Hannover (epd). Das niedersächsische Sozialministerium sowie Sozialverbände haben sich erfreut darüber geäußert, dass die zunächst geplanten Kürzungen für die Freiwilligendienste im Bundeshaushalt offenbar vom Tisch sind. «Wir haben uns in Niedersachsen sehr dafür eingesetzt, weil wir um den hohen Wert der freiwilligen Dienste wissen», sagte ein Sprecher von Sozialminister Andreas Philippi (SPD) am Freitag in Hannover.

 

Diese Dienste seien für junge Menschen Einstiegsmöglichkeiten in Mangelberufe, vor allem bei der Pflege, aber auch in Erziehungsberufen, sagte der Ministeriumssprecher. «Insofern ist es gut, dass augenscheinlich geplant ist, diese Stellen beizubehalten. Wir würden es sehr begrüßen, wenn es so käme und in die Realität umgesetzt werden könnte.»

 

Erfreut zeigte sich auch der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke. Die Freiwilligendienste leisteten einen wichtigen Beitrag in den Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung und der Demokratiebildung, sagte Lenke. Zudem böten sie jungen Menschen Einblicke in soziale Berufe und dienten so der Fachkräftegewinnung. «Das stärkt nicht nur örtliche Strukturen, sondern auch allgemein die Demokratie in unserem Land.» Ähnlich äußerte sich der Paritätische in Niedersachsen.

 

Am Freitag war bekannt geworden, dass die Bundesmittel für die Jugendfreiwilligendienste und den Bundesfreiwilligendienst im kommenden Jahr doch nicht gekürzt werden sollen. Anders als im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2024 geplant, stünden insgesamt 80 Millionen Euro weiter zur Verfügung, sagte der Sprecher für Haushaltspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, der hannoversche Abgeordnete Sven-Christian Kindler, in Berlin. Was im Jahr 2025 passieren wird, blieb allerdings offen.

 

Sozialverbände wie Diakonie und Caritas hatten seit Wochen gegen die geplanten Kürzungen um rund ein Drittel der Bundesmittel protestiert. Ihren Angaben zufolge hätten sie deutschlandweit den Wegfall von 30.000 Freiwilligenstellen zur Folge haben können. In Niedersachsen sah die Diakonie jeden vierten Platz im sozialen oder ökologischen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst bedroht. Bundesweit absolvieren derzeit rund 54.000 Jugendliche ein Freiwilligenjahr. Rund 36.000 Menschen leisten einen Bundesfreiwilligendienst.

Kirche-Oldenburg
Sozialministerium erfreut über Stellenerhalt beim Freiwilligendienst – Diakonie und der Paritätische Wohlfahrtsverband reagieren erleichtert