(Kinder-)Segen

Einmal im Monat da machen wir einen Besuch im Altenheim: zwei Lektorinnen, die Texte aus der Bibel und Gebete lesen; ein Organist, der dem E-Piano Töne entlockt, die unseren Gesang tragen, und ich, die Pastorin. 

Ich begrüße die Heimbewohner, die mit uns Gottesdienst feiern wollen und verkünde ihnen die frohe Botschaft. Ich spreche über die Texte, die die Lektorinnen lesen, und hoffe, dass etwas dabei ist, das die Bewohner und Bewohnerinnen über die nächsten 4 Wochen begleitet, bis wir wiederkommen, um mit ihnen zu singen, zu beten und dem Wort zu lauschen. Vorher habe ich mir Gedanken gemacht, über das, was ich sage, über das, was möglichst ankommen soll bei den Zuhörenden. Aber oft sind meine Predigtworte gar nicht das wichtigste am Altenheimgottesdienst. Sie haben Konkurrenz – Konkurrenz von einem äußerst lebendigen Schöpfungswort Gottes. Die kleine Tochter meiner Lektorin ist bei unserer Andacht dabei. Auf sie und ihr Tun, sind die leuchtenden Augen der Bewohner gerichtet, während sie singen und zuhören. So bewegt wie durch das Kind, sind die alten Menschen nur noch an eineranderen Stelle im Gottesdienst: wenn ich herumgehe und jedem Einzelnen die Hände auflege, um ihnen Gottes Segen zuzusprechen.

Natascha Faull, Pastorin der Christus- und Garnisonkirche Wilhelmshaven

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