniger Gas- und Stromverbrauch“, erklärte Burkhard Streich. Man werde Multifunktionsräume einrichten. Das Modell ein Büro und ein Schreibtisch für alle Mitarbeitenden habe ausgedient. 

Der Verbrauch von Energie wird in der RDS zudem durch angeordnete Betriebsurlaube gesenkt. In Zeiten, in denen ohnehin ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht arbeitet und wenig Publikumsverkehr ist, bleiben dann gleich alle zu Hause, Heizungen werden heruntergeregelt – zwischen Weihnachten und Neujahr zum Beispiel.   

Von den 30 Mitarbeitenden der RDS hatte ein Drittel die Wege mit dem Auto ganz erheblich verringert und stattdessen das Angebot eines Dienstrades genutzt, eine kleine Verlosung unter den Radfahrenden sorgte für zusätzliche Motivation. Weiterhin ist ein Verschenketisch eingerichtet worden, auf dem viele Dinge angeboten werden, die man selber nicht mehr benötigt, die aber von anderen noch gut genutzt werden können. „Auf diese Art wird uns auch sehr drastisch vor Augen geführt, was sonst alles im Müll gelandet wäre“, sagte Nathalie Oltmanns-Winsel, Umweltmanagement-Beauftragte der RDS. 

Zahlreiche weitere kleine Maßnahmen helfen, die Umwelt zu schützen: Bioabfälle werden direkt kompostiert, Papierhandtücher durch eigene Handtücher ersetzt, die jeder eigenverantwortlich zu Hause wäscht und vieles mehr. 

Als großer Schritt ist der Ausbau der Digitalisierung und das papierlose Büro geplant. Damit werde nicht nur Papier eingespart, sondern auch das Homeoffice nochmal attraktiver, erklärte Burkhard Streich. 

Gunnar Waesch und Andrea Feyen waren beeindruckt von der Begeisterungsfähigkeit des Umweltteams, das es auch gut verstehe, die Kollegen zu motivieren. 

Ein Beitrag von Annette Kellin.
 

Kirche-Oldenburg
Roffhausen: Re-Zertifizierung Grüner Hahn