Moin aus dem Funkhaus an der Peterstraße, liebe Hörerinnen und Hörer! 

Ich hebe Ihnen in dieser Woche besonders von der Sommerkirche in Horumersiel und Schillig erzählen dürfen. Sie ist für Menschen da, die hier leben und für die Leute, die gerne ans Meer, hier zu uns an die Nordsee kommen. 

Tatsächlich haben wir auch einen Strandkorb in Schillig am Strand. Der ist jetzt nicht in erster Linie dafür da, dass der Pfarrer die Füße hochlegt und den lieben Gott einen guten Mann sein lässt. Obwohl das auch manchmal sehr, sehr schön ist… Der Strandkorb ist für die Ehrenamtlichen da, die mit ihrem Engagement hier der Kirche ein Gesicht geben. 

Und er ist immer auch einmal Treffpunkt für eine besondere Andacht: Den ökumenischen Abendsegen am Strandkorb. 

Wenn so ein Sommertag zu Ende geht, der Trubel am Strand, wie das ablaufende Wasser langsam verebbt, die Wolkengebilde am Himmel dahinziehen und die Sonne sich auf den Weg zu den anderen Ländern und Menschen drüben überm Meer macht, kommen hier Menschen zusammen, um den Tag zu verabschieden und unter dem weiten Himmel Gott danke zu sagen. 

Mancher mag auch ein Schweres tragen und still, ganz ohne Worte klagen oder einen Menschen in Gottes Hände geben, um den er sich sorgt, die ein Gebet, einen guten Gedanken oder auch einen Engel braucht. 

Dann wird es auf einmal nicht nur am Strand still, sondern auch in den Herzen der Leute hier am Strandkorb, dann spürst Du mit dem vergehenden Tag, dass alles endlich ist, dass wir Kinder der Zeit sind, die zuweilen, wie der Sand durch die Hände rinnt. 

Gut, wenn dann ein Wort, ein Gedanke, ein Lied, ein Bild im Herzen ist und für den Moment dableibt, das Dir sagt und Dich spüren lässt, was man am besten singen kann. Und draußen dürfen wir ja singen: Lied zur Nacht von Mascha Kaléko (zu singen auf die Melodie „Der Mond ist aufgegangen“) 

Nun geht der Tag zu Ende, 

Schon schweigen die vier Wände, 

Zum Schatten wird der Baum. 

Lass in die Nacht uns münden 

Und Herz zum Herzen finden. 

Auf blassen Segeln schwimmt ein Traum. 

Nun spür ich deine Nähe. 

Dass dir kein Arg geschehe, 

– So schlicht sei mein Gebet. 

Die schwarzen Nachtgedanken, 

Sie welkten schon, versanken, 

Von deinen Händen fortgeweht. 

Nun steigt auf Silberflügeln, 

Aus roten Wolkenhügeln 

Der späte Abendwind. 

Lass drin uns Engel schauen 

Mit gläubigem Vertrauen 

Wie einst das demutsvolle Kind 

Lars Bratke, Pfarrer im Wangerland

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