Erntedank

Es ist Herbst. Blätter und Äpfel liegen unter dem Baum. Ich harke gerade die faulen Äpfel zusammen, da klingen Kinderstimmen durch den Garten. Mit kleinen Eimerchen treten Hand in Hand die Erntehelfer vom Kindergarten ihren Dienst an. Erzieherinnen schütteln den Baum. Große, schwere Äpfel fallen herunter. Flinke, kleine Hände sammeln sie ein. Mit großen Augen riecht ein Junge an einem der roten Äpfel. Ein anderer sammelt so viele wie möglich in seiner Pulloverfalte. „Kann ich den auch essen?“ fragt ein Mädchen und bald darauf beißen viele mal hinein.

Die Kinder breiten sich im Garten aus, sammeln und essen, spielen mit dem Hund. Die Erzieherinnen schälen Apfelschnitze, und hangeln mit dem Pflücker nach den schönsten Früchten. Ich schaue mich um und halte inne: Was für ein fröhlicher und friedlicher Augenblick. Wer hat wohl die Bäume gepflanzt? Haben sie auch so viel Freude daran gehabt? Und ich denke an Gott, den Liebhaber des Lebens, der uns diese Wonne schenkt, als ob es nichts Leichteres gäbe.

Emma kommt zu mir, sie hat den Eimer ganz voll. „Hier“ sagt sie, „das ist meine Ernte“ und ich danke ihr dafür.

 

Sonja Froese-Brockman, Pastorin in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Sande

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