Wenig weihnachtlich

„Wenig weihnachtlich“ – so beschrieb letztens ein Journalist in einem Zeitungsartikel die derzeitige Stimmung in Deutschland und weltweit. Da habe ich mich gefragt: Was ist das eigentlich, oder was wäre das: „weihnachtliche Stimmung“?

Klar, da fällt mir so Manches ein: Der Duft von Weihnachtsgebäck muss in der Luft liegen. Vor allem: Harmonisch muss es sein, friedlich, entspannt.

Dass es mit Harmonie, Frieden, Entspannung nicht weit her ist in der Welt – wer wollte das bestreiten? Aber ich frage mich: War das damals eigentlich anders – vor 2000 Jahren in Palästina? Unter der römischen Fremdherrschaft? Mit einem König Herodes, der ausgerechnet im Zusammenhang mit Weihnachten als Kindermörder in die Geschichte eingegangen ist? Und übrigens: Im Stall von Bethlehem, da dürfte es auch nicht gerade nach Spekulatius gerochen haben! Sondern nach genau dem, was Säuglinge nun mal so an Gerüchen zu produzieren pflegen!

Nein, weihnachtlich ist diese Welt nun mal nicht von selber! Sie wird es vielmehr dadurch, dass Gott genau in ihr, in dieser friedlosen, hoch angespannten Weltlage Einzug hält! Das neugeborene Kind zeigt uns, wie es auch anders gehen kann! Es ist kein Zuckerguss auf einer ohnehin schon harmonischen Welt, es schafft eine neue Welt mitten in der alten! In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Pastor Jörg Zimmermann, Ev.-luth. Kirchengemeinde Sande

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