Die drei Siebe des Sokrates

Ich treffe einen Freund auf der Straße. 

Fast ohne mich zu grüßen, bricht es aus ihm heraus:  “Hast du schon gehört?”

“Was soll ich gehört haben?”  “Das mit Daniela und Achim.  Ich soll es keinem sagen, aber wenn du ….”

“Warte mal. Wenn das so ist, dann erzähle es mir doch lieber nicht.”

Kennst du die drei Siebe des Philosophen Sokrates?” 

“Hä? Was redest du da?”

“Sokrates hat den Menschen in Athen vor 2400 Jahren beigebracht, dass man nur sagen soll, was wirklich stimmt,  was gut über die Leute spricht – und was wirklich notwendig und wert ist, dass man es erzählt. 
Und?  Ist das bei Daniela und Achim so?   Ööööh……
Bist du sicher, dass es stimmt?    Nein, ich habe es nur gehört.

Ist es etwas Gutes über die beiden?  Nein, ganz im Gegenteil.

Hhmm. Und erzählen sollst du es mir auch nicht.
Weißt du was?   Lass lieber stecken, ich glaube, das ist sinnvoller.

Mein Freund zieht ab – und schüttelt dabei leicht den Kopf.

Und ich? Ich war tierisch neugierig auf das mit Daniela und Achim.

Egal. Man muss nicht immer alles wissen von den Leuten.

Stefan Stalling

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